Nach Opel - Bochum als Standort einer Online-Universität, die Studierende in aller Welt unterrichtet?

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Oldschool - Vorlesung mit Tafel und Kreide, Online-Universität funktioniert mit Smartphone und Tablet-PC. (Foto: Tungsten, Wikipedia)
Bochum: Ruhr-Universität Bochum | Opel geht. Was kommt? Ideen sind gefragt. Der Aufbau einer Online-Universität, ein Trend aus den USA, könnte auch für den Bildungsstandort Bochum ein Stück Zukunft sein.

Studieren via Internet an einer Universität, die Vorlesungen im Internet für Studierende in aller Welt anbieten. Vorlesungen auf Youtube oder via Skype. Die Materialien zu den Kursen sind online in deutsch, englisch, spanisch und anderen Sprachen verfügbar. Studierende tauschen sich in Lerngruppen via Skype grenzenlos über den ganzen Globus aus.

Universitäten wie Harvard und Stanford haben das Potential bereits erkannt. Mit 60 Millionen Dollar Startkapital hat das Massachusetts Institute of Technology (MIT) zusammen mit anderen renommierten Hochschulen gerade eine Online-Universität (EDX) gegründet. Schon seit Jahren bietet das MIT online Materialien in sechs Sprachen für über 2000 Kurse an. In Kalifornien wurde gerade mit 15 Mio. Dollar das Bildungs-Startup Udacity aufgebaut.

Durch Online-Lehrveranstaltungen und Studiengänge lässt sich die Reichweite, der Universitäten dramatisch erhöhen. So bot der aus Deutschland stammende Informatik-Professor Sebastian Thrun an der US-Universiät Stanford Ende 2011 seine Einführung in die künstliche Intelligenz als Online- Vorlesung im Netz an. 160.000 Studenten buchten das Angebot, 23.000 meldeten sich zum Online-Abschlussexamen an (Welt vom 06.06.13).

Eine Online-Universität kann insbesondere ein Angebot für lernbegierige junge Menschen in Entwicklungs- oder Schwellenländern anbieten. Diesen bleibt aufgrund von hohen Studiengebühren oder strengen Einreiseregeln eine erstklassige universitäre Bildung bisher häufig verwehrt.

Daneben kann eine Universität Angebote zur Weiterqualifizierung von Berufstätigen anbieten. Ein Angebot, dass auch für viele Arbeitgeber interessant ist, um ihre Beschäftigten am Unternehmensstandort weiter bilden zu können.

Das von Dr. Erwin J. Haeberle aufgebaute Archiv für Sexualwissenschaft am Robert-Koch-Institut zeigt z.B. was bereits heute in Hinsicht auf Studieren via Internet auch von Deutschland aus möglich ist. Angeboten wird ein komplette Studiengang von sechs Semestern – auf Englisch, Russisch, Chinesisch, Tschechisch und Ungarisch. Übersetzungen ins Spanische und Portugiesische sind in Vorbereitungen.

Das Konzept der Online-Universitäten hat vier große Vorteile: Keine überfüllten Hörsäle, keine Zugangshürden wie der deutsche Numerus Clausus, keine unbezahlbaren Studiengebühren, Verfügbarkeit renommierter deutscher Bildungsangebote über den gesamten Globus.

Bochum ist der ideale Standort für eine Online-Universität. Die Stadt verfügt über die 6. größte Universität der Republik. Die Voraussetzungen für die Gründung einer Online-Universität sind exzellent. Hochqualifizierte Lehrkräfte sind bereits vor Ort oder können in Bochum an der RUB wie den weiteren Hochschulen herangezogen werden.

Die deutsche Universitätsbildung wird auf der ganzen Welt geschätzt. Der Zustrom von Studierenden zu deutschen Universitäten insbesondere aus Osteuropas und anderen Regionen der Welt ist ungebrochen. Studieren via Internet ist die Zukunft (Welt vom 27.05.13).

Für das Vorhaben Online-Universität sollte sich das Land NRW, die RUB und die örtlichen Hochschulen begeistern lassen. Entwicklungsgelder, die für den Weggang von Opel bereitgestellt werden sollen, ließen sich hier sinnvoll in neue hochqualifizierte Arbeitsplätze investieren.

Eine Einrichtung muss aufgebaut und finanziert werden, die die Räumlichkeiten und die technische Ausstattung zur Verfügung stellt, die für eine Online-Universität erforderlich ist. Wichtig ist u.a. auch Kapazitäten und Kompetenzen für die Übersetzung der Lehrangebote zu schaffen.

Außer für die Gründungsinvestition sollten keine weiteren finanziellen Lasten für Land oder Stadt entstehen. Eine Online-Universität trägt sich selbst. Die Kurse werden kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Kosten der Einrichtung werden mit Einschreibegebühren, Studiengebühren, Prüfungsgebühren u.a. gedeckt. Diese können bei tausenden Kursteilnehmern in aller Welt für jeden Studierenden entsprechend günstig kalkuliert werden.

Es kommt darauf an die Gunst der Stunde zu nutzen und jetzt eine Einrichtung aufzubauen, die sich weltweit einen guten Ruf aufbaut und die Studierenden anzieht. Nur die renommierten Online-Einrichtungen werden auf Dauer erfolgreich sein. Wer zu spät kommt, wird es gegen die dann etablierten Online-Universitäten schwer haben.

Eine Online-Universität „Edu-BO“ könnte das Ansehen der Stadt als Bildungsstandort festigen und in die entlegensten Winkel der Welt tragen

Eine andere Idee des Autors, was nach Opel kommen kann: Was folgt auf Opel? – Ein Science-Center?

Volker Steude,
BÄH - Bochum ändern mit Herz
(ruhrblogxpublik)
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6 Kommentare
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Volker Dau aus Bochum | 08.06.2013 | 19:53  
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Christoph Nitsch aus Bochum | 08.06.2013 | 20:03  
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Dr. Volker Steude aus Bochum | 08.06.2013 | 20:18  
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Christoph Nitsch aus Bochum | 08.06.2013 | 20:28  
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Christoph Nitsch aus Bochum | 09.06.2013 | 23:42  
14.911
Volker Dau aus Bochum | 10.06.2013 | 10:11  
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