TV Wattenscheid 01 holt sechs Medaillen bei der DM - Sprinter überzeugen mit drei Goldmedaillen

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Sechs Medaillen holten die Athleten des TV Wattenscheid 01 bei den Deutschen Meisterschaften in Kassel. (Foto: TV 01)
 
Marius Probst verpasste nur denkbar knapp eine Medaille. (Foto: TV 01)
 
Julian Reus verteidigte seinen DM-Titel über 100m und holte auch mit der Staffel die Goldmedaille. (Foto: TV 01)
 
Denise Krebs ging ihren Lauf etwas zu schnell an. (Foto: TV 01)

Dreimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze - so lautet die Bilanz des TV Wattenscheid bei den diesjährigen Deutschen Leichtathletikmeisterschaften. Dabei bewiesen die 01-Athleten einmal mehr ihre Sprinterqualitäten: Julian Reus über die 100m, Robin Erewa über die 200m und die 4 x 100-m-Staffel holten jeweils Gold.

Julian Reus konnte in Kassel seinen Titel über 100 Meter verteidigen. Im Auestadion setzte sich der Inhaber des deutschen Rekordes bei starkem Gegenwind in 10,30 Sekunden durch. „Mit meinem Lauf im Finale bin ich ganz zufrieden“, sagte Reus, „ich habe ein solides Rennen abgeliefert. Natürlich kann man bei dem Gegenwind keine 10,10 Sekunden anbieten. Ich freue mich, dass ich gewonnen habe. Die nächsten Wettkämpfe können kommen. Ausgerichtet ist natürlich alles auf die Europameisterschaft in Amsterdam und Olympia. Der Plan steht.“

Tolle Stimmung


Die Stimmung im Auestadion fand der Wattenscheider hervorragend: „Die Zuschauer sind top, es herrscht eine schöne Atmosphäre. Schade, dass wir keine entsprechenden Top-Zeiten abliefern konnten, aber so ist das bei einer Freiluft-Sportart.“ Alexander Kosenkow griff sich nach seinem sechsten Platz in 10,64 Sekunden an die Leiste. „Vorher habe ich nichts gemerkt. Gleich beim ersten Schritt hat sich die Leiste etwas zugezogen, ich habe es aber bis 70 Meter probiert. Ich war echt so gut drauf. Schade“, sagte Kosenkow.

Gold für Robin Erewa


Und wenn Julian Reus nicht läuft, sorgt eben ein anderer Wattenscheid für den Titel: Robin Erewa gewann das 200-Meter-Finalen. Er setzte sich im Auestadion bei idealem Rückenwind mit 20,59 Sekunden durch – Saisonbestleistung und Europameisterschafts-Norm für Amsterdam! „Damit hatte ich nicht gerechnet – aber schon der Vorlauf war gut“, sagte Erewa, „alles hat vorne auf einen Dreikampf hingedeutet, und am Ende war ich trotz eines kleinen Stolperers 20 Meter vor dem Ziel der Glückliche.“ Bislang hatte der Wattenscheider 20,90 Sekunden stehen, nun hofft er auch noch auf die DLV-Olympia-Norm von 20,50 Sekunden: „Olympia bleibt ein Thema, aber jetzt ist erst mal die EM an der Reihe.“ Lobende Worte fand Robin Erewa für den Austragungsort Kassel: „Die Stimmung war super, aber ich habe sowieso gute Erinnerungen: 2011 bin ich hier schon mal Deutscher Meister geworden!“
Jubeln durfte auch Maurice Huke: Er wurde mit der neuen persönlichen Bestleistung von 21,19 Sekunden Fünfter. Im Vorlauf präsentierte sich noch Kevin Ugo (21,56 sec), während Wattenscheids Altmeister Alexander Kosenkow auf seinen 200-Meter-Start verzichtete. Bei ihm waren während des 100-Meter-Endlaufs am Meisterschafts-Samstag Leistenprobleme aufgetreten.
Bei den Frauen wurde Christina Haack fünf Jahre nach ihrem Titelgewinn im gleichen Stadion noch einmal Achte über 200 Meter. Die Zeit: 23,98 Sekunden. „Die Zeit spielt heute keine Rolle“, sagte die 29-Jährige, „es war einfach schön, noch einmal laufen zu können.“ Es war Haacks letztes Rennen bei nationalen Titelkämpfen, da sie ihre Karriere nach dieser Saison beendet: „Die Dreifach-Belastung mit 100 Metern, 200 Metern und Staffel war nicht einfach. Da wurden die Schmerzen von Rennen zu Rennen größer.“

Sprinter nach Protest doch Deutscher Meister


Es war ein Hin und Her – mit gutem Ende für die Wattenscheider Männer. Der TV Wattenscheid hat seinen Titel über 4x100 Meter mit Maximilian Ruth, Robin Erewa, Maurice Huke und Julian Reus in 39,48 Sekunden verteidigt. Eine nicht gerechtfertigte Disqualifikation hatte dafür gesorgt, dass es ein Nachspiel nach dem Rennen gab. „Ein Kampfrichter hatte den dritten Wechsel deutlich überlaufen gesehen“, sagte Sprinttrainer André Ernst – Wattenscheid legte Protest ein. Und Videoaufnahmen der Bundestrainer brachten schließlich Klarheit: alles okay bei der Stabübergabe von Maurice Huke auf Schlussläufer Julian Reus! „Wir waren weit weg von einer Disqualifikation“, sagte Ernst.

Frauenstaffel sprintet zu Silber


Die Wattenscheider Frauen (Monika Zapalska/Keshia Kwadwo/Pamela Dutkiewicz/Christina Haack) sicherten sich über die 4 x 100m sensationell Silber. Mit 43,98 Sekunden waren die Wattenscheiderinnen eine Hundertstel schneller als das höher gewettete Paderborner Quartett mit Überfliegerin Tatjana Pinto. „Damit hab ich wirklich nicht gerechnet, weil unsere Wechsel im Training nicht so toll waren. Aber Silber ist natürlich der Hammer!“
Auch Pamela Dutkiewicz, über die 100 Meter Hürden noch gestürzt, konnte sich freuen: „Das ist natürlich kein Trost, aber trotzdem schön. Es war wichtig für mich, nach der Erfahrung mit dem Sturz einfach noch mal zu laufen.“ Wichtig war das Rennen auch für Christina Haack, die die Spikes nach der Saison an den Nagel hängt: „Vor fünf Jahren bin ich in Kassel Deutsche Meisterin über 200 Meter geworden, jetzt hole ich bei meiner letzten Meisterschaft im gleichen Stadion noch mal eine Medaille. Aber ich bin auch mit meinem Auftritt über 100 Meter zufrieden, wo mir eine Hundertstelsekunde zum Finale gefehlt hat. Dafür haben wir jetzt mit einer Hundertstel Vorsprung gesiegt!“

Spannendes Diskusfinale


Der Wattenscheider Diskuswerfer Daniel Jasinski hat sich bei Titelkämpfen nach einem spannenden Wettkampf die Bronzemedaille gesichert. Mit 65,18 Metern landete er hinter den Harting-Brüdern Robert (68,04m) und Christoph (66,41m), die jeweils im letzten Durchgang ihre beste Weite einfuhren. Beim Wattenscheider war der dritte Versuch der beste. „Ich wusste, dass die beiden kontern können“, sagte der Wattenscheider, der dennoch sehr zufrieden mit Platz drei war. Und so absolvierte er dann einfach mal die Ehrenrunde zusammen mit Sieger Robert Hartung.

Malte Mohr außer Form


Im 800-Meter-Finale wurde Wattenscheids Christina Zwirner vor über 15.000 Besuchern am zweiten Wettkampftag Achte. Die Zeit: 2:06,76 Minuten.
Stabhochspringer Malte Mohr scheiterte dreimal an der Einstiegshöhe von 5,15 Metern.

Zwei Hundertstel fehlten zur Medaille


Wattenscheids 1.500-Meter-Läufer Marius Probst hat in einem spannenden und dramatischen Rennen Platz vier belegt. Nur zwei Hundertstel fehlten zu Rang zwei! Probst hielt sich lange auf Position fünf und machte dann im Endspurt noch einen Platz gut. Die Zeit: 3:40,69 Minuten – persönliche Bestleistung! Seine Platzierung erfuhr der Wattenscheider erst Minuten nach dem Rennen in der Mixed Zone. Reaktion: „Was ist das denn? Zwei Hundertstel fehlen zum Silberrang!? Das muss ich erst mal verarbeiten.“ Unzufrieden war der Hallen-DM-Zweite von Leipzig dennoch nicht: „Ich bin Bestleistung gelaufen, und nach hinten raus war ich auch ziemlich platt. Ich habe gekämpft. Jetzt muss ich halt bei den Deutschen U23-Meisterschaften bei uns in Wattenscheid richtig durchstarten!“ Bei den Frauen wurde Denise Krebs Fünfte (4:15,39 min).
Im Hochsprung belegte Viktoria Gottlieb mit 1,75 Metern zusammen mit zwei anderen höhengleichen Athletinnen Rang sechs. 1,75 Meter packte die Wattenscheiderin gleich im ersten Durchgang, dann scheiterte sie dreimal relativ knapp an den 1,80 Metern, die sie sich für Kassel vorgenommen hatte. Trainerin Sabine Braun war an ihrem Geburtstag dennoch zufrieden: „Sie hätte für die 1,80 ihre Bestleistung einstellen müssen, und beim ersten Versuch war sie ja auch ganz nah dran. Aber sie hat wunderbare Sprünge über 1,70 und 1,75 gezeigt. Tolle Platzierung!“

Bronze für Nachwuchsstaffel


Die Wattenscheider Jugend-Staffel über 3x1.000 Meter hat sich bei den Deutschen Meisterschaften in Kassel Bronze geholt. „Das war unser Ziel, auf jeden Fall ein geiles Ding“, freute sich Schlussläufer Leander Czech, „die Kollegen haben das gut gemacht, und ich konnte als Schlussläufer auch noch mal Gas geben!“ Für Finn Merten, Moritz Schiller und Czech wurden im Auestadion 7:32,73 Minuten gestoppt. Hochzufrieden war Trainer Markus Kubillus: „Letzte Woche hatten alle noch kleinere Wehwehchen, aber das haben wir rechtzeitig in den Griff bekommen. Wir haben uns dann hingesetzt und Platz drei als Ziel ausgerufen. Die Jungs haben das taktisch sehr gut umgesetzt, sind immer vorne mitgeschwommen. Tolle Leistung!“
Im Weitsprung belegte Lisa Kurschilgen vom TV 01 Platz sieben. In der Wind-Lotterie auf der Gegengeraden gelang Kurschilgen ein Satz auf 6,05 Meter im dritten Versuch. Eingestiegen war sie mit 6,02 Metern. Drei Sprünge waren ungültig, einer wurde mit 5,74 Metern gemessen.

Die weibliche 4x400-Meter-Staffel belegte Platz sieben. Für Maike Schachtschneider, Janine Lins, Denise Krebs und Christina Zwirner wurden im Auestadion 3:44,62 Minuten gestoppt. Besonders für Denise Krebs, die am gleichen Tag schon im 1.500-Meter-Finale stand, war der Staffel-Start alles andere als einfach: „Ich bin es ein bisschen sportlich angegangen, am Ende habe ich fast gestanden. Jetzt weiß ich, wie man sich als 400-Meter-Läuferin so fühlt.“
Über 5.000 Meter wurde Jonas Beverungen Zwölfter. Seine Zeit: 14:32,09 Minuten.

Die Wattenscheider Medaillen in Kassel:

Gold:
Julian Reus (100 Meter)
Robin Erewa (200 Meter)
4x100 Meter (Männer)

Silber:
4x100 Meter (Frauen)

Bronze:
Daniel Jasinski (Diskuswurf)
3x1.000 Meter (männliche Jugend U20)

Infos aus Kassel: Michael Ragsch
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