Flucht vom Platz: TuS Helene bricht Kreisliga-Spiel wegen Furcht vor Gewalt ab

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Karten, Karten, Karten: Insgesamt gab es zwölf davon in der Partie TuS Helene II gegen Juspo Altenessen II. Archivfoto: Winkler

„Wenn man sich anguckt, wie die Kartenverteilung aussieht, ist das schon denkwürdig“, findet Hannes Goetz, 1. Vorsitzender des TuS Helene. Insgesamt regnete es zehn gelbe, eine gelb-rote und eine rote Karte in der Partie zwischen der zweiten Mannschaft von Helene und Team II von Juspo Altenessen. Acht der Karten gingen an den Turn- und Sportverein.

Die Anzahl der Verwarnungen war nur symptomatisches Problem im Spiel an der Altenessener Sportanlage Bäuminghausstraße. Wie in den Wochen und Monaten zuvor fiel die Partie besonders durch unsportliches Verhalten einiger Akteure auf: „Drohungen sind da Gang und Gäbe“, kommentiert Goetz die Geschehnisse. „Es macht einfach keinen Spaß und keinen Sinn mehr.“ So sah das auch der Trainer des TuS Helene in der Nachspielzeit. Zur Pause führte seine Mannschaft mit 2:1, am Ende lag sie mit 5:2 hinten. Aus Furcht vor einer Eskalation zwischen den beiden Teams ließ der Linienchef von Helene die Partie abbrechen - hier kamen wohl Erinnerungen an den gewalttätigen Übergriff eines Juspo-Spielers im September 2014 hoch.

Explosives Klientel

Uwe Kutzner, Vorsitzender des Juspo Altenessen, bezweifelt, dass lediglich eine Mannschaft Schuld an dem frühzeitigen Ende des Spiels gewesen sei: „Die einen waren nicht die Guten, die anderen nicht die Schlechten gewesen“, verrät der Vereins-Vorstand. Vielmehr sei die Kreisliga selbst das Problem: „Wir stehen tatenlos vor einem Phänomen, zu dem keiner eine Lösung weiß“, kommentiert Kutzner. „Das Thema ist einfach, dass die Klientel sehr explosiv und impulsiv ist.“
Am Montag trafen sich Trainer und Vorstand des TuS Helene, am gestrigen Abend hielt der Verein eine Vorstandssitzung ab, in der eine Reaktion auf die Ereignisse abgestimmt werden sollte. „Wir sind gespannt, welche Reaktion vom Kreis 13 kommt“, kommentiert Goetz das Geschehen. Das erfährt der TuS Helene am Freitag, mögliche Konsequenz könnten beispielsweise ein Ordnungsgeld sowie Punktverlust sein.
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