Eine Schulleiterin mit Hand und Herz - Corinna Seibring verlässt die Heckerschule

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"Da fliegen sie..." Die Heckerschüler schauen den bunten Ballons nach, mittendrin ihre scheidende Schulleiterin Corinna Seibring.

„Schul-Abgänger“ - die meisten von uns sind es als Teenager, bei Twens hat’s eventuell eine Ehrenrunde gegeben, sitzengeblieben? Corinna Seibring hat unzählige dieser „Ehrenrunden“ hingelegt. Denn erst jetzt, zufällig erreicht sie gleichzeitig das Rentenalter, geht sich ab von der Schule. „Ihrer“ Schule. Der Heckerschule.

Die feierte ihre scheidende Schulleiterin. 2000 kam Corinna Seibring von der Käthe-Kollwitz-Schule, dort war sie Konrektorin. Nach 15 Jahren als Leiterin der Heckerschule mit unzähligen Schülern, gleich sieben schwangeren Lehrerinnen und vielen höchst beachtenswerten Aktionen stand nun die Verabschiedung von Schülern, Eltern und Kolleginnen auf der Agenda. „Jedes Ding hat seine Zeit“, schrieb Seibring tapfer auf, „folglich gibt es auch eine Zeit des Abschieds und die ist nun gekommen!“
Die Pädagogin geht in Pension und wagt einen Ausblick: „Ich freue mich darauf, morgens nicht mehr so früh aufstehen zu müssen - daran habe ich mich nie gewöhnen können!“ Corinna Seibring war 44 Jahre lang Lehrerin: „Ich habe meinen Beruf immer geliebt und meine Arbeit sehr gern getan. Jetzt aber freue ich mich sehr auf die Aufgaben, die schon auf mich warten!“

UN-Ruhestand

UN-Ruhestand also? Na klar! Die so ziemlich die letzte Amtshandlung der scheidenden „Chefin“: Zwei neuen Lehrerinnen für die Heckerschule aussuchen. Die beiden kommen im August - dann ist Corinna Seibring „nur noch privat und Oma“. Daheim warten nämlich ein großes Haus mit viel Land drum herum, viel Gartenarbeit und die quirligen Enkel Florian und Maximilian, zwei von insgesamt vier Kindeskindern.


"Wir feiern heut' ein Fest..."

In der Turnhalle versammelten sich Schulleiterin, ihre Gäste und natürlich die Kinder der Heckerschule, nach Klassen aufgereiht. „Wir feiern heut' ein Fest, herein, herein, wir laden alle ein“ ging es musikalisch los, Schulrätin Brigitte Klöckner-Hartstock hatte in die Personalakte geblickt und dort höchst Bezeichnendes gefunden: „Eine dienstliche Beurteilung lautete: ‚Sie war belesen und schlagfertig!‘ Das kann ich nicht abstreiten. Dann wurde ein Antrag auf Sonderurlaub abgelehnt, weil zu viele Stunden ausfielen? Corinna Seibrings Antwort an den Schulrat: ‚Die Stunden sind von mir vorgearbeitet worden, es fällt keine einzige aus. Damit erachte ich ihren Bescheid als gegenstandslos!‘ Mutig! Eine Schulleiterin mit Hand und Herz, immer mit Humor - ich habe sie nie griesgrämig erlebt!“

Rückblick

Das Kollegium bot einen Rückblick auf die gemeinsame Zeit: „Der Anlass ist schön und traurig zugleich“, hieß es da.
Das Fußballturnier der vier Werdener Grundschulen, im April wird seit einigen Jahren die Halle des Löwentals gerockt, wurde unter Seibrings Regie aus der Taufe gehoben und bestens von Kindern, Eltern und Schlachtenbummlern angenommen.
Auch wieder bezeichnend: Tochter Jennifer musste oft mitmachen, Sohn Patrick, ein Profitänzer, eigens aus dem schwedischen Göteborg anreisen, um beim Tanzprojekt „Nathan der Weise“ Regie zu führen. Es gab Klassenausflüge in den Seibringschen Garten.
Das war das Stichwort: Überreicht wurde ein Präsent mit Aufenthaltsqualität: eine massive Gartenbank! Dekoriert mit von den einzelnen Klassen gestalteten Ruhekissen wird diese Bank ihren Platz im Grünen finden.

"Nimm Dir Zeit..."

Corinna Seibring hat in und für die Heckerschule viel bewegt, bewies ungeheure Freude an der Arbeit mit Kindern. Eben diese Kinder sangen der Jubilarin etwas ins Notizbuch: „Nimm Dir Zeit, genieß den Augenblick!“
Corinna Seibring war gerührt: „Ihr habt mir gezeigt, warum ich meinen Beruf immer geliebt habe“, dann ging es auf den Schulhof, unzählige Luftballons stiegen in den Himmel, es gab Berline Ballen und eine süße Überraschung für Schüler und Gäste: Corinna Seibring hatte offensichtlich wochenlang in der Küche gestanden und für alle Marmelade eingekocht. Renner waren „Erdbeere pur“ und „Saure Kirsche pur“, der Mischung „Erdbeere und schwarzer Pfeffer“ standen zumindest die Kinder eher reserviert gegenüber…

"Das wäre doch gelacht!"

Das Abschlusslied geradezu trotzig: bei „Freie Zeit“ nach der Melodie von „Life is life“ klang es so: „Ohne Schule lässt sich’s leben, das wäre doch gelacht!“ Eben.
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