Windräder im Westen: Politiker lehnen "Spargeldinger" ab

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Neue Windräder im Stadtbezirk Mengede? Nicht mit der örtlichen Bezirksvertretung. Das Gremium lehnt die geplanten Konzentrationszonen mit Nachdruck ab. „Wir wollen nicht überall diese Spargeldinger rumstehen haben“, kommentierte SPD-Sprecherin Gudrun Feldmann.

Schon im Vorfeld hatten SPD-Fraktion und SPD Stadtbezirk ihr Nein gegen neue Windenergieanlagen im Großraum Mengede deutlich gemacht. Dieser Meinung schlossen sich in der Sitzung alle Fraktionen an. Tenor: Wir hier vor Ort sind schon genug belastet.

„Es ist nicht in Ordnung, dass die Konzentrationszonen nur im Nordwesten ausgewiesen werden. Man sollte gucken, ob man lieber im Osten oder Süden bauen kann. Das wäre gerecht“, ereiferte sich CDU-Fraktionschef Joachim Farnung. Offensichtlich die Mehrheitsmeinung, wie ein Zwischenruf von Gudrun Feldmann zeigte: „Sollen sie die Dinger doch in den Süden an den Phoenixsee stellen.“

Sonja Gugel vom Stadtplanungs- und Bauordnungsamt der Stadt hatte da keinen leichten Stand. Sie erklärte dem Gremium ausführlich, nach welchen Kriterien Vorrangflächen für Windenergieanlagen in Dortmund festgelegt werden sollen. Drei der insgesamt sieben neuen Zonen sind im Nordwesten geplant: Halde Groppenbruch, Güterverteilzentrums Ellinghausen und Bodelschwingher/Westerfilder Wald.

"Naturschutzgebiet? Ganz klar eine Tabu-Zone"


Feldmann verwies in ihrer Ablehung der Pläne unter anderem auf das Veto des Landschaftsbeirates, der für alle drei Bezirke natur- und artenschutzrechtliche Gegengründe ins Feld geführt hat. Zudem solle speziell der Groppenbruch zum Naturschutzgebiet werden - womit er „ganz klar eine Tabu-Zone wäre“, wie Gugel bestätigte.

Isabella Knappmann, Sprecherin der Grünen, beurteilte die wissenschaftlichen Grundlagen für die Planvorlage der Verwaltung als unzureichend. So seien neue Tierpopulationen in den Gebieten nicht berücksichtigt worden. „Das sollte man erst alles aktualisieren und dann neu planen“, schlug sie vor.

Für die CDU kritisierte Joachim Farnung die Größe der Gesamtfläche, die als Konzentrationszonen ausgewiesen werden soll - insgesamt rund ein Prozent des Stadtgebiets „und damit viel mehr als in den Nachbarstädten“. Außerdem konterkariere die Planung das Projekt Nordwärts, das die Potentiale des Nordwestens stärker zur Geltung bringen soll: „Wenn das Nordwärts ist, dann brauchen wir das nicht.“

„Ganze Vorlage schleunigst vergessen“


Während Farnung dafür plädierte „die ganze Vorlage schleunigst zu vergessen“, schlug Feldmann wie schon der SPD-Stadtbezirksvorsitzende Armin Jahl vor, sich zunächst auf die Flächen im Stadtgebiet als Konzentrationszonen zu beschränken, „die laut Gutachten geeignet sind“.

Zonen, die komplett als geeignet eingestuft werden, gibt es laut Gutachten aber gar nicht. Für alle sieben neuen Zonen gilt, was auf die drei Gebiete im Nordwesten zutrifft: Sie bilden jeweils eine Mischfläche aus geeigneter und bedingt geeigneter Fläche.
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