45. Katernberg-Konferenz: Bezirk VI wird schön und einladend

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Fotos: Renate Debus-Gohl
    Essen: TripleZ | Um die Schönheit des Bezirks sechs ging es bei der 45. Auflage der Katernberg-Konferenz am vergangenen Sonntag im Gründungs- und Unternehmenszentrum ZukunftsZentrumZollverein –„Triple Z“. Themen waren: die Gewässer-Umbaumaßnahme am Katernberger Bach und die „Grüne Hauptstadt Essen“ im Bezirk VI.

Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der Werbegemeinschaften des Bezirks VI Zollverein - Werbeblock Schonnebeck Werbegemeinschaft Stoppenberg und dem Katernberger Werbering - gefolgt. Die Akteure der beiden Tages-Ordnungspunkte gaben einen Überblick über ihre Themenfelder, bevor sie den Bürgerinnen und Bürgern Rede und Antwort standen. Stefan Ortmann von der Emscher Genossenschaft, die federführend beim Umbau des Katernberger Bach ist, dankte den Bewohnern des Stadtteils für die engagierte Teilnahme an der Beteiligungsaktion zum Prozess „Renaturierung Katernberger Bach“ und betonte, dass dieses Projekt nur mit den Nachbarn des Bachs gelingen könne („Sie wissen am besten, wo Radwege oder Bänke hinsollen oder ein neuer Spielplatz am Wasser entstehen soll“). Hintergrund: Im vergangenen Jahr waren Bürgerinnen und Bürger auf einen Spaziergang am Katernberger Bach und zur Teilnahme an Workshops eingeladen gewesen. Sebastian Ortmann: „Von Jung bis Alt – wir haben viele Ideen bekommen. Wir stellen heute vor, was wir mit Ihren Ideen gemacht haben.“
Ziel der Beteiligungsaktion war es, gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Jugendlichen, Schulen und Kindergärten aus dem Stadtteil zu ermitteln, was der Grünzug braucht. Die Ideen wurden in ein Rahmenkonzept gebracht, der bei der Konferenz vorgestellt wurde. Interessierte können sich die Pläne, die ins Stadtteilbüro Kontakt einziehen werden, anschauen und in den nächsten Wochen ihr Feedback dazu geben.

Henning Stahlschmidt, bei der Emscher Genossenschaft Projektleiter der Gewässer-Maßnahme, erläuterte die baulichen Vorarbeiten, die nötig sind, damit sich natürliches Gewässer entwickeln kann. Anschließend stellte Landschaftsarchitektin Martina Hoff den Rahmenplan für das Projekt vor. Der neu geschaffene Bach mit einem Grünzug soll ein möglichst gut nutzbarer Raum für die Bewohner im Stadtteil werden. „Das Areal wird offener und freundlicher sein und dazu anregen, durchzugehen“, so Hoff. Es wird einzelne, gestaltete Bereiche, Punkte, die durch Gewässerterassen verbunden sind geben, die den Aufenthalt und das Erlebnis am Bach ermöglichen. Die Umsetzung erfolgt „mit vielen Akteuren, die Hand in Hand arbeiten“, so Hoff. Ihr virtueller Spaziergang führte von der S-Bahnstation, über die neue Quelle des Katernberger Bachs, der weiter nach Norden fließt über die Zollvereinstraße hinweg, an der Zollvereinschule vorbei bis zur Freien Schule, wo die Radtrasse einen Ausblick in den gesamten Bereich werfen wird. „Uns war es aufgrund Ihrer Anmerkungen wichtig, dass der Grünzug neben der Erlebnisfunktion für alle, die hier wohnen, eine Verbindungsfunktion hat, unter anderem zur Folkwang-Hochschule aber auch für Gäste, die die Radtrasse besuchen.“ Maßnahmen, die sich verknüpfen, sollen einladen, Katernberg zu entdecken. Hoff: „Bachterassen sollen die Möglichkeit bieten, Alt und Neu harmonisch zu verbinden. Wir haben einen Anbindung zum Friedhof und zur Quelle hergestellt sowie kleine Maßnahmen, wie Sitzgelegenheiten.“ Es wird einen neuen, zentralen Bereich mit Aufenthaltsbereich geben, der den Bach integriert, wo das strömende Wasser erlebt werden kann. In Nähe der Zollvereinstraße entsteht ein Jugend-Ort, der aus der Jugendbeteiligung entstanden ist. Übrigens: Kindergärten und Schule haben Interesse signalisiert, mitzuarbeiten und mitzugestalten. Hoff: „Auch von den Schulen und Kitas waren Erlebnisorte gewünscht, um das Gewässer für den Unterricht zu nutzen: Geplant ist ein Wasserzugang an der Zollvereinschule mit kleinen Entdeckerorten, um zu tümpeln und Bachorganismen kennen zu lernen.“ Dort hat man bereits signalisiert, dass man sich Patenschaften vorstellen könne.

Entdeckerorte, Rätselbalken, ein Parcourspot und vieles mehr


Weiterhin geplant: Ein Entdeckerort im Bereich der Hauptschule, eine Hundewiese, Multifunktionswiesen, ein Rätselbalkon zum Kennenlernen der Baumarten, ein Parcourspot und andere Orte, die genutzt werden. Hoff: „Sie sollen die Menschen einladen, sich hinzusetzen.“ Im Zuge der Planungen soll auch etwa berücksichtigt werden, dass Bänke in der Sonne stehen. Es wird Jugendpunkte aus robusten Naturmaterialien geben, ein blaues Klassenzimmer („Hierzu gibt es bereits Unterrichtsmaterialien“), das zum Unterricht am Gewässer einlädt. „Hier gab es vorab schon viel Interesse“, freut sich Hoff. Ein tolles Angebot , um einen Akzent zu setzen: In einem eingetieften Gewässerabschnitt möchte die Freie Schule Skulpturen-Fabelwesen integrieren. Hoff: „Ein Katernberg-Geländer soll oben an der Bahntrasse den Bach und den Stadtteil präsentieren, um die Leute in den Stadtteil einzuladen und reinzulocken.“

Anschließend standen die Akteure den Bürgerinnen und Bürgern während eines konstruktiven Dialogs Rede und Antwort (Henning Stahlschmidt: „Wir nehmen jede Anregung mit“). Die Fragesteller trieben folgende Fragen um: Werden Toiletten errichtet (Antwort: „Wir wollen Erlebnisse schaffen und eine Natürlichkeit schaffen“), wer kommt für Folgekosten durch Vandalismus auf (Antwort: „Wenn man Jugendliche mitnimmt, machen sie es nicht kaputt“) und wer ist für Unterhaltung und Pflege des Geländes zuständig? Stahlschmidt: „Wir müssen das so planen, dass es zu pflegen ist.“ Ein Vertrag regelt den Unterhaltungsweg, Kosten und Zuständigkeiten werden unter den Akteuren – der Stadt Essen und der Emscher Genossenschaft – aufgeteilt. Applaus erntete eine Bürgerin, die Patenschafts-Modelle anregte und die Pflege-Frage folgendermaßen kommentierte: „Jeder Einzelne soll sich fragen, was er dafür tun kann, dass das schöne Projekt lange schön bleibt!“ Auch die Frage der „Möblierung“ wurde beantwortet („Günstig, sicher, pflegeleicht und schön“).

Jennifer Röder vom Projektbüro „Grüne Hauptstadt Essen“ gab anschließend Hintergrund-Infos rund um den verliehenen Titel („Mit dem Projekt ‚Katernberger Bach’ haben wir in Brüssel besonders gepunktet, weil die sich nicht vorstellen konnten, dass wir eine Köttel-Ecke zu einem renaturierten Fluss umbauen können“), bevor sie anriss, was in diesem Kontext im Bezirk VI passiert. Hierzu werden im übrigen noch Bürgerideen ausgewertet, aber sie stellte schon mal folgende Events vor: Im Zusammenhang mit dem „Green Capital Day“ werden gemeinsam mit allen Bezirksvertretungen Orte mit Potenzial durch Fachkräfte, Bürger und Ehrenamtler von März bis April 2017 umgestaltet. „Im Mai werden diese Orte im Rahmen einer großen Feier präsentiert“, so Röder. Das stadtweite Projekt „Säen, Ernten, Essen“ als Tag der offenen Tür aller Klein- und Gemeinschaftsgärten, Bauernhöfe und Hofläden soll im Frühjahr, Sommer und Herbst 2017 statt finden. Weitere Highlights: Das Sichtbarmachen von Essener Aussichtspunkten und die Ausstellung „Grüne Stadt“ auf Zollverein mit einer großen Abschlusstagung am 10. Dezember im Sanaa-Gebäude. Übrigens: „Von den 266 Bürgerprojekten werden mehr als die Hälfte gefördert, darunter auch einige aus dem Bezirk sechs,“ so Röder. Weitere Referenten waren: Dr. Anne Rauhut (Gesellschaft der „Freunde + Förderer der Stiftung Zollverein“), Frederik Reimann („Junge Freunde Zollverein“) sowie Martina Sehlke (Besucherzentrum Ruhr).
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