Das TripleZ: Eine Erfolgsgeschichte angestoßen vom Essener Konsens

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Dirk Otto (l.) ist Vorstandsvorsitzender der Triple Z AG, Werner Dieker ihr Aufsichtsratsvorsitzender. (Foto: Schacht 11)

Durch die Initiative des Essener Konsens entstand vor 20 Jahren das ZukunftsZentrumZollverein. Es ist beispielhaft für das Wirken der Arbeitsgruppe und eine wahre Erfolgsgeschichte.

Das Gelände an der Katernberger Straße 107 war schon immer wandlungsfähig. Eigentlich von der Gemeinde St. Joseph als Friedhof vorgesehen, wurde hier ab 1891 Kohle abgebaut. Die Schachtanlage 4/5/11 der Zeche Zollverein förderte bis 1967 das Brennmaterial, danach bildete die Ruhrkohle AG hier in Bergbauberufen aus. Die Einstellung des Ausbildungsbetriebes folgte 1994.

Geboren aus einer Notwendigkeit

Die Schließung der Zechen und der Weggang der Kohle-Industrie traf die Region - und insbesondere den Essener Norden - schwer. Essen-Katernberg wurde in der Folge zu einem „Stadtteil mit besonderen Erneuerungsbedarf“. Zeitgleich mit der Schließung des RAG-Ausbildungszentrums formierte sich der Essener Konsens, der sich annahm ebendiesen Strukturwandel in der Stadt anzugehen. Durch Kooperation, Konsens und Partnerschaft treibt das Akteurs-Netzwerk sein Ziel voran, Menschen zu beschäftigen und die Lebens- und Standortqualität Essens zu erhöhen.

Die Idee kam aus London

1994 formierte sich auch der Gedanke in Essen ein „Business Village“ zu errichten - ein Ort der jungen Unternehmen Infrastruktur und Perspektive bieten sollte. Die Idee für ein solches Zentrum stammte aus London, dort florierte das London Business Village schon seit langem. Der damalige Leiter des Berufsförderungszentrums Essen und Mitglied des Konsens Norbert Meyer trug die britische Idee auf einer Tagung vor. Das Essener Business Village wurde ein Jahr später, 1995, in einem Workshop in Nottuln beschlossen.

Essener Konsens von Beginn an involviert

Die Frage nach dem Standort beantwortete sich mit Blick auf die alte Schachtanlage 4/5/11 schnell. Der Gebäudekomplex wurde mit Fördermitteln der Stadt, des Bundes und der EU saniert. Durch das Engagement der Mitglieder des Essener Konsens Hans-Gerhard Dohle (Arbeitsamt Essen) und Ulrich Meyer (Kreishandwerkerschaft Essen) und vieler anderer, erhielten bei den Arbeiten am Gebäude viele ortsansässige Unternehmen Aufträge.

Engagement bis heute

Im Mai 1995 bekam der Gebäudekomplex seinen Namen: ZukunftsZentrumZollverein - kurz Triple Z. Dem Ziel jungen Existenzgründern eine Heimat zu geben, nahm sich das neu gegründete Zentrum schnell an. Noch im selben Jahr fand der erste Workshop für Jungunternehmer statt. 1997 zogen die ersten Unternehmen in das TripleZ. Das ZukunftsZentrumZollverein nahm die Rechtsform einer Aktiengesellschaft an. Viele Akteure des Essener Konsens zeichneten die Aktie, ebenso wie viele Bürger - manche leben in direkter Nachbarschaft. „Eine klassische Bürgeraktie.“, bemerkt Zentrumsleiter Dirk Otto stolz. Die Zeichner haben stets von einer Ausschüttung abgesehen und immer für eine Reinvestition der Überschüsse gestimmt. Der Leiter des TripleZ befindet: „Das zeigt auch, dass der Konsensgedanke von den Aktionäre gelebt wird.“

TripleZ: Ein gutes Beispiel für Konsens-Arbeit

Und das ist allen Beteiligten wichtig. Das TripleZ ist ein gelungenes Beispiel für einen nachhaltigen Strukturwandel. Zur Zeit mieten hier 90 Firmen unterschiedlichster Branchenzugehörigkeit Gewerbeflächen an. 600 Menschen gehen auf der ehemaligen Schachtanlage ihrer Arbeit nach. Das Zentrum ist derweil finanziell unabhängig und expandiert bereits. Durch die Arbeit des Essener Konsens ist an der Katernberger Straße ein attraktiver Wirtschaftsstandort entstanden.
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