Klaus Kunze nicht mehr Geschäftsführer der Entsorgungsbetriebe Essen

Anzeige
Klaus Kunze (l.) hat die Auflösung seines Vertrages vorgeschlagen, Oberbürgermeister Reinhard Paß hat den Vorschlag angenommen.
Wie das Presseamt der Stadt Essen soeben bekannt gibt, hat der Geschäftsführer der Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) dem Oberbürgermeister die Auflösung seines Anstellungsvertrages vorgeschlagen. Dieser will dem Vorschlag entsprechen.
Zwar wird Reinhard Paß als Oberbürgermeister zunächst die Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (EVV) als EBE-Mehrheitsanteilseigner auffordern, die notwendigen Schritte einzuleiten. Doch dass damit Kunzes Zeit als EBE-Geschäftsführer schon bald vorbei ist, steht fest.

Andreas Hillebrand soll Nachfolger werden

Auslöser sind die von Remondis, dem privaten Gesellschafter der Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) GmbH, erhobenen Vorwürfe gegen Kunze (s. dazu den Bericht unter www.lokalkompass.de/345256). Diese hätten, so das Presseamt der Stadt, dazu geführt, dass sich Klaus Kunze nach eigenen Aussagen in der Öffentlichkeit "diffamiert und bloß gestellt" sehe.

Wie geht es nun weiter: Ein Interimsgeschäftsführer muss bestellt werden, das tut der Rat der Stadt. Dieser tagt passenderweise am heutigen Mittwoch, 25. September, und einen Vorschlag gibt es vom Oberbürgermeister auch schon: den jetzigen Geschäftsführer der Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH (GVE), Andreas Hillebrand.

"Öffentlicher Druck unerträglich"

"Ich habe die Bitte von Klaus Kunze mit Bedauern zur Kenntnis genommen", sagt Oberbürgermeister Paß, der auch Aufsichtsratsvorsitzender EBE sowie der EVV ist. "Die seitens der Remondis GmbH erhobenen Vorwürfe sind zum jetzigen Zeitpunkt zwar weder erwiesen, noch juristisch bewertet, aber offenbar ist der öffentliche Druck auf Herrn Kunze und dessen Familie in einem Maße unerträglich geworden, dass er keine andere Wahl sieht. Das muss ich respektieren."

OB respektiert Kunzes Wunsch

Kunzes Wunsch, vom Vertrag entbunden zu werden, stoppt nicht die Untersuchungen der Vorwürfe, welche Remondis gegen ihn erhebt. "Im Interesse des Unternehmens wird dies selbstverständlich weiter verfolgt", so Reinhard Paß. "Ich bedauere nur zutiefst, dass mit der Entscheidung von Herrn Kunze nun eine Art 'Urteil' gefällt wird, obwohl die 'Beweisaufnahme' noch gar nicht vonstatten gegangen ist."

Dieses 'Urteil' hat Klaus Kunze mit seinem Entschluss aber gewissermaßen selber gefällt.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.