"Das waren tolle Tage": Initiative "Wir von hier" initiiert Graffiti-Aktion

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Gustav-Heinemann-Schule, Schonnebeckhöfe Aktion am Pavillon II Fotos: Debus-Gohl
 
Gustav-Heinemann-Schule, Schonnebeckhöfe Aktion am Pavillon II
Jugendliche gestalteten unter Anleitung von Gaffiti-Profis und Federführung der Initiative „Wir von hier“ im Rahmen des Street Art Projekt „RECLAIM UR CITY“ einen Pavillon der Gustav-Heinemann-Gesamtschule.

Wie zeichnet man das eigentlich, wenn Autoreifen wie beim Mickey Mouse „durchdrehen“? Das war nur eine der spannenden Sachen, die die Sprayer in spe eingangs bei Workshops mit dem Illustrator Thomas Gamper von der „Design Garage“ im Bürgerhaus Kon-Takt lernten.

Tobias Lothmann, Projektleiter „RECLAIM UR CITY“ und „Wir von Hier“ erzählt: „Die jungen Leute erlernten verschiedene Zeichentechniken. Und eine Übung war es eben, die Räder bei Mickey Mouse mithilfe von Ellipsen darzustellen.“ Die Jugendlichen sollten und konnten aber bei der Erstellung der Vorlagen für die Graffiti-Kunst auch eigene Ideen einbringen und diese zeichnerisch umsetzen. Ebenfalls im Boot war Graffitikünstler Ingo Ahlborn alias „Demonart“, der das Festival „Hafendampf“ ausrichtet, bei dem internationale Künstler unter den Brücken an der Hafenstraße Graffititechnisch ans Werk gehen.

Wie wird aus Zeichnungen Graffiti?

Bei den Workshops ging es ferner um die Frage: Wie kann man das, was ich zeichne, als Graffiti umsetzen? Schließlich beim „Eingemachten“, sprich mit der Dose in der Hand, dann: Wenn man etwa scharfe Konturen zeichnen möchte, trägt man großflächig Farbe auf und bringt mit einer anderen Dose die Konturen auf.

Lothmann zeigt sich begeistert vom Ergebnis der Aktion: „Das waren tolle Tage. Die Jugendlichen haben dort mit einer großen Arbeitskonzentration gesessen.“ Er betont: „Und die Schule hat ganz toll kooperiert. Außerdem haben wir auch tolle Unterstützung durch die Jugendberufshilfe und Jugendhilfe Essen gehabt. Die haben sich unter anderem ums Essen gekümmert sowie Pavillons und Festzeltgarnituren aufgestellt Das war ein super Service!“ Pro Tag waren etwa sieben bis zehn Jugendliche zwischen 13 bis 21 Jahren da. „Es kamen auch Leute mit neuen Vorlagen dazu“, freut sich Lothmann. Die Teilnehmer haben sogar eine Wand neu grundiert, um erneut drüber zu sprayen.

"Wir haben noch ein paar Flächen"

Zu künftigen Plänen verrät Tobias Lothmann: „Wir haben noch ein Paar Flächen, die bearbeitet werden wollen: In der Kita Katernberg, beim Bürgerzentrum Kon-takt oder wir werden gemeinsam mit Stammteilnehmern die Stromkästen am Marktplatz mit Graffitikunst aufpeppen.“ Falls Dosen übrig bleiben, wolle man diese für das Hafendampf-Festival spenden. „Das vordergründige Ziel des Projekts, bei dem junge Menschen mit und ohne Problemstellung zusammen kamen und sich gegenseitig unterstützten, war es, das junge Leute ihre Talente ausprobieren und sich selber einschätzen können. Außerdem diente das Projekt als Kummunikationsschnittstelle: Die Jugendlichen konnten den Profis Fragen stellen und von ihnen lernen.“


Schöner Nebeneffekt: „Spaziergänger kamen häufig näher, schauten interessiert zu und sagten oftmals: ‚Das sieht aber toll aus!‘ Es war schön für die Jugendlichen, vor Publikum zu arbeiten,“ berichtet Tobias Lothmann. Außerdem ist der Sozialarbeiter insgesamt überrascht, das solch tolle Motive von so großer Qualität entstanden seien. „Das hätte ich so nicht erwartet“, freut sich Lothmann.

Info:

Die Initiative „Wir von Hier!“ berät junge Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren in schwierigen Lebenslagen und zur beruflichen Orientierung. Zudem laden abwechslungsreiche Aktionen und Angebote zum Mitgestalten des Bezirks VI Zollverein ein.
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