Alice von Lindenau - Folkwang-Absolventin brilliert in "Unbehandelt" und plaudert aus ihrem Leben

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Zusammen mit Partner Maximilian Nowka gastiert Alice von Lindenau bis zum 15. Mai mit „Unbehandelt“ im Theater im Rathaus. (Foto: Theater im Rathaus)
 
Heike Trinker (l.) und Alice von Lindenau brillieren auch als Sängerinnen in "Unbehandelt" im Theater im Rathaus Essen. (Foto: TIR)
Essen: Theater im Rathaus |

Fast fünf Jahre arbeiten, ohne einen richtigen Jahresurlaub. Was für viele Arbeitnehmer der blanke Horror ist, das genoss Schauspielerin und Folkwang-Absolventin Alice von Lindenau aus vollen Zügen.



Fünf Jahre voller Power, da wirkte der Gedanke an zwei spielfreie Monate, die auf die 31-Jährige nach ihrem Gastspiel als „Gabi“ in der Komödie „Unbehandelt“ im Theater im Rathaus warten, fast schon beängstigend. Alice von Lindenau lächelt, als sie von ihren ersten Planungen für die lange Pause erzählt: „Im ersten Moment dachte ich, oh Gott. Zwei Monate kein Engagement. Das geht doch gar nicht. Aber inzwischen habe ich mich sehr mit diesem Gedanken angefreundet. Ich kann mal durchatmen, endlich mal wieder Kontakte knüpfen und pflegen. Und ich habe Zeit, um mit dem Rucksack Vietnam und Kambodscha zu entdecken.“
Wieder nach Südostasien. Die Menschen dort kennenlernen, die Lebensart und den Lebensrhythmus zwischen unglaublich unberührter Natur und Megacities in sich aufnehmen - für Alice von Lindenau genau die richtige Art und Weise, um den Akku wieder aufzuladen, neue Kreativität zu tanken für die Rollen, die nach ihrer spielfreien Zeit sicherlich, hoffentlich kommen werden. Wirklich Angst, dass da nichts mehr kommen würde, die hat Alice von Lindenau nicht. Warum auch? Schließlich lief der Übergang nach ihrem Abschluss an der Folkwang-Uni2008 bis jetzt einfach fließend. Von 2009 bis 2012 war sie Mitglied im Ensemble des Landestheaters Altenburg/Bühnen der Stadt Gera. Dort spielte sie etwa die Julie in „norway.today“, Käthe in „Einsame Menschen“, Marie in „Narbengelände“, Litty Verdun in „Charleys Tante“, die Polly in der „Dreigroschenoper“ oder die Ophelia in „Hamlet“.

„Im ersten Moment dachte ich, oh Gott, zwei Monate ohne Engagement. Aber jetzt freue ich mich auf die freie Zeit.“ Alice von Lindenau

2013 sollte schauspielerisch ihr Jahr werden. Im Alten Schauspielhaus in Stuttgart spielte sie die Hauptrolle in „Effi Briest“. Bei der Erinnerung an die Momente als „Effi“ ist es wieder da, dieses Lächeln, wenn Alice von Lindenau über die besonderen Erlebnisse in ihrem Leben spricht. „Die Effi zu spielen war fantastisch. Dieses Gefühl erleben zu dürfen, dass man die Zuschauer nach wenigen Minuten mit nach oben auf die Bühne nimmt und sie lachen, wenn du lachst und sie weinen, wenn du weinst, das war unglaublich.“ Also hat sie mit der „Effi“ihre Traumrolle schon gefunden? „Nein, so festlegen will ich mich nicht. Sicherlich war es eine fantastische Rolle, aber es gibt noch so viele andere reizvolle Figuren, die ich gerne spielen möchte, dass ich mich einfach noch nicht festlegen möchte. Das Unbekannte reizt mich sehr.“ Unentdecktes Land wie die Figur der „Gabi“ in „Unbehandelt“ kommen der gebürtigen Heilbronnerin gerade recht. Sich einer noch nicht fertigen Vorlage zu nähern, eigene Ideen und Erfahrungen einbringen, raue Kanten abzuschleifen und Charakterzug für Charakterzug sich der endgültigen Fassung zu nähern, diesem Entwicklungs-potenzial konnte und wollte sich Alice von Lindenau nicht entziehen.

"Ich hasse es mich festzulegen." Alice von Lindenau

„Es ist immer noch unglaublich spannend mitzuerleben zu sehen, wie die Gabi auf der Bühne Schlag auf Schlag von ihrem Mann einstecken muss. Diesen emotionalen Spagat zwischen Karrierefrau, Mutter und unverstandener Ehefrau hinzubekommen, das ist immer noch jeden Abend eine sehr reizvolle Aufgabe.“
Vor allem die zwei Ebenen auf der sich die „Gabi“ bewegt, nicht nur als Schauspielerin der Figur ein Gesicht und einen Charakter zu geben, sondern sich auch als Sängerin auszutoben, diese Vielfalt liebt Alice von Lindenau. Genau wie sie privat immer mal wieder gerne zwischen Soul, Funk oder Jazz in ihrem CD-Player wechselt, so switcht sie auf der Bühne bei ihrem potenziellen Lieblingslied immer mal wieder zwischen „Hot Knife“, „Everybody need somebody“ oder auch „Parole, Parole“. „Ich hasse es, mich festzulegen. Wir haben so viele tolle Songs, da wäre es unfair, einen rauszupicken.“ Da sagt sie dann doch endlich, den Satz, der sie aktuell so gut charakterisiert. Diese Neugier auf neue Rollen, neue Herausforderungen auf und abseits der Bühne ist bei Alice von Lindenau fast mit Händen zu greifen. Dies, gepaart mit einer scheinbar unerschöpflichen Energie, sorgen für eine Ausstrahlung, der zu widerstehen - gleich ob auf oder abseits der Bühne - nur schwer möglich ist.

Mehr zum Thema:
Ein Interview mit Alice von Lindenau lesen Sie hier.
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