Vom OB gewürdigt: Professor Dr. Christian Eggers erhält das Verdienstkreuz 1. Klasse

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Engagement gewürdigt: Oberbürgermeister Reinhard Paß (li.) überreicht das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Dr. Christian Eggers (re.). Foto: Peter Prengel

Oberbürgermeister Reinhard Paß überreichte Professor Dr. Christian Eggers am Mittwoch, 29. Juli, um 13 Uhr im Rathaus Essen in der 22. Etage das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Professor Dr. Christian Eggers hat durch sein jahrzehntelanges Engagement im gesundheitlich-sozialen Bereich, insbesondere auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendpsychiatrie, so herausragende Verdienste erworben, dass er mit dem Verdienstkreuz der 1. Klasse ausgezeichnet wird. Er war Arzt und Lehrstuhlinhaber für Kinder- und Jugendpsychiatrie und arbeitete bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2004 als Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Essen. Trotz schwerer gesundheitlicher Beeinträchtigung lässt er nicht in seinem Bemühen nach, die gesundheitliche Versorgung der Betroffenen zu verbessern.
1979 gründete Professor Dr. Eggers am Universitätsklinikum Essen die erste Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Anfang der 1980er Jahre gehörte er dem „Arbeitskreis psychiatrische Versorgung“ der Stadt Essen an, für den er Ausbau und Vernetzung der psychiatrischen Versorgung maßgeblich vorantrieb. Bis 1997 war er Vorsitzender des Arbeitskreises.
1984 gründete Professor Dr. Eggers zunächst den „Essener Verein für Sozialtherapie e.V.“, der 1997 in die von ihm mit seinem Privatvermögen gegründete „Professor Dr. Christian Eggers Stiftung“ überging. Von Beginn an ist er alleiniger Stiftungsvorstand. Zweck der Stiftung ist die Förderung von psychisch kranken Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Mit den Mitteln der Stiftung wurden Wohnheime für psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche errichtet, um ihnen – auch zur Vermeidung von Rückfällen – eine weiterführende intensive Betreuung nach einem stationären Krankenhausaufenthalt zu gewährleisten. Die in Wohngemeinschaften lebenden jungen Menschen werden hier auf ein selbstbestimmtes Leben außerhalb eines geschützten Raumes vorbereitet, wobei das Ziel die Hilfe zur Selbsthilfe ist. Mittlerweile gibt es dank der Stiftung mehrere Einrichtungen in Essen und Düsseldorf.

Sonderlehrgang für Betroffene

Neben der medizinischen Betreuung wird auch die Möglichkeit geboten, Schulabschlüsse nachzuholen. Hierfür wurde in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Essen eigens ein Sonderlehrgang („Professor-Eggers-Lehrgang“) entwickelt, in dem seit 2006 Betroffene in einem kleinen Klassenverbund durch speziell geschulte Lehrkräfte unterrichtet werden. Der Übergang ins Berufsleben wird bereits während des Lehrgangs vorbereitet. Um den Kreativbereich für die Therapie zu nutzen, initiierte Professor Dr. Eggers das Kunstprojekt „Unart“, da sich psychisch Kranke oft besser durch Bilder als durch Worte mitteilen können. Angebote aus dem Bereich des Sports werden ebenfalls durch die Stiftung organisiert, regelmäßige Ferienfreizeiten auch ins Ausland ergänzen die Arbeit. Außerdem werden die Eltern in den Gesundungsprozess einbezogen und durch Seminare zum Umgang mit der Erkrankung ihrer Kinder weitergebildet. Er pflegt regelmäßigen Kontakt durch Einzel- oder Gruppengespräche, gibt Angehörigenseminare, leitet die Vorstandssitzungen, ist im permanenten Austausch mit allen Beteiligten und nimmt Termine in Schulen wahr. Die Stiftung betreut aktuell etwa 100 junge Menschen im Alter von 15 bis 30 Jahren.
Mit dem „Haus Trialog“ in Essen verwirklichte er 2002 weitgehend seine Vorstellungen für ein vielseitiges und umfassendes Behandlungs- und Betreuungskonzept. Die Bewohnerinnen und Bewohner sind Jugendliche und junge Erwachsene, die aufgrund ihrer psychischen Erkrankung - oftmals nach längerem Klinikaufenthalt - weder in der Familie noch alleine zurechtkommen. Unter Einbeziehung aller Beteiligten (professionelles Team, Familie, Vertretung der Jugendhilfe und so weiter) werden Hilfen gewährt bei Alltags- und Krisenbewältigung sowie bei Psychoedukation (Umgehen mit der eigenen Erkrankung), bei Medikationen und Therapie. Ergänzt wird die Behandlung durch Kreativ-, Sport- und Freizeitangebote sowie durch Musiktherapie.
Professor Dr. Eggers und seine Stiftung wurden bereits mehrfach ausgezeichnet: 2011 ehrte der Landschaftsverband Rheinland ihn mit dem „Ehrenpreis für soziales Engagement“. 2013 erhielt er den „Förderpreis für Inklusion“ von der Arbeitsgemeinschaft Gemeinde-Psychiatrie im Rheinland und 2014 den Förderpreis der „Stiftung Help and Hope“ in der Kategorie Betreuung.
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