Nationalfeiertag 26. Juli: Die Kubaner feiern sich, die Revolution und die Wirtschaftsverträge mit China

Anzeige
Die kubanische Nationalfahne neben der M26-Fahne am kubanischen Nationalfeiertag in Cienfuegos. (Foto: Dirk van der Made)
 
Fahne der revolutionären, kubanischen Bewegung des 26. Juli. (Foto: gemeinfrei)
Bonn: Kubanische Botschaft |

Heute am 26. Juli, dem kubanischen Nationalfeiertag, feiern die Kubanerinnen und Kubaner nicht nur in der Außenstelle der Botschaft der Republik Kuba in Bonn, Kennedyallee 22-24 von 15-20 Uhr, den Sturm junger Revolutionäre auf die Moncada-Kaserne des US-hörigen Diktators Batista in Santiago de Cuba im Jahre 1953. Damals versuchte ein junger Rechtsanwalt zusammen mit einer kleinen, bewaffneten Gruppe von Revolutionären durch den Überfall auf die Moncada den bewaffneten Kampf gegen die verhasste Diktatur auszulösen. Der 26. Juli gilt als der offizielle Beginn der kubanischen Revolution.

Der Überfall allerdings misslang. Zahlreiche Revolutionäre starben bei den Kampfhandlungen, wurden verhaftet und gefoltert. Auch der junge Rechtsanwalt wurde inhaftiert. Da ein Offizier der Batista-Armee aber mit den Revolutionären sympathisierte, soll dieser veranlasst haben, dass der junge Rechtsanwalt nicht in der Hauptstadt, sondern außerhalb gefangengehalten wurde. Dies hat dem revolutionären Advokaten, der bereits auf der Farm seiner wohlhabenden Eltern die Arbeiter seines Vaters zu Streiks aufgestachelt hatte, vermutlich das Leben gerettet. Dieser Rechtsanwalt zog keine sechs Jahre später am 01. Januar 1959, nach einem von der Sierra Maestra aus erfolgreich geführten Guerillakrieg gegen die von den USA gestützte Dikatur, mit seiner Guerilla-Armee der Barbudos, den Bärtigen, siegreich in Havanna ein und sollte als Fidel Castro in die Geschichte eingehen.

Mehr Party als Parteiveranstaltung

Die Kubanerinnen und Kubaner feiern den Nationalfeiertag heute eher als Party denn als trockene Parteiveranstaltung. Auch spricht Fidel nicht mehr stundenlang um das Volk politisch zu festigen und die neue Marschrichtung zu erklären. Das ganze Land ist mit der kubanischen Nationalfahne sowie der historischen rot-schwarzen Fahne des Movimiento 26 de Julio, der Bewegung des 26. Julis geschmückt.

Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen mit China

Im Vorfeld der diesjährigen Feierlichkeiten konnte die kleine Karibikinsel eine Reihe von wichtigen und zukunftsweisenden Wirtschaftsverträgen mit China und Russland, dass Kuba 26 Milliarden Euro Auslandsschulden erlassen hat, unterzeichnen. China vereinbarte mit Kuba, welches 1960 die junge Volksrepublik als erster Staat offiziell anerkannt hatte, rund 29 bilateralen Verträge zur Kooperation in Wirtschaft, Handel, Finanzwesen, Landwirtschaft, Biotechnologie, Kultur und Ausbildung bei. "Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping, der von den Vertretern zahlreicher Unternehmen seines Landes begleitet wurde, kündigte eine "neue Etappe der Zusammenarbeit zwischen China und Kuba" an", meldete die linke Tageszeitung junge Welt aus Berlin. Nach Venezuela ist China der zweitgrößte Wirtschaftspartner Kubas.

Auch international ist die sozialistische Republik Kuba stark engagiert. Im Mai hatte Kuba den Vorsitz bei der 67. Weltversammlung der Gesundheit, der höchsten Instanz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inne, was einer offiziellen Anerkennung der medizinischen Leistungen Kubas gleichkommt, da Kuba in rund 70 Staaten der Welt medizinisches Personal entsandt hat. Ein weiteres Beispiel sind die Friedensverhandlungen zwischen der Regierung Kolumbiens und den Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), die bedeutsame Einigungen am Verhandlungstisch in Havanna haben erzielen können.

Brasilien investiert in Mariel über 700 Millionen in den größten Tiefseehafen der Karibik. Die Chinesen investieren in Ölraffinerien, da vor Kubas Küste bis zu 20 Milliarden Tonnen hochwertiges Öl lagern sollen.

Für einen prosperierenden, nachhaltigen Sozialismus

"Companeras und Companeros, am 26. Juli begehen wir zusammen mit dem Volk von Artemisa den 61. Jahrestag des Angriffs auf die Kasernen Moncada und Carlos Manuel de Cespedes. Lasst uns daran arbeiten, die Errungenschaften der Revolution zu bewahren, für die so viele Generationen von Kubanern gekämpft haben, und einen prosperierenden und nachhaltigen Sozialismus aufzubauen." so Raúl Castro, der zusammen mit seinem Bruder Fidel sowohl am gescheiterten Überfall auf die Moncada als auch an der siegreichen Revolution teilnahm.

Carlos Puebla: Para nosotros siempre es 26
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
405
Jürgen Märte aus Dortmund-Nord | 26.07.2014 | 23:07  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.