Einmal Artist, Fakir oder Clown sein: Schüler der GGS Vennbruchstraße machen Zirkus

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Fotos: Frank Preuß
  Die Städtische Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Vennbruchstraße in Vierlinden führte zum zweiten Mal eine Zirkusprojektwoche durch.

Ein großes, rotblaues Zirkuszelt stand kürzlich auf dem Schulhof der GGS Vennbruchstraße. Fast 300 Schulkinder bereiteten sich mit Feuereifer für ihre eigene, zweistündige Zirkusshow vor. Alle vier Vorstellungen mit insgesamt 1.500 Zuschauern waren ausverkauft.

Soeben läuft die Generalprobe. In über zwei Metern Höhe hängen zwei Schülerinnen kopfüber jeweils von einem Trapez. Die Aufgabe lautet: Ein Vogelnest mit dem eigenen Körper zu formen - eine Mega-Herausforderung. Es wird noch ein Schüppchen schwieriger. Die jungen Artisten sollen in dieser Position auch noch den Kopf nach hinten „biegen“ und das Publikum anlächeln. Und das klappt richtig gut! Es sieht schon beeindruckend aus, was die Jungen und Mädchen in der kurzen Zeit bei den Mitgliedern der Zirkusfamilie Sperlich gelernt haben. Heute geht es um den letzten „Feinschliff“. Es ist schon ein Kraftakt an sich, sich am Trapez von der kopfüber hängenden Lage wieder hochzuziehen. Jetzt wird an der Eleganz des Ganzen gearbeitet. Und auch das Winken beim Rauslaufen aus der Manege nach dem Auftritt wird geübt.

„We will rock you“ dröhnt es anschließend aus den Lautsprechern, als die Kinder der „Fakir-Gruppe“ dran sind. Wie alte Profis stellen sch diese nacheinander auf „Teppiche“ aus Glassscherben und drehen sich darauf gar um die eigene Achse! Die Spannung steigt bei der anschließenden Nagelbrett-Nummer. Mit Bravour legt sich ein Kind nach dem anderen - die Jungs mit nacktem Oberkörper (!) - auf den pieksenden Untergrund. Zur Krönung stellt sich dann auch noch jeweils ein Kind auf den unter ihm Liegenden. Eines vollführt gar einen Handstand auf dem Nagelbrett-Lieger! Nisa (7) aus der 2b, die bei der „Fakir-Gruppe“ mitmacht, verrät: „Die Familie Sperlich hat uns gezeigt, wie man sich auf die Scherben stellen muss.“ Auch Nachwuchs-Fakir Sajad (11) aus der 4b fand das gar nicht so schwierig, sich aufs Nagelbrett zu legen. „Ich muss gerade darauf liegen,“ verrät er nicht ohne Stolz.

Mit 14 Mann schreiend bäuchlings auf den Boden werfen


Die lustigen Party-Clowns sind, wie der Name schon sagt, nicht nur super lustig, sondern mussten eingangs auch noch richtig viel Text auswendig lernen. Aber sich mit 14 Mann zeitgleich schreiend bäuchlings auf den Boden werfen, ist auch eine kollektive Herausforderung. Unglaublich, was auch kleinen Jongleure, Akrobaten, Zauberer, Seiltänzer, Feuerschlucker, Pony- und Ziegen-Artisten und Trampolinspringer in dieser kurzen Zeit auf die Beine gestellt haben!
Zum Auftakt der Projektwoche gab das gesamte Schul-Personal und zehn Eltern, nach einer Fortbildung mit der Zirkusfamilie, eine Auftaktvorstellung für die Kinder. „Ich war der Clown Beppo, ein Zauberer und Zirkusdirektor “, erzählt Schulleiter Peter Steuwer und schiebt lachend nach: „Als Schuleiter leite ich ja auch einen Flohzirkus.“ Alle arbeiten im Team. „Die Zeit reicht nicht für Diskussionen aus, das muss funktionieren“, so Steuwer. Denn das Projekt ist auch logistisch kniffelig. Derzeit sind 70 Akteure im Zelt und vier Gruppen warten in der Schule, dass sie geholt werden.

Das Zirkusprojekt, das gleichsam ein Stadtteilfest für Vierlinden sei, wie der Schulleiter bemerkt, findet an der GGS Vierlinden alle vier Jahre statt. „Ich habe schon für 2021 gebucht“, verrät Steuwer. „Hut ab, die machen Übungen, das ist der Knaller“, lobt Susanne Fröhlich-Wind, Integrationshelferin der 4c. Die Projektwoche mache den Kiddies viel Spaß, stärke aber auch den Zusammenhalt sowie das Selbstvertrauen, so Frühlich-Wind. Zirkusdirektorin Florina Sperlich erklärt: „Die Projektwoche ist wie ein Crash-Kurs für die Kinder. Sie bekommen Impulse und wachsen über sich hinaus.“

Info:

Der Circus Gerhard Sperlich wurde 2001 vom Deutschen Kinderschutzbund e.V. als Projektcircus anerkannt und 2008 als erster deutscher Circus durch den Regierungspräsidenten Helmut Diegel für seine circuspädagogische Arbeit zertifiziert. Das Projekt fördert die Entwicklung der Persönlichkeit, das Kennenlernen des eigenen Körpers, den Teamgeist sowie das Spielen und Sprechen vor Publikum. Der Zirkus stellt Kostüme, Requisiten, Licht- und Musikbegleitungen.

Fotos: Frank Preuß
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