Großer Bedarf auf der Ruhrhalbinsel: Hartz4-Beratung im Stephanus Gemeindezentrum

Anzeige
Ab 13. Januar findet jeden Mittwoch von 10.00 bis 12.00 Uhr eine Offene Hartz4-Beratung im Stephanus Gemeindezentrum (Langenberger Straße 434, Essen-Überruhr) statt. Ansprechpartner vor Ort ist Hartz4-Experte Jörg Bütefür. Foto: Olaf Eybe
Essen: Stephanus Gemeindezentrum | Aufgrund des großen Beratungsbedarfs bietet die Evangelische Kirchengemeinde Essen-Überruhr in Kooperation mit der Sozialpädagogischen Familienhilfe ab dem 13. Januar jeweils mittwochs von 10.00 bis 12.00 Uhr im Stephanus Gemeindezentrum (Langenberger Straße 434) eine Offene Hartz4-Beratung an. Hauptansprechpartner ist Hartz4-Experte Jörg Bütefür von der Sozialpädagogischen Familienhilfe, der die Beratungen kostenlos durchführt.

Der Stadtteil Überruhr hat mit 1.894 Personen (Stand 31.12.2014) einen für den Essener Süden überdurchschnittlich hohen Anteil von Menschen, die Sozialleistungen beziehen (11,7 Prozent). Besonders hoch ist hierbei der Anteil der unter 18-jährigen: Nahezu jedes vierte Kind bzw. jeder vierte Jugendliche in Überruhr ist auf Sozialleistungen angewiesen. Insgesamt sind im Stadtbezirk VIII rund 3.500 Menschen auf Hartz4-Leistungen oder Grundsicherung im Alter angewiesen. Das entspricht einem Anteil von 6,7 Prozent.

Probleme mit dem Jobcenter?

Auch über zehn Jahre nach der Einführung von Hartz4 sind die Probleme der Leistungsberechtigten mit den JobCentern nicht kleiner geworden. Die oft unzureichende Beratung durch die JobCenter führt dazu, dass ein großer Teil der Bescheide (mehr als jeder Zweite) falsch ist – meist zu Ungunsten der Leistungsberechtigten. Immer wieder tauchen Berechnungsfehler bei den Kosten der Unterkunft (Miete, Heizkosten und Nebenkosten), Alleinerziehendenpauschale, Warmwasserpauschale, individuellen Mehrbedarfen und der Anrechnung von (Erwerbs-)Einkommen auf. Umzugskosten werden zu Unrecht nicht übernommen, Schülern und Studenten Leistungen gar komplett verweigert. „Überlange Bearbeitungszeiten und ,verschwundene‘ Unterlagen gehören zum Alltag“, weiß Jörg Bütefür aus vielen Beratungsgesprächen in anderen Stadtteilen.

Kostenlose Beratung

In der Offenen Hartz4-Beratung können Leistungsberechtigte ihre Bescheide kostenfrei überprüfen und sich zu Problemen mit dem JobCenter beraten lassen. Handlungsmöglichkeiten werden aufgezeigt und kostenfrei angeboten. „Die Beratung wird von einer sozial erfahrenen Person unter fachlicher Aufsicht des in Essen ansässigen Fachanwalts für Sozialrecht, Jan Häußler, durchgeführt“, so Jörg Bütefür. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Unterlagen wie Leistungsbescheide sollen bitte möglichst vollständig mitgebracht werden. „So eine Beratungsstelle passt zu unseren Aufgaben als Kirche, die sich gerade für die Bedürftigen einsetzt. Die Einrichtung wurde von unserem gesamten Presbyterium begrüßt. Wir werden mit Interesse beobachten, wie die Beratung angenommen wird und ob das Angebot ausgeweitet werden muss“, erläutert Pfarrer Markus Pein.

Die Sozialpädagogische Familienhilfe bietet außerdem in den Stadtteilen Borbeck, Huttrop, Werden und Frohnhausen Offene Hartz4-Beratungen an. Kooperationspartner ist der in Essen ansässige Fachanwalt für Sozialrecht Jan Häußler.

Offene Hartz4-Beratung in Überruhr
Jeden Mittwoch von 10.00 bis 12.00 Uhr
Stephanus Gemeindezentrum, Langenberger Straße 434, Essen-Überruhr
Weitere Informationen

Tipps im Umgang mit dem JobCenter
1. Reichen Sie Ihre Unterlagen beweissicher ein. Der kostengünstigste und sicherste Weg der Zustellung ist per Fax. Der Sendebericht ist Ihr Beleg.
2. Gehen Sie nicht alleine zum JobCenter. Sie haben Anrecht auf einen Beistand. (§ 13, Abs. 4, SGB X)
3. Unterschreiben Sie nichts im JobCenter. Suchen Sie eine Beratung auf, bevor Sie unterschreiben.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.