Der Hafen ist Jobmotor und Drehscheibe

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Uwe Büscher, Vorstand der Dortmunder Hafen AG (l.), und und Markus Bangen, Generalbevollmächtigter, legten jetzt die Zahlen aus dem vergangenen Jahr vor. (Foto: Archiv)
 
Der Warenumschlag per Container wächst weiter. (Foto: Ulrike von Preetzmann)

Für den Hafen läuft es derzeit richtig rund: Fast drei Millionen Tonnen Güter hat der Hafen im letzten Jahr per Schiff umgeschlagen, satte 24 Prozent mehr als 2013.

Es ist das stärkste Ergebnis seit der Weltwirtschaftskrise 2008: „Und der Trend hält an“, freut sich Uwe Büscher, Vorstand der Dortmunder Hafen AG, mit Blick auf das laufende Jahr 2015. „Die gute Wirtschaftslage macht sich deutlich bemerkbar“, ommentiert auch Markus Bangen, Generalbevollmächtigter der Hafen AG.

Güterumschlag +16 %

So verzeichne die Hafen AG auch im ersten Quartal 2015 einen Anstieg des Güterumschlags um 16 Prozent auf 725 000 Tonnen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2014. „Hält der Schwung der ersten drei Monate an, erreichen wir Ende 2015 ein ähnlich gutes Ergebnis“, zeigt sich Büscher zuversichtlich.

1000 LKW-Touren fallen täglich weg

Positiv für Mensch und Umwelt: Der Transport per Schiff und Bahn macht täglich 1000 Lkw-Fahrten überflüssig. Bis auf den Februar lag der Güterumschlag über die
Wasserstraße im zurückliegenden Geschäftsjahr 2014 in jedem Monat höher als im Jahr zuvor. Dabei ist der Umschlag quer durch alle Warengruppen gestiegen.

Spitzenreiter sind einmal mehr Container mit 975 000 Tonnen (+14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Das entspricht einem Gesamtanteil von 32 Prozent aller
umgeschlagenen Güter. Mit umgerechnet 189 655 Ladeeinheiten (+ 8,1 Prozent) hat das Container-Terminal endgültig seine Kapazitätsgrenze erreicht. „Das macht einmal mehr deutlich, welchen Stellenwert die neue, bimodal ausgerichtete Anlage am Alten Hafenbahnhof für die weitere Entwicklung des Hafens als Logistik- und Wirtschaftsstandort für unsere Region hat“, betont Uwe Büscher.

Neue Anlage geht in Betrieb

Mit der erwarteten Inbetriebnahme der Anlage für den Kombinierten Verkehr zur Jahreswende 2015/2016 steht in der ersten Baustufe ein Umschlagvolumen von weiteren 100 000 Ladeeinheiten zur Verfügung. „Durch das Angebot, auch Wechselbrücken und Sattelauflieger umzuschlagen, kann der Hafen sein Leistungsspektrum marktgerecht erweitern und Neukunden an sich binden“, zeigt Markus Bangen weitere Vorteile der in enger Kooperation mit der Duisburger Hafen AG (duisport-Gruppe) geplanten Anlage auf.

Den zweiten Rang der umschlagsstärksten Güter im Hafen belegen Baustoffe mit 654 000 Tonnen, das entspricht einem Zuwachs um 39,9 Prozent. Auf Rang drei folgen Mineralöle mit 617 000 Tonnen. (+ 13,4 Prozent). Der Schrottumschlag ist um
53,9 Prozent auf 330 000 Tonnen gestiegen. Eisen und Stahl wurden mit 234.000 Tonnen umgeschlagen (+13,8 Prozent), gefolgt von Importkohle mit 124 000 Tonnen (+13,3 Prozent).

Solides Jahresergebnis

So weist die Hafen AG als Mitglied der Unternehmensgruppe der Dortmunder Stadtwerke DSW21 mit einem Überschuss von rund 1,1 Millionen Euro ein zufriedenstellendes und überaus solides Jahresergebnis auf. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich mit dem von schwerem Wetter geprägten Vorjahr 2013 (423 000 Euro Jahresüberschuss).

„Schleusensperrungen und Streiks haben uns damals das Leben schwer gemacht“, so Büscher: Der Hafen war über die Wasserstraße an 109 Tagen nur eingeschränkt erreichbar war, an 33 Tagen gar nicht. 2014 gab es diese Probleme nicht.
Die Aufwendungen aus Pensionsverpflichtungen gegenüber der DE Infrastruktur GmbH sind auf inzwischen mehr als 2 Millionen Euro gestiegen und hat sich im Unternehmensergebnis der Dortmunder Hafen AG niederschlagen.

„Pensionsverpflichtungen wie diese sind zwar eine Selbstverständlichkeit, aber auch eine weitreichende Aufgabe, die viele Unternehmen – bis hin zur Insolvenz – vor Herausforderungen stellt“, sagt Hafen-Chef Büscher. Während die Hafen AG ihren
Verpflichtungen auch weiterhin gerecht werden könne, drohten kleine und mittlere Betriebe ohne rechtzeitiges Gegensteuern von steigenden Pensionslasten erdrückt zu werden.

4,4 Mio. Euro gehen an die Stadt

Die Attraktivität der im Hafengebiet liegenden Flächen bleibt mit einer Auslastung von 95 Prozent für Industrie und Gewerbebetriebe ungebrochen hoch. Mit den Erlösen aus der Grundstücksbewirtschaftung erweist sich die Hafen AG auch in schwierigen Haushaltszeiten als zuverlässiger Treuhänder und Partner der Stadt. „Wir können 4,4 Millionen Euro an die Stadt abführen“, sagt Büscher. „Es freut uns, dass wir einen wichtigen Anteil an der Finanzierung von öffentlichen Angeboten und Aufgaben für die Bürger leisten können.“

5000 Mitarbeiter in 160 Firmen

Allerdings stoße der Hafen als größtes zusammenhängendes Industriegebiet Dortmunds mit 160 Betrieben und mehr als 5000 Beschäftigten an seine räumlichen Grenzen. „Aufgrund der hohen Nachfrage versuchen wir, wo es möglich und sinnvoll ist, Flächen anzudocken“, sagt Büscher. Dabei müsse aber jede weitere Arrondierung wirtschaftlich sein.

Neues Konzept für Verkehr

Wie sollen die Verkehrsströme im Hafengebiet fließen? Wie können Emissionen vermieden und Lärm minimiert werden? Diese und weitere Fragen hat die Hafen AG in mehreren Dialogveranstaltungen mit Bürgern und Gutachtern beleuchtet. Die Ergebnisse sind in ein neues Konzept für eine verbesserte Verkehrsinfrastruktur eingeflossen, das den politischen Gremien der Stadt nun zur Entscheidung vorliegt.
Die von Gutachtern empfohlenen Vorschläge sehen neben dem Einsatz von Lärm minderndem Asphalt unter anderem eine geänderte Routenführung für den
Schwerverkehr und den Vollanschluss der Westfaliastraße an die Mallinckrodtstraße vor. „Wir haben die Dialogveranstaltungen mit den Bürgern sehr ernst genommen“, sagt Uwe Büscher. Er hoffe nun aber auch auf eine schnelle Entscheidung der politischen Gremien.

Kleinteilige Entwicklung

Die von der Stadt gewünschte kleinteilige Entwicklung der Speicherstraße betrachtet Büscher als „richtigen Weg“. Die Ansiedlung eines jungen Software-Unternehmens im Gebäude Speicherstraße 33 könne ein erster Ankerpunkt sein für
die weitere Aufwertung zu einem Dienstleistungs- und Kreativ-Quartier. „Wir sind für jede Entwicklung offen, die auf einer soliden und tragfähigen Grundlage baut
und die den industriellen Besatz des Hafens nicht gefährdet“, betont Büscher.

Dabei werde man sich allerdings auf einen langen Atem einstellen müssen. Einen eher ungewöhnlichen Gewerbemieter kann Büscher im historischen Alten Hafenamt begrüßen: Die Ende 2013 gegründete Werbeagentur „Der Kraken“ wird im September ihren Standort an der Treibstraße aufgeben und eine 144 Quadratmeter große Fläche im Alten Hafenamt beziehen. „Zum ersten Mal in der 115-jährigen Geschichte des Alten Hafenamtes öffnen wir unser Wohnzimmer für ein Privatunternehmen“, sagt Büscher. „Das ist eine echte Zäsur und ein weiterer Schritt auf dem Weg zur künftigen Entwicklung des Hafengebietes.“
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