1. Bürgerkonferenz: Gemeinsam Bochum entwickeln

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Wichtige Impulse für politische Beratungen und Entscheidungen zu geben, ist eines der Ziele der Bürgerkonferenz, die seitens der Stadt als neues Beteiligungsformat installiert worden ist. Die erste Konferenz hat am Samstag stattgefunden. (Foto: Lutz Leitmann, Stadt Bochum Referat für Kommunikation der Stadt Bochum)
 
(Foto: Bürgerkonferenz, Lutz Leitmann, Stadt Bochum Amt für Kommunikation)
Bochum: RuhrCongress |

Bochum 2030! Wie soll die Stadt dann ausschauen? Wie soll sie sich bis dahin wandeln? Wie soll der Fahrplan in Richtung Zukunft aussehen? Darüber haben bei der ersten Bürgerkonferenz knapp 280 Gäste im RuhrCongress mit Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, dem Verwaltungsvorstand, 30 Ratsmitgliedern und 80 Stadtbeschäftigten diskutiert. Ihr Thema: die Bochum-Strategie.

Diese soll eine verbindliche Richtschnur für die profilorientierte Entwicklung der Stadt bis 2030 werden und auf fünf Kompetenzen fußen, die Bochum bereits heute auszeichnen: Großstadt mit Lebensgefühl, Hotspot der Live-Kultur, Talentschmiede im Ruhrgebiet, Shootingstar der Wissensarbeit und Vorreiter modernen Stadtmanagements.

Schwerpunkte und Pilotprojekte als Einstieg

Was sich in diesen Feldern in den nächsten Jahren tun soll, legten die städtischen Dezernenten den eingeladenen, per Zufallsstichprobe ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern anhand von Schwerpunkten und Pilotprojekten dar. Den Input nutzten die 278 Bochumerinnen und Bochumer, die trotz überraschendem Schneeeinbruchs und aktueller Grippewelle der Einladung in den RuhrCongress gefolgt waren, um sich an 53 Tischen darüber auszutauschen, wo sie – stellvertretend für die ganze Einwohnerschaft – Prioritäten setzen würden.
Diese erste Runde zeigte, dass den Gästen an allen Tischen vor allem die Großstadt mit Lebensgefühl besonders wichtig ist. Attraktiver, bezahlbarer Wohnraum – ob zur Miete oder als Eigentum – und lebenswerte Stadtteile waren die Stichworte. Nummer zwei: An 41 Tischen befassten sich die Konferenzteilnehmer mit der Stadt als moderner Dienstleisterin – das Votum: „Bitte mehr digital verfügbare Angebote, aber bitte alternativ auch weiter analog“, also die Chance, von Angesicht zu Angesicht sein Anliegen vorbringen zu können. Ein klarer Fingerzeig kam von 30 Tischen zur Bochumer Schullandschaft; sie soll infrastrukturell, integrativ und innovativ stärker werden, um mehr Chancengerechtigkeit zu schaffen. Überraschend selten griffen die Gäste das Thema Kultur auf. „Nicht, weil es nicht wichtig ist, sondern weil die Bürgerinnen und Bürger hier die Stadt schon heute und auch künftig sowohl in der Hochkultur als auch in der Populärkultur gut aufgestellt sehen“, bündelte Moderator Frank Heinze die Beiträge.
In der zweiten Tischrunde, in der sich die Gäste neu zusammensetzen, um konkrete Handlungsvorschläge zu sammeln, gab es einen klaren Favoriten unter den fünf Kompetenzen: die Großstadt mit Lebensgefühl, zu der 2030 neben gepflegten, grünen und generationenübergreifenden Quartieren auch eine smarte Infrastruktur „mit Arbeitsplätzen für alle“ gehört. Ein deutlicher Arbeitsauftrag für die Stadt.
Ganz oben auf der Wunschliste: ein Markt, der Menschen unterschiedlichen Alters zusammenführt, Kultur wie Live-Musik bietet und Raum für Begegnung schafft. Oder eine täglich geöffnete Markthalle, betrieben von der Stadt, lautete ein anderer Vorschlag. Stadtteil-Wettbewerbe als Ansporn für alle, ihr direktes Umfeld gemeinsam wohnlicher zu gestalten und so mehr Lust auf Leben und Arbeiten in Bochum zu schaffen, war eine weitere Anregung.

Keine der Ideen soll verloren gehen

An den Tischen gab es noch deutlich mehr Ideen. Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und der Verwaltungsvorstand versprachen, dass keine davon verloren geht, sondern alle ausgewertet werden. Ziel ist, die Anregungen in die Beratungs- und Entscheidungsprozesse von Verwaltung und Politik einzubinden. „Wir werden die Vorschläge ernst nehmen“, versicherte Thomas Eiskirch. „Und wir freuen uns, dass wir mit unseren Zielen und Schwerpunkten ganz offensichtlich auf dem richtigen Weg sind.“
Dass das neue Format zur Bürgerbeteiligung zudem den Zeitgeist trifft, zeigten die Gespräche zwischen den Tischrunden. „Eine tolle Sache“, lobte Marcos Vaquez-Diaz. Obwohl sich die Gäste an den Tischen nicht kannten, sei die Atmosphäre gar nicht anonym gewesen. „Alle haben mitgemacht und man konnte mit allen reden, auch mit den großen Entscheidungsträgern“, freut sich der spanische Jung-Unternehmer. Die Bürgerkonferenz? - „Eine Supersache“, so der 39-Jährige. Dem stimmte auch Felix Martin Kannengießer zu. „Ich habe an den Tischen sehr engagierte, kreative und produktive Gespräche erlebt“, sagte der freie Journalist.
Diskutiert haben bei der ersten Bürgerkonferenz jedoch nicht nur die geladenen Gäste im RuhrCongress, sondern auch Bochumerinnen und Bochumer im Netz; sie brachten ihre Anregungen online über www.bochum.de/buergerkonferenz ein. „Wir waren den ganzen Tag in der Netzgemeinde live unterwegs“, so Stadtsprecher Thomas Sprenger. „Die Reaktionen sind positiv. Wir haben zahlreiche Likes zu der Veranstaltung und dem Veränderungsprozess. Wir freuen uns über die Resonanz.“

Einen weiteren Artikel zu der Bürgerkonferenz finden Sie im Lokalkompass unter diesem Link: Stadtgestalter

Welche weiteren Möglichkeiten die Stadt Bochum zur Bürgerbeteiligung eingerichtet hat, finden Sie unter: Bürgerbeteiligung
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