Auch Duisburg tanzt gegen Gewalt an Frauen: One Billion Rising“ am 14. Februar in der City

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Stimmgewaltig fordert Sängerin Anja Lerch auch in diesem Jahr am Valentinstag zum Mittanzen auf. (Foto: Archivfoto: A.F. Becker)
 
Von Jahr zu Jahr beteiligen sich mehr Frauen - und Männer - an der Aktion. (Foto: Archivfoto: Hannes Kirchner)
Duisburg: König-Heinrich Platz |

Am Mittwoch, 14. Februar, ist es wieder soweit: Unter dem Motto „Wir tanzen weiter – für Gleichheit und Gerechtigkeit!“ findet zum sechsten Mal die weltweite Aktion „One Billion Rising“ statt. Auch Duisburg beteiligt sich an diesem Protest der besonderen Art.

Damit wird auf die Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam gemacht, die jede dritte Frau auf der Welt erlebt. Ebenso viele Frauen und Männer (one billion/ eine Milliarde) sind aufgerufen, weltweit dagegen zu protestieren. In Duisburg findet die Aktion ab 15 Uhr am König-Heinrich-Platz zwischen dem Gerichtsgebäude und dem CityPalais im Bereich der „schwebenden Gärten“ statt. Sängerin Anja Lerch wird, wie schon in den Vorjahren, stimmgewaltig zum Protest beitragen.

Aktion soll weltweit eine Milliarde Menschen zum Tanzen bewegen

Gewalt gegen Frauen ist die häufigste Menschenrechtsverletzung. Dem Duisburger Aufruf "Beteiligt Euch an 'One Billion Rising' und sagt Nein zur Gewalt gegen Frauen und Mädchen!" folgten im ersten Jahr rund 300 Frauen und Männer. Seitdem gibt es zunehmende Resonanz, auch aus den umliegenden Nachbarstädten.

Organisiert wird die Aktion von Solwodi NRW e.V., Wildwasser e.V., Mädchenzentrum Mabilda e.V., dem Deutschen Roten Kreuz Duisburg, dem Frauenhaus Duisburg gGmbH sowie dem Autonomen Frauenhaus und der Frauenberatungsstelle von Frauen helfen Frauen e.V. mit Unterstützung des Frauenbüros der Stadt Duisburg.

Frauen, die Gewalt überlebt haben, und alle Menschen, die sich mit ihnen solidarisieren, sind aufgerufen, sich im sicheren Rahmen der Gemeinschaft zu versammeln und das Schweigen zu brechen. Es gibt ein weltweites Lied und dazu eine Choreografie, der die Tanzenden leicht folgen können. Die Erfahrung zeigt, dass es den Beteiligten gut tut, auf diese laute, bewegte und kraftvolle Art ihre Wut und ihren Protest auszudrücken. Der Protest zeigt auch: Gemeinsam ist es möglich, sich wirksam für das Selbstbestimmungsrecht und die Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen in allen Bereichen des Lebens einzusetzen.
In Deutschland tanzen deswegen Menschen an rund 200 Orten. Auf der ganzen Welt beteiligen sich etwa 200 Länder.

Hintergrund
=> Die Gewalt von Männern gegen Frauen hat viele Gesichter. Häufig findet sie dort statt, wo Menschen sich sonst sicher und geschützt fühlen – im eigenen Zuhause. Bei der Polizei Duisburg gingen im Jahr 2016 über 1.500 Anzeigen wegen „häuslicher Gewalt“ ein. Das sind rund 100 Anzeigen mehr als im Vorjahr. Dahinter verbergen sich Straftaten, die von einfacher über gefährliche Körperverletzung bis hin zu Tötungsdelikten und Mord, sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen reichen.
=> Die Anzahl weiblicher Opfer bei den angezeigten Sexualdelikten lag bei 221. Etwa ein Drittel davon waren Kinder und Jugendliche. Die Dunkelziffer bei allen Taten ist um ein Vielfaches höher, die Zahl der von Stalking und Cybermobbing betroffenen Frauen noch nicht berücksichtigt. Viele der Gewaltopfer finden Unterstützung bei den Frauen- und Mädcheneinrichtungen in Duisburg. Aber auch die kommen schnell an die Grenzen ihrer Kapazitäten angesichts der hohen Zahl der Frauen und Mädchen, die ihre Unterstützung so dringend brauchen.
=> Die Demonstrierenden fordern von der Politik eine konsequente Vermittlung der im Grundgesetz verankerten Werte in allen Lern- und Lebensbereichen. Sie fordern eine angemessene und kostenfreie Unterstützung aller Frauen und Mädchen, die Gewalt erlebt haben, und eine kostendeckende Finanzierung der unterstützenden Frauen- und Mädchenhäuser, Beratungsstellen und so weiter.
=> Weitere Infos hier 
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