Lernen mit Frau Holle: Willkommensbereich der Stadtteilbibliothek für Flüchtlinge

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Bibliotheksleiterin Marie Heitkamp lädt zum Lesen ein. Foto: Debus-Gohl

„Wie herum muss ich das eigentlich halten?“ Marie Heitkamp, Leiterin der Stadtteilbibliothek in Borbeck braucht selbst einen Moment, um das arabisch sprachige Buch korrekt zu positionieren. Das liest man schließlich von hinten nach vorne.

Nach einigem Herumprobieren ist es aber fertig aufgebaut, das neue Willkommensregal. „Hier geht es vor allem darum, mit einfacher Lektüre erste Lese- und Lernprozesse anzuschieben“, weiß die Fachfrau. Seit vergangener Woche sind die Zentralbibliothek sowie acht Stadtteilbibliotheken - neben Borbeck sind das Altendorf, Freisenbruch, Frohnhausen, Kettwig, Schonnebeck, Überruhr und Werden - mit den speziell auf Asylsuchende ausgerichteten Ecken bestückt. Mehr als 1.000 neue Medien stehen zur Verfügung, möglich gemacht haben dies unterstützende Fördermittel des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales.

Integration in Lebensalltag

„Wir haben eine Seite für Kinder, erkennbar an den roten Schildern, und die andere Seite für die Erwachsenen“, erklärt Heitkamp. Neben Wörtbüchern, zweisprachigen Werken auf deutsch und arabisch und solchen zum Selbststudium, teils auch mit passener Lern-CD, gibt es auch allerhand Bilderbücher sowie einfache Geschichten, wie beispielsweise das Grimm-Märchen von Frau Holle. „Natürlich können wir auch noch individuell etwas in unserem großen Angebot finden, aber mit dieser Auswahl ist erst einmal ein Anfang geschaffen, um die Flüchtlinge zu unterstützen und ihnen Lust aufs Lesen, auf die deutsche Sprache, auf die deutsche Kultur zu machen.“
Genau das ist der Hintergrund der Aktion: Das Erlernen der deutschen Sprache ist wichtiges Element der Integration in den sozialen und beruflichen Lebensalltag. Spielerisch und ohne große Barrieren sollen die Willkommensecken den Einstieg in das neue Leben erleichtern.
„Bisher gab es noch keine große Nachfrage“, gesteht die Bibliotheksleiterin. Lediglich Einzelfälle von Schülern und Lehrern hätten konkret nach Lektüre für Flüchtlinge gefragt. Für die Zukunft wünscht sie sich aber Betreuer, Ehrenamtler und natürlich auch die Flüchtlinge selbst in den Räumlichkeiten an der Gerichtsstraße 20 (1. Obergeschoss) begrüßen zu können.

Stöbern ist schön!

Geöffnet ist immer montags und donnerstags von 14.30 bis 18.30 Uhr sowie dienstags, mittwochs und freitags von 10 bis 16.30 Uhr. „Durch die Vorlage eines Ausweises oder anderen Nachweises können ehrenamtlichen Paten sowie Mitarbeiter der Unterkünfte und Einrichtungen auch kostenlose Institutionenausweise erhalten“, erklärt Heitkamp.
Weitere Infos zu Preisen und Vergünstigungen erhalten Interessenten vor Ort. Und natürlich gern auch eine ganz persönliche Beratung. Denn alle Bedürfnisse und Vorlieben abdecken kann ein solches Willkommensregal natürlich nicht. Aber stöbern ist ja auch schön.

Text: Sara Holz
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