Burkhard Römmelt vermittelt erfolgreich zwischen Geflüchteten und Behörden - und konnte dabei auch dem Bochumer Prinzregenttheater einen großen Dienst erweisen

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Burkhard Römmelt (Dritter von links) und Noor Shawish (Mitte) mit Vertretern des Prinzregenttheaters und des Jobcenters. (Foto: Schuck)

„In den letzten eineinhalb Jahren habe ich in rund 100 Fällen zwischen Geflüchteten und dem Jobcenter, der Kommune, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge oder der Ausländerbehörde vermittelt“, erzählt der pensionierte Landesbeamte Burkhard Römmelt, der mittlerweile für die Bezirksregierung Arnsberg zwischen Flüchtlingen und Behörden vermittelt. Nicht ohne Stolz fügt er hinzu: „Immer ist es gelungen, zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen.“

„Die Tätigkeit macht mir großen Spaß“, versichert er und ergänzt, „als Jurist kenne ich mich mit Ausnahmetatbeständen aus. Das kommt mir sehr zugute.“ - Was das konkret bedeutet, lässt sich an einem Fall aus Bochum erläutern: Der 26-jährige palästinensische Syrer Noor Shawish hatte ursprünglich in Sachsen Asyl beantragt und 13 Monate lang dort gelebt, kam dann aber nach Bochum und lebte sich schnell ein – auch dank seiner Teilnahme am interkulturellen Theaterprojekt „Grubengold“, das das Prinzregenttheater ins Leben gerufen hat und das am Samstag mit „Don Quijote“ bereits seine zweite Premiere auf die Bühne bringt. Er suchte und fand eine Wohnung und neue Freunde. Er bekam zwar zunächst keinen Platz in einem Deutschkurs, erwarb im Alltag aber erste Sprachkenntnisse. Am Prinzregenttheater absolvierte Shawish, der in Syrien bereits als Damenfriseur gearbeitet hat, einen Maskenbild-Workshop und macht mittlerweile auch ein Praktikum am Haus. In einem Haarstudio hat er noch einen zweiten Praktikumsplatz gefunden.

Ausnahmen von der Wohnsitzauflage

Als die Wohnsitzauflage in Kraft trat, stand Shawishs Verbleib in Bochum plötzlich in Frage. „Das Jobcenter war zuständig, da Shawish mittlerweile als Flüchtling anerkannt war. Nach der Wohnsitzauflage hätte er nach Sachsen zurückkehren müssen“, beschreibt Römmelt die Situation.
Das wäre nicht nur für Shawish, der sich in Bochum gut eingelebt hatte, sondern auch für das „Grubengold“-Ensemble ein großer Verlust gewesen. Römmelt, der nicht nur im Regierungsbezirk Arnsberg, sondern in ganz NRW vermittelnd tätig ist, analysierte die Rechtslage und erkannte, dass im vorliegenden Fall eine Ausnahmeregelung greift: „Berufsvorbereitende Maßnahmen wie Praktika haben Vorrang – deshalb musste Noor Shawish nicht nach Sachsen.“

Drei bis vier Fälle parallel

In anderen Fällen ist es Burkhard Römmelt gelungen, Asylbewerber vor der drohenden Abschiebung zu bewahren. „Die Rechtslage ist häufig unsicher“, gibt er Einblick in seine Tätigkeit, „auch Fragen der Familienzusammenführung bekomme ich häufig auf den Tisch. Die Bearbeitungsdauer der Fälle ist sehr unterschiedlich: Manches ist innerhalb eines Tages erledigt, mit anderen Angelegenheiten bin ich vier Wochen lang befasst. Ich kooperiere auch mit Familiengerichten und Jugendämtern. Meist arbeite ich parallel an drei bis vier Fällen – mehr wäre auch gar nicht zu leisten. So kann ich zum Beispiel mithelfen, dass ein werdender Vater zu seiner schwangeren Frau kommt.“ - Und dass ein begeisterter Schauspieler mit seinen Mitstreitern im Prinzregenttheater auf der Bühne stehen kann.

Termine
- Die Premiere von „Don Quijote“ im Prinzregenttheater, Prinz-Regent-Straße 50-60, am Samstag, 13. Mai, um 19.30 Uhr ist bereits ausverkauft.
- Karten gibt es noch für die Vorstellung am Sonntag, 14. Mai, um 19.30 Uhr.
- weitere Termine: Freitag, 19. Mai, 19.30 Uhr; Samstag, 20. Mai, 15 Uhr; Dienstag, 13. Juni, 19.30 Uhr; Samstag, 17. Juni, 19.30 Uhr; Dienstag, 4. Juli, 19.30 Uhr; Mittwoch, 5. Juli, 19.30 Uhr.
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