Kohlenpott-Barone beim Ruhrpott-Dinner

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Witten: Haus Herbede | Wenn bei einem Dinner schon zum Einlass Currywurst aus dem Henkelmann serviert wird, dann weiß man, dass sich der Abend um eine besondere Region und ihre Menschen dreht. Bei der Premiere des Ruhrpottdinners in Haus Herbede am Kemnader See in Witten nutzten 55 Gäste die Gelegenheit ein schmackhaftes Essen mit einem unterhaltsamen Abend zu verbinden. Ob als Taubenzüchter, Kochclub, Bergleute oder Schlagerfreunde: In das bunte und reich mit Klischees garnierte Programm des Dinners werden alle Gäste einbezogen. Begleitet von Tanz, Gesang und einem Todesfall zeigt das Ensemble die turbulenten Geschehnisse bei der Mitgliederversammlung der Ruhrpottbarone.

Damit an diesem Abend auch alles klappt, „üben“ die Schauspieler mit ihrem Publikum gleich nach der Ankunft nicht nur das Kohlenpottbarone-Mottolied, sondern stimmen sie auch gleich auf einen ungewöhnlichen Abend ein. „Griechischer Wein“, umgetextet auf das Ruhrgebiet, ist nur einer von zahlreichen Songs, die beim Dinner erklingen und schmunzeln lassen. „Sein Platz“ ist mit einem Schild gekennzeichnet und bleibt für einen der Schauspieler frei. Dann geht es richtig los. Die Gäste lernen Matta, die Vorsitzende des Vereins kennen und erfahren von den hochtrabenden Plänen einen Ruhrpott-Palast zu bauen. „Oh, was ist datt schön“, tönt Matta und scheint noch nicht zu ahnen, was ihr im Rahmen der Sitzung droht. Schnell stellt sich heraus, dass zwischen den beiden Vereinsmitgliedern Viki Rosenträger und Heike Hühnermund erbitterte Feindschaft herrscht. Die beruht auf dem Interesse der beiden Frauen an Boris Babuschke, der als Architekt an der Verwirklichung des Palastes arbeitet. Im trauten Kreis fehlt nur noch Norbert Nebel. Der kommt zu spät und lässt sich kaum von der Sportreportage in seinem Radio trennen.


Einen Tanz und eine Polonaise später eskaliert die Situation. Norbert wird von einer der Frauen beschuldigt zudringlich geworden zu sein. Doch dann häufen sich die guten Nachrichten. Ein Baby wird erwartet und auch das Geld für den Palast ist beisammen. Zeit für die Gäste aus großen Terrinen Kartoffel- und Lauchsuppe zu genießen und den Blick über den mit Ruhrgebiets-Accessoires geschmückten Tisch wandern zu lassen. Während im Hintergrund weiter Schlager mit Ruhrgebietsbezug dudeln, lassen die Gäste es sich schmecken. Unter historischen Portraits von Grafen und Freifrauen belebt der Kontrast zwischen dem historischen Veranstaltungsort und dem trivialen aber unterhaltsamen Programm die Gespräche. Musikalisch haben die Darsteller einiges zu bieten. Kaum ist die Suppe abgeräumt zeigt Vicky mit „Verdammt ich lieb dich“ ihr Können als Sängerin und Entertainerin.


Wie die meisten Dinner lebt auch das Ruhrpottdinner vom Mitmachen. Bei einem etwas langatmigen Quiz zählt nicht nur Fußballwissen, sondern auch Lokalkolorit. Zu derben Späßen entwickelt sich der Konflikt auf der Bühne. Der eine ist „schwer von kapee“, der andere ein „ömeliger Lustgreis“. Und noch vor dem Hauptgang liegt einer der Beteiligten tot zwischen den Zuschauertischen, die zu den Klängen von „Alles nur geklaut“ eine gefüllte Rinderroulade mit Kartoffeln und Rotkohl genießen. Nach dem Essen wartet die nächste Überraschung. Mit Nietenarmband, tiefem Dekolleté und hohen Stiefeln steht eine attraktive Frau in der Tür. Zur Überraschung aller handelt es sich um die Kommissarin, die mit einem Gerichtsmediziner gekommen ist, um den Fall zu lösen. Die Polizistin hält sich nicht mit Feinheiten auf. Der Architekt darf ihr Notizen in den Stiefel stecken, den Gerichtsmediziner schlägt sie klatschend auf den Hintern. „Daher ist der Wind am blasen“, stellen Darsteller und Publikum zu später Stunde fest, als der Fall gelöst, Nachtisch und Käseigel genossen und „Tief im Westen“ ein unterhaltsamer Abend zu Ende geht. Weitere Informationen gibt es im Internet.
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