Christa Platzer - Sängerin mit Berufung

Anzeige
Als Lola Blau kehrt Christa Platzer in dieser Spielzeit noch drei Mal ins Kleine Haus des MiR zurück. Foto: Pedro Malinowski/MiR (Foto: Foto: Pedro Malinowski/MiR)
 
Mit ihrem Edith Piaf-Programm tourt die MiR-Solistin auch durch die Republik und steht neben Schauspiel-Diva Gudrun Landgrebe auf der Bühne bei „Bonjour Tristesse, Bonjour Piaf“, einer Kombination aus Lesung und Gesang. Foto: MiR (Foto: MiR)
 
„Ich fühle mich auf der Bühne nur wohl, wenn ich genau weiß, was ich zu tun habe. “Christa Platzer, Solistin am MiR. Foto: MiR (Foto: MiR)
Gelsenkirchen: Musiktheater im Revier |

Man kennt Christa Platzer als Edith Piaf, den Spatz von Paris, Janis Joplin in Bernd Schindowskis letzter Arbeit zu Heavy Music – Cool Love am Musiktheater im Revier oder auch als Lola Blau in der aktuellen Spielzeit. Dabei schlüpft sie in die Rollen der innerlich zerrissenen Frauen, bringt ihre Leben authentisch, mitfühlend und anregend auf die Bühne und versucht dabei, das Publikum zum Nachdenken zu bringen über das Leben, die Zeit in der wir leben und die Gesellschaft.

Eine Solistin für die schwierigen Frauen-Bilder


In zwei der drei genannten Stücke steht „die Platzer“, wie man gern sagen möchte, weil sie alle Anforderungen an eine Grande Dame erfüllt, allein oder beinahe allein auf der Bühne und doch füllt sie in beiden Fällen die Bühne aus. Denn man spürt ihre Präsenz mit der sie ihre Stücke darbietet, die Freude daran und auch den Anspruch der Perfektion.
Man könnte Christa Platzer beinahe „nimmersatt“ nennen, wenn man sich vor Augen hält, dass sie neben den verschiedenen Stücken, in denen sie am Musiktheater im Revier eingebunden ist, noch die Zeit findet als Edith Piaf durch die Theater der Republik zu reisen.
Aber sie sagt selbst: „Wir sind wie verrückt auf Tour, weil in diesem Jahr der 100. Geburtstag von Edith Piaf gefeiert wird. Dabei macht auch das Musiktheater im Revier keine Ausnahme und hier wird an ihrem 100. Geburtstag, am 19. Dezember noch einmal das Leben der Edith Piaf in Liedern präsentiert, ebenso wie am Silvesterabend.“

Bonjour Tristesse, Bonjour Piaf


Dass Christa Platzer diese Rolle wie auf den Leib geschneidert ist, beweist auch die Tatsache, dass eine andere deutsche Diva, keine geringere als Gudrun Landgrebe, in ihr die Partnerin gefunden hat, die lange Zeit für ihr Vorhaben „Bonjour Tristesse, Bonjour Piaf“ auf der Suche war. „Wir haben uns bei einem Festival kennengelernt und uns sofort verstanden. Gudrun Landgrebe erscheint oft ein wenig als die Unnahbare, aber das war zwischen uns kein Problem. Wir haben uns sofort gut verstanden und werden in nächster Zeit noch vier Auftritte miteinander haben“, schildert die Sängerin.

An der Seite von Gudrun Landgrebe


Dabei liest Gudrun Landgrebe aus Francoise Sagans Roman „Bonjour tristesse“ und erzählt die Geschichte der 17-jährigen Cécile, die mit ihrem Vater, einem Frauenhelden, die Ferien in einem Haus an der Cote d‘ Azur als unerwartet eine ehemalige Freundin der verstorbenen Mutter für Unruhe sorgt.
Christa Platzer liebt die Rollen, in denen sie vor der Herausforderung steht, in sehr kurzer Zeit von guter Laune in eine tief depressive Stimmung zu verfallen und doch zu signalisieren, dass man nie aufgeben würde. „Das ist spannend und das macht sehr viel Spaß“, freut sie sich.

Kreisler meets Piaf


Und sie ist auch selbst eine, die nie aufgeben würde und immer weiter entwickelt, verbessert und neu erfindet. So wird sei bei der Lobenhäuser Kammermusikwoche gemeinsam mit Tom Rimes am Klavier ihre Frauen-Rollen im Chanson-abend „Kreisler meets Piaf“ darbieten.
„Lola Blau wäre auch möglich als konzertante Darbietung auf einer ganz kleinen Bühne. Dann würden natürlich die Kostüme wegfallen, aber dass wir hier am MiR die ganze Bühne des Kleinen Hauses für uns haben, das ist purer Luxus. Dieser Luxus ermöglicht es uns aber auch durch die optische Darstellung, die Besucher noch mehr mitzunehmen“, ist sich Platzer bewusst.

Lola Blau ist so aktuell wie lange nicht


Und sie spürt auf der Bühne deutlich die Resonanz des Publikums, das Lola Blau angesichts von Pegida und anderen aktuellen Ereignissen eine andere Wirkung hat auf die Besucher.
Sie schildert: „Aber das ist auch die Aufgabe eines Theaters, genau solche Stücke zu zeigen und die Menschen anzuregen, darüber nachzudenken. Ich bin mir auch bewusst, dass ich einen Luxusberuf habe, der aber auch verbunden ist mit dem Auftrag, solche Stücke zu spielen und damit vielleicht ein wenig mitzuwirken daran, dass so etwas, wie es Lola Blau oder vielmehr wie es Georg Kreisler erlebt hat, der ihr seine eigenen Erlebnisse eingehaucht hat, nie wieder passiert. Und wenn das dann noch mit viel Humor und Spaß auf beiden Seiten verbunden ist, kann es kaum etwas Schöneres geben.“

Christa Platzer "lebt" sich in ihre Rollen hinein


Um aber genau diese Wirkung auf der Bühne zu erzielen, bedarf es viel Arbeit. Christa Platzer erzählt dazu: „Ich habe im April 2014 begonnen mich mit Lola Blau zu beschäftigen, obwohl die Premiere erst für Februar 2015 geplant war. Aber ich habe das Bedürfnis, mich immer wieder anders an die Rolle heranzuarbeiten, etwas Neues zu entdecken und herauszuarbeiten und sie so nie langweilig werden zu lassen. Das ist wie bei einem Maler, der eine Idee hat und sie langsam Schritt für Schritt umsetzt. So ähnlich agiere ich als bildende Künstlerin auf der Bühne.“
Dazu kommen natürlich Kreislers feine Ironie und sein Humor. Die Redewendungen musste Regisseurin Sandra Wissmann auch Tom Rimes erklären, der auf den Fidschi-Inseln geboren und in Australien aufgewachsen ist. Rimes spricht gut deutsch, aber die feinen Nuancen muss man ihm nahebringen. Oder wie Christa Platzer es erklärt: „Loriot hat einmal gesagt, dass es ihn auch nur auf deutsch gibt, weil es in keiner anderen Sprache ein Wort für Auslegware gibt.“

„Lola Blau“ ist noch drei Mal am MiR zu sehen


Und sie verspricht, dass sie sich in der zwei Monate währenden Pause, die Lola Blau gerade hatte, nicht ausgeruht hat auf dem Bekannten, sondern weiter daran gearbeitet hat und die Zuschauer mit der ein oder anderen Veränderung überraschen wird, wenn „Lola Blau“ am 13., 19. und 26. Juni wieder ins Kleine Haus des MiR kommt.
Vielleicht kommen im nächsten Jahr auch Gelsenkirchener in den Genuss von „Kreisler meets Piaf“, wenn es im Rahmen der Schloss Berge-Konzerte des Lions Club Buer zu Gehör kommt.

Platzers "Edith Piaf" für zu Hause


Wer sich gern „Edith Piaf - Ein Leben in Liedern“ auch zu Hause anhören möchte, der sollte sich zur Kasse des Musiktheater im Revier begeben. Dort gibt es eine CD mit einem Liveschnitt des Konzert von Christa Platzer in Bad Homburg anlässlich des 50. Todestages von Edith Piaf.
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.