Zum Lesen verführt! Aktion „Lesen im Park mit einem Bollerwagen voller Bücher“

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„Pipikack“? Worum ging es dieser freundlichen Dame?
 
Gisela Kühn liest nicht nur vor - sie gestikuliert, sie lacht, sie reißt mit. Den Kindern - und auch den Eltern - gefällt‘s!

„Bei Regen oder nasser Wiese fällt die Aktion leider aus!“ Lesen für Kinder auf der Brehminsel. Gefährdet durch das zurzeit extrem launische Wetter? Nein!

Denn der Wettergott ist offensichtlich auch ein Bücherfreund. Der Bollerwagen überquert die Brücke am Heyerstrang, rollt über die Wiese zum Kinderspielplatz. Dort, im Schatten eines mächtigen Baumes, schlagen Gisela Kühn und Dörte Schütte vom „Verein zur Förderung der Kinder- & Jugendliteratur “ ihre Zelte auf. Nicht wortwörtlich, des Vereines ganzer Stolz ist zwar ein waschechtes Lapplandzelt, das als „Lesezelt“ Platz für bis zu 15 Kinder bietet, doch heute reichen ein paar Decken, um es sich gemütlich und lesebereit zu machen.
Auf dem Brehm, am Spielplatz, da gibt es immer Kinder, die auch sofort neugierig äugen und offensichtlich überlegen, ob sie den beiden Damen und vor allem dem verführerisch aussehenden Bollerwagen, randvoll mit Büchern, auf die Pelle rücken dürfen. Na klar doch! Gisela Kühn lädt sie herzlich ein: „Kommt ruhig näher!“ Ganz Mutige schreiten zügig herbei, lassen sich auf die Decke plumpsen, weniger Tapfere halten mal lieber Mamas oder Papas Hand, finden diese „Attraktion“ aber letztlich doch unwiderstehlich.

Spaß am Buch

Die „Zuhörertribüne“ füllt sich also, was der engagierten Vorsitzenden des Vereins für Kinder- und Jugendliteratur das Herz aufgehen lässt: „Wir touren zurzeit durch die Essener Parks. Mal sind es zehn Kinder, mal 15, mal weniger. Macht aber nix. Es lohnt sich schon für ein Kind!“
Seit 1988 ist Gisela Kühn, damals noch Verwaltungsangestellte im Jugendzentrum, Vorsitzende dieses ganz besonderen „Buchclubs“. Der Verein setzt sich dafür ein, Kindern und Jugendlichen Spaß am Buch, Freude am Lesen und Vergnügen an der Sprache zu vermitteln. Besonderes Anliegen sind niederschwellige Angebote. Da geht es eben nicht um hehre Literatur-Rezeption in gepflegter Atmosphäre, nein, vor Ort, ganz nah bei den zukünftigen Lesern, da spielt die Musik.

Leseratten in spe

Dank der Unterstützung der SPARDA-Bank kommt das „Büchermobil“ bereits im dritten Jahr im Zuge des Ferienspatz-Programms auf die Brehminsel nach Werden. Für Kinder von 2 bis 12 Jahren lesen Gisela Kühn und Dörte Schütte aus ihren Lieblingsbüchern vor. Die Kinder können sich in dieser Zeit auch Bücher ausleihen und selber lesen.
Sich so ein wenig bei den Eltern einkuscheln und verträumt der Vorleserin lauschen, das hat auch was. Aber Gisela Kühn - kokett strahlt sie: „Schreibt sich wie mutig“ - will nicht nur berieseln, sondern die „Leseratten in spe“ zum Mitmachen animieren. Das klappt toll mit Reimwörtern. Bei „Eins Zwei Drei Tier“ von Nadia Budde zum Beispiel reimt sich auf das dritte Wort ein Tiername. „Benno, Eddy, Rolf…und der Wolf!“ oder „Das Haar ist glatt, lockig oder kraus…es folgt die Maus!“

"Du!"

Begeistert und konzentriert gehen die Kinder mit, sind schnell im Bann des Bilderbuches einer Autorin, die Gisela Kühn am Herzen liegt: „Nadia Budde hat dieses Buch eigentlich nur für ihren Sohn gestaltet und bekam dafür gleich den Deutschen Jugendliteraturpreis.“ Am Ende des Buches kommt dann auch noch der Leser mit ins Buch, denn auf „Känguruh“ reimt sich: „Du!“
Gisela Kühn steht auf Gedrucktes: „E-Books sind natürlich auch ok und manchmal ganz praktisch, aber ein Buch ist noch schöner!“

Das Sams

Bald steht für sie ein Treffen mit Paul Maar an, der Autor ist berühmt als „Vater des Sams“. Ein neuer Band ist gedruckt: „Ein Sams zu viel“. Herr Taschenbier wünscht sich mit seinem allerletzten Wunschpunkt ein Sams für seine Nachbarin Frau Rotkohl. Für ihre „Sams-Aktion“, auch hier geht es um Reime rund ums „Sams“, verkleidet sich die 1. Vorsitzende stets als Sams, stilecht mit Overall, Flossenstrümpfen, roten Haare, Rüsselnase und Wunschpunkten.

Killewipp

Derweil liest Dörte Schütte vor, aus „Killewipps geheimes Bauernhof-Handbuch“. Killewipp ist nämlich der BESTE Hofhund weit und breit. Er weiß einfach ALLES über den Bauernhof und seine Bewohner und verrät uns ein paar seiner Geheimnisse. Killewipps Profi-Tipp: „Tu so, als hättest du den Fuchs verjagt, und du bekommst drei Kekse vom Bauern!“ Heftiges Schmunzeln. Einfach genial der Nachsatz: „Gib dem Fuchs einen ab!“ Großes Gelächter.
Aus der Bücherkiste lugen brandneue, unbekannte, wenig bekannte und auch weltbekannte Bücher heraus, die Gisela Kühn in ihren „Bettelaktionen“, etwa bei Buchmessen, den Verlagen aus dem Kreuz geleiert hat. Da gibt es „Eine Dose Kussbonbons“, aber der „Der Grüffelo“ oder Enzensbergers genialer „Zahlenteufel“ dürfen auch nicht fehlen.

Schnell sind sie dahin, die zwei Stunden. Ob es nun auf dieser schönen Erde ein paar neue Literatur-Fans gibt? Wäre schon möglich…
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