„Maßanzug“ fürs Quartier: EU-Förderprojekt für das Nordviertel setzt auf Vernetzung

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Sie alle wollen künftig noch enger zusammen arbeiten, um im Nordviertel etwas zu bewegen.

Es ist ein Pilotprojekt: Der Stadt Essen sind für das Programm BIWAQ ­(Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier) von Seiten der EU für drei Jahre 1,97 Millionen Euro bewilligt worden. Das Projekt „Start im Quartier“ will nun Familien mit Hartz IV-Bezug im Nordviertel/ Altenessen Süd auf den Arbeitsmarkt vorbereiten und zugleich in familienorientierter Ausrichtung die Kinderarmut reduzieren.

„Vernetzung“ lautet ab sofort das Stichwort aller Beteiligten, denn es existieren bereits diverse Angebote im Quartier, die zum Teil wohl jedoch nicht bei der Zielgruppe ankommen. So haben die beteiligten Träger: die Stadt Essen mit der ABEG (Arbeit und Bildung Essen GmbH), der Sozialdienst katholischer Frauen und die Neue Arbeit der Diakonie, das Projekt „Start im Quartier“ aus der Taufe gehoben.

Start im Quartier

„Wir wollen mit Angeboten und Institutionen näher an die Menschen heranrücken“, erklärt Hartmut Kütemann-Busch Geschäftsführer der EABG, „das ist auch der Grundgedanke des BIWAQ-Programms. Fortbildungen, Qualifizierungsmaßnahmen, Umschulungen und Stabilisierungsmaßnahmen werden bereits angeboten. „Start im Quartier“ will maßgeschneiderte Angebote auf die Beine stellen. Quasi ein „Maßanzug“ für jeden einzelnen Betroffenen.
Beratungen über berufliche Ziele, die Vermittlung in geeignete Arbeitsstellen oder Praktika sollen vermittelt werden. Unterstützung soll es aber auch bei der Suche nach Kita-Plätzen geben.
„Die gesamte Lebenssituation der Menschen soll verbessert werden“, erklärt Planungsdezernent Hans-Jürgen Best. Dietmar Gutschmidt , Fachbereichsleiter beim JobCenter Essen, fügt hinzu: „Starke Eltern, starke Kinder: Bildung ist und bleibt die beste Versicherung gegen Transferleistungsbezug.“ Björn-Enno Hermans , Geschäftsführer des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Essen-Mitte, erklärt die konkrete Hilfe vor Ort: „Es wird quasi eine personifizierte begleitete Jobsuche vom Sofa bis zur Werkbank geben. Zudem schicken wir zwei Quartiershausmeister in den Stadtteil, die auf kurzem Weg für die Menschen da sind, sogenannte Kümmerer.“ Sie sollen nicht nur vor Ort sauber machen, sondern Infos geben, motivieren oder auch Netzwerkpartner vermitteln - kurzum: direkte Ansprechpartner sein. Sprach- und Kulturvermittler vor Ort sorgen zudem für eine Beseitigung der Sprachbarrieren.

Strukturen etablieren

Insgesamt 500 Familien im Quartier sollen auf diese Weise über drei Jahre unterstützt und auf dem Weg zur Selbstständigkeit begeleitet werden. 11,5 neue Stellen können durch das Projekt geschaffen werden. Am Ende wird sich zeigen, ob der „Maßanzug“ passt und sich die Strukturen im Quartier etablieren.

Text und Foto: Petra de Lanck
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