Hinz: Salami-Taktik

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Petra Hinz, langjährige Bundestagsabgeordnete im Essener Westen, verspielt zur Zeit die letzten Sympathien. (Foto: privat)

Kaum ein Thema wird in den letzten Wochen so kontrovers in unserer Nachrichten-Community Lokalkompass.de diskutiert wie der frisierte Lebenslauf der Frohnhauser (Noch)-Bundestagsabgeordneten Petra Hinz.

Mal hat es den Anschein, die Kommentatoren würden die Lügenbaronin am liebsten teeren und federn und aus dem Land jagen, mal wird die politische Leistung der Politikerin gewürdigt und um Verständnis geworben.
Jetzt macht ein Exklusiv-Interview mit der Westdeutschen Zeitung die Runde, in der sich Petra Hinz erstmals aus der Klinik zu Wort meldet. Tenor: Sie werde ihren Sitz im Bundestag in einem persönlichen Gespräch mit Bundestagspräsident Norbert Lammert aufgeben, sobald sie die Klinik verlassen könne. Wann dies soweit sei, bestimme nicht sie, sondern die Ärzte. Der Essener SPD-Vorsitzende und NRW-Justizminister Thomas Kutschaty sei darüber informiert, auch wenn er nun anderes behaupten würde.
Die Lebenslüge kann man Petra Hinz verzeihen, getreu dem Motto: Jeder macht mal einen Fehler. Und die politische Arbeit der Bundespolitikerin, die vor Ort stets präsent war, darf durchaus gewürdigt werden.
Keinen Gefallen tut sich Petra Hinz mit ihrem Geständnis und politischen Rückzug im Stile der Salami-Taktik, die selbst langjährige politische Mitstreiter in Rage bringt.
Wie zum Beispiel den 89-jährigen Friedel Sniatecki, seines Zeichens Ehrenvorsitzender der Altendorfer SPD. "Das war ein ganz großer Fehler von Petra Hinz, aber wir stehen hinter ihrer politischen Arbeit in den letzten Jahrzehnten", warb er noch vor einigen Tagen um Verständnis. Doch nun heißt es von ihm, sie möge doch bitte endlich ihr Bundestagsmandat niederlegen.
Was mag Petra Hinz wohl dazu bringen, keinen sauberen Schnitt zu machen? Ihr Zitat
"Ich habe einen letzten Rest Würde verdient." aus ihrem jüngsten Interview aus der Klinik heraus stimmt wohl. Jedoch: Im Moment tut sie alles dafür, dass sie ihr verbliebenes Ansehen unter Partei-Genossen und unter ihren Wählerinnen und Wählern endgültig verspielt. Schade.
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1 Kommentar
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Heinz Kolb aus Gelsenkirchen | 12.08.2016 | 12:27  
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