Umfaller: A52 in Gladbeck trotz Ratsbürgerentscheid vor Reanimation

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Ein künftiger Verknüpfungspunkt Autobahn 52, dort wo sich heute Gladbecker- und Vogelheimer Straße kreuzen, würde nicht nur den Stadttteil dort zur bloßen Straßenbegleitbebauung verändern, sondern nachhaltig ebenso Altenessen und Vogelheim nachhaltig von einander abschneiden.
 
Unweit der nördlichen Stadtgrenze Essen-Karnaps zu Gladbeck und Bottrop sol dieses monströse Autobahndreieck in die Landschaft gesetzt werden.
Essen: Vogelheim |

Neue Gefahren für noch mehr LKW & PKW-Verkehre drohen damit auch im Essener Norden

In unserer kleinen Nachbarstadt Gladbeck stehen im Stadtrat leider Entscheidungen an, die das Gespenst eines A 52-Weiterbaus auch durch Essen wieder wahrscheinlicher machen können. Wenn wir uns erfolgreich gegen das Wiederaufleben dieser Autobahnplanungen wehren wollen, müssen wir uns aber in der ganzen Region solidarisieren.

Einen wichtigen Schritt dazu dokumentieren wir hier:

NRW + Kreisgruppen Bottrop + Essen Landesgemeinschaft Naturschutz und
Umwelt NRW e.V.
Gruppe 1 Essen Aktionsbündnis http://www.A52-war-gestern.de c/o

Dr. Martin Arnold, Weichselstr. 22, 45136 Essen
Förderverein Mobilität~Werk~Stadt e.V.
Tel. 0201 255282;
info@a52-war-gestern.de

Offener Brief An die Ratsmitglieder, Oberbürgermeister und Bürgermeister
der Städte Bottrop, Essen und Gladbeck, die Mitglieder des Kreistags Recklinghausen, die Mitglieder des NRW-Landtags und des Bundestags dieser Region, den Regionalverband Ruhr–Direktion und Versammlung,
den NRW-Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr,
den NRW-Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz

Bottrop, Essen, Gladbeck, Ratingen, den 17. November 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

unser Aktionsbündnis besteht aus mehr als 20 lokalen, regionalen und landesweiten Verbänden,Kirchen und Bürgerinitiativen. Wir setzen uns seit Jahrzehnten für die Verbesserung der Mobilität in der Metropole Ruhr ein.
Zurzeit stehen Entscheidungen zum Bau einer A52 auf Gladbecker Gebiet an, die
erhebliche negative Auswirkungen für die gesamte Region haben.
Das ist nicht zu akzeptieren.
Am 3.Februar 2015 stellten Sie, Herr Minister Groschek, in Aussicht, dass ein
gegenüber 2012 verbesserter Plan für den A52-Bau erarbeitet werden solle.
Die hierzu geführten Gespräche haben jedoch keinerlei Verbesserungen, sondern nur eine Bestätigung der durch den Ratsbürgerentscheid abgelehntenPlanung gebracht. Dennoch soll der Gladbecker Stadtrat bereits am 26.11.2015 dem
Autobahnbau zustimmen. Für eine öffentliche Diskussion blieben damit nicht einmal vier Wochen Zeit.
Wir fordern Sie auf, die Planung zu stoppen, so wie Sie es den Gladbecker Bürgerinnen und Bürgern beim Ratsbürgerentscheid versprochen haben.
Für den Autobahnbau besteht kein Bedarf. Die nachhaltige Verbesserung der unzumutbaren Verkehrssituation auf der B224 kann durch andere Maßnahmen
wirksam er bewerkstelligt werden. Der Bau der A 52 durch dicht besiedeltes Gebiet ist nicht verhältnismäßig, die Autobahn brächte schwere Nachteile
für den Verkehr und die Menschen mit sich.

Schon jetzt hat die Emscherregion die höchste Krebsrate in NRW.

*
Durch noch mehr LKW-Durchgangsverkehr (Lärm,Feinstaub,Stickoxide) würde die Gesundheit zehntausender Anwohnerinnen und Anwohner zusätzlich geschädigt.
Durch die langjährige Bauphase würden viele Gladbecker Betriebe in ihrer Existenz gefährdet. Das für die Menschen wichtige Naherholungsgebiet Wittringen und der Regionale Grünzug C im Emscher Landschaftspark verlören ihren Wert.
Der überregionale Verkehr braucht eine bessere Verkehrslenkung, aber
keine zusätzliche Autobahn.
Der regionale Verkehr auf der B224 (Pendler) kann innerhalb weniger Jahre
durch kostengünstige Mobilitätsmaßnahmen nachhaltig flüssiger gestaltet
werden.
Dafür können der Straßenverkehr, der ÖPNV, der Schienenverkehr (VRR-Planung 2019) und die Radschnellwegplanung des Landes (Essen-Gladbeck)sinnvoll verknüpft werden.
**

Gladbecker Mehrheitsentscheidung gegen den A 52 - Autobahnbau

Sie, Herr Bürgermeister Roland ( Gladbeck), haben zur Mehrheitsentscheidung gegen den Autobahn-bau beim Ratsbürgerentscheid erklärt:
„Es geht mir um das Grund vertrauen der Menschen in unsere Demokratie.
[...] Diese Entscheidung haben wir alle zu akzeptieren, egal, ob sie uns gefällt oder nicht. Das ist Demokratie! [... Es] droht ein irreparabler Vertrauensverlust in die Verlässlichkeit von Politik.“
Sie stehen im Wort! Dass Sie sich jetzt erneut für den unveränderten
Bau der A52 einsetzen,ist ein großer Fehler. Sie, Herr Minister Groschek, haben am 9. November 2015 öffentlich erklärt:
„Die Aufgabe lautet, die Mobilität von Personen und Gütern zu gewährleisten, aber die damit verbundenen Belastungen für Mensch, Umwelt und Finanzhaushalte möglichst gering zu halten.[...]
Entscheidend ist die Schaffung durchgängiger verkehrsträger übergreifender
Mobilitätsketten. Wir müssen gemeinsam [...] die Mobilität von morgen gestalten. Der Bau der A 52 würde das Gegenteil bedeuten. Wir fordern Sie auf, die orhandenen Alternativen zu verwirklichen. Handeln Sie nach der von Ihnen selbst verwendeten Metapher „Keinen alten Wein in neue Schläuche!
“Sie schreiben in Ihrer Pressemitteilung, der Klimaschutz bekomme in innerstädtischen Räumen einen immer wichtigeren Stellenwert. Bitte sorgen Sie dafür, dass der Regionale Grünzug C mit seiner Wirkung als wichtige Frischluftschneise für die Wohnquartiere nicht angetastet wird!
Für die Entwicklung des Verkehrs in der Metropole Ruhr ist mehr städteübergreifende, intermodale Planung statt neuer Autobahnen notwendig.
Helfen Sie alle mit, dass Gladbeck, der Region und dem
demokratischen Gemeinwesen kein schwerer Schaden entsteht. Setzen Sie sich
dafür ein, dass die für den 26. November vorgesehene Abstimmung zumindest bis zum bevorstehenden Beschluss des Bundesverkehrswegeplans ausgesetzt wird.

i. A. gez . Dr. Martin Arnold
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