Achtung toter Winkel: Neue Aktion sensibilisiert für die Gefahr

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Gefahren auf dem Schulweg – der tote Winkel bei der Müllabfuhr - die Duisburger Wotschaftsbetriebe erklären den Schülern des Steinbart-Gymnasiums in Duisburg die Probleme mit den LKW. Die Schüler stehen hier im toten Winkel des LKW-Fahrers. Fotos: FRank Preuß
 
Gefahren auf dem Schulweg – der tote Winkel bei der Müllabfuhr - die Duisburger Wotschaftsbetriebe erklären den Schülern des Steinbart-Gymnasiums in Duisburg die Probleme mit den LKW. Herr Alexander Auerswald von der Dekra macht theoretischen Unterricht mit den Schülern.
Ein LKW ist nicht aus Glas und daher sieht der Fahrer mich nicht immer: Beim Auftakt zu einer gemeinsamen Aktion der Wirtschaftsbetriebe Duisburg, der Polizei Duisburg und der DEKRA zum Thema „toter Winkel“ bekamen die Schülerinnen und Schüler der 7a des Steinbart-Gymnasiums jede Menge praxisnaher Infos an die Hand.

„Lass mich vorbei! Ich sehe dich nicht“: Achtung toter Winkel“: Ein markanter Schriftzug mit diesem Wortlaut ziert fortan Heck und Seiten von Nutzfahrzeugen der Wirtschaftsbetriebe Duisburg. Denn diese sind neuer Partner des Verkehrssicherheitsnetzes „Duisburg. Aber sicher!“ und haben ihre Fahrzeug-Flotte dementsprechend umgerüstet. Eines davon, ein Entsorgungsfahrzeug, stand dieser Tage auf dem Schulhof des Steinbart-Gymnasiums. Denn bei der Aktion - unterstützt durch die Polizei Duisburg und DEKRA - erlebten die Siebtklässler unter anderem anschaulich, was LKW-Fahrer beim Abbiegen tatsächlich sehen können und was nicht. Außerdem gab es wichtige Tipps für das richtige Verhalten im Straßenverkehr.

Wie der tote Winkel zustande kommt


Warum es so gefährlich ist, wenn man sich als Radfahrer an einen LKW stellt und wie der tote Winkel überhaupt zustande kommt, erläuterte Alexander Auerswald, Unfallanalytiker der DEKRA den Jungen und Mädchen. Diese erfuhren, dass ein LKW zwar mit sechs Seitenspiegeln ausgestattet ist, aber es dennoch einen Bereich gibt, den der Fahrer von seiner erhöhten Kabine nicht sehen kann („Die Spiegeltechnik deckt nicht 100 Prozent ab“): Diesen Bereich - rechterhand neben der Beifahrerseite - nennt man den toter Winkel. „Wenn ein Radfahrer rechts neben dem LKW steht, dann befindet sich sein Kopf unterhalb der Sichtachse des Fahrers,“ so der Experte. Damit die Schülerinnen und Schüler dies nachempfinden konnten, durften nacheinander jeweils zwei von ihnen in die Fahrerkabine klettern, während sich die Übrigen auf eine grüne Plane in Form eines Dreiecks - die den toten Winkel markierte - stellten. Der Schüler Leon Ibishi erstaunt: „Als ich im LKW durchs Fenster geschaut habe, konnte ich meine Mitschüler überhaupt nicht sehen.“ Auch sein Klassenkamerad Mehdi Ghezielle hätte nicht erwartet, dass man „von da oben“ so wenig sieht. „Ich werde in Zukunft noch mehr aufpassen, wenn ich mit dem Fahrrad fahre und versuchen, nicht neben einem LKW oder Bus zu stehen“, sagte der Zwölfjährige. Wertvoller Tipp des Experten an die Siebtklässler: „Wenn ich dem Fahrer in die Augen sehen kann, dann sieht der mich!“ Elias Kuhnen erzählt: „Meine Eltern und ich waren mal mit den Rädern unterwegs und standen neben einem LKW. Sie sagten, sie hofften, dass er nicht rechts abbiegt und zum Glück fuhr er gerade aus.“

Was sich die Schüler auf jedem Fall einprägen müssten, so der Experte: „Nicht neben den LKW stellen, sondern dahinter bleiben.“ Ausserdem: Aufmerksam sein und nicht auf Vorrang bestehen, keine Wettrennen mit dem LKW, sondern diesen zuerst fahren lassen. „Der LKW-Fahrer kann euch im rechten Blickwinkel nicht sehen.“ Der LKW ist stärker. Falls es zu einem Unfall kommt, hat der Fahrer, der das schwerere Verkehrsmittel führt, die höhere Schuld. Ulrich Wloch, Leiter der Direktion Verkehr (Polizei Duisburg): „Fahrradunfälle, die sich auf den toten Winkel zurückführen ließen, hatten wir erst in der vergangenen Woche zwei in Walsum und Hochfeld.“ Der letzte tödliche Radunfall, bedingt durch den toten Winkel, ereignete sich 2014.

Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg haben alle ihrer 37 Fahrzeuge über siebeneinhalb Tonnen mit Aufklebern versehen, zwei Müllfahrzeuge komplett foliert und einen Spiegeleinstellplatz installiert, um auch die Fahrer für das Thema zu sensibilisieren. Ingo Wiele, Geschäftsbereichsleiter Abfallwirtschaft ist sicher: „Das wird vom Fahrradfahrer wahrgenommen und außerdem werden die Menschen für das Thema sensibilisiert.“ Volker Blumensaat, stellvertretender Direktor des Steinbart Gymnasiums, begrüßt die Aktion: „Einige unserer Schüler kommen mit dem Fahrrad zur Schule und im Umkreis gibt es viele enge Straßen, wo auch Müllfahrzeuge unterwegs sind.“
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Karl-Heinz Hohmann aus Unna | 11.10.2016 | 23:57  
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