Peter Maffay: „Der 9. Ton“

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Bei einer Pressekonferenz im Vorfeld des Steiger Award ließ er es sich nicht nehmen, der damaligen Stadtspiegel-Praktikantin eine Pralinen-Probier-Schachtel entgegen zu halten und sie aufzufordern zu probieren: „Die sind so gut, das solltest Du Dir nicht entgehen lassen!“ Zuvor erkundigte er sich aber noch höflich nach dem Befinden der jungen Dame: „Geht‘s Dir gut?". Nach diesem Gespräch ging es ihr bestens. (Foto: Foto: Privat)

Es war im Sommer 2007 als ich ein Interview mit Peter Maffay führen durfte. Damals erfuhr ich, dass der gebürtige Rumäne ein ewig Ruheloser und doch in sich ruhender Mensch ist. Tief gläubig ohne das zu sein, was man als religiös daran misst, sich in der Kirche zu engagieren, und ein Menschenfreund par excellance, dem vor allem die Kinder sehr am Herzen liegen. Ein wahrhaft spannender, ein interessanter Mann und dabei noch einer „wie Du und ich“ geblieben.

Ein Buch gibt Einblicke in Herz und Seele von Maffay

Damals in dem Interview und auch in mehreren kurzen weiteren Begegnungen mit Maffay konnte ich Einiges über ihn erfahren oder auch einfach "fühlen" durch die kurzen Wortwechsel oder auch einfach nur eine Geste. Nun können alle, die gern mal ein Buch in die Hand nehmen, ähnliche Erfahrungen sammeln, indem sie durch sein Buch „Der 9. Ton“ mehr erfahren über die Person Peter Maffay und auch Einblicke in seine Seele erhaschen.
Allein der Titel dürfte ein wenig irritieren, denn eigentlich gibt es in der Musik ja nur acht Töne auf der Tonleiter. Doch die Erklärung Maffays ist einfach wie schlüssig und ein Zeugnis seiner Bescheidenheit. Denn er erklärt den Titel so: „Nun, der 9. Ton ist der gute Ton. Ohne ihn wären die Musiker eines Orchesters nicht in der Lage harmonisch miteinander zu musizieren. Dieser 9. Ton steht für respektvolles Zusammenspiel, dafür, dem anderen Raum zu geben, sich entfalten zu können, sich gegenseitig zu motivieren, Experimente zu wagen und gemeinsam zu siegen.“

Gelebte Nächstenliebe für seine Umgebung

Maffay hat noch weitere Erklärungen zum 9. Ton, doch schon diese wenigen Worte zeichnen das Bild des Mannes, von dem sie stammen. Sie zeigen ihn wie er ist, als einen Mann, der den allerhöchsten Respekt vor seiner Umwelt hat und dabei liegen ihm Menschen, Natur und Tiere gleichermaßen am Herzen.
Und Maffay hat ein großes Herz und das vor allem für Kinder. Dieses „Herz“ zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch.
Es beginnt mit seinem Leben als Peter Makkay in seiner Heimat Transilvanien in Rumänien. Er schildert seine Kindheit in einem totalitären Staat, die nicht auf Rosen gebettet war, aber durch seine Eltern den Menschen aus ihm machten, der er heute ist.

Heimat ist für Maffay dort wo er heimisch ist

Mit 14 Jahren kam Maffay mit seiner Familie nach Deutschland und seine Eltern bauten eine neue Existenz auf. Wie er sagt: „Natürlich mussten wir unser Deutschlandbild auch korrigieren. Aus gut 1000 Kilometern Entfernung hatten wir das Gefühl, wir erreichen das Schlaraffenland. Wir hatten die Illusion, hier hinge alles an den Bäumen und wir bräuchten es nur zu pflücken. Aber so war es natürlich nicht. Wenn man sich genügend streckte, kam man immerhin an einiges tatsächlich heran. In Rumänien hingegen konntest du dich strecken soviel du wolltest, und du bist trotzdem nicht rangekommen. Das war der Unterschied.“
Heimat ist für Maffay nicht ein Ort, sondern vielmehr ein Gefühl. Heimisch fühlt er sich bei seiner Familie, aber auch seinen guten Freunden. Und vielleicht ist es diese nicht feste Verwurzelung, die ihn offen macht für vieles. So begab er sich musikalisch auf eine Art Weltreise mit seinen „Begegnungen“ für die er Musiker aus allen Teilen der Welt auf eine Bühne holte.

Stiftung zum Wohle der Kinder

In seinem Buch beschreibt er die Entwicklung seiner Idee eine Stiftung zu gründen, die benachteiligten Kindern, Kindern als Opfer von Gewalt und ähnlichem, hilft.
Es geht um sein Engagement, das durchaus politisch zu nennen ist, wenn man an sein Projekt „Begegnungen - eine Allianz für Kinder“ geht, die Schutzräume schafft für Kinder verschiedenster Nationalitäten, Kulturen oder Religionen. So trafen durch sein Engagement Jugendliche aus Israel und Palästina zusammen und deutsche Jugendliche vermittelten als Mediatoren, „indem sie frei von Vorurteilen Brücken bauten“, wie er selbst schildert.
Auch die Finca auf Mallorca, auf der in 12 Jahren rund 8.000 Kinder für zwei Wochen im Jahr Urlaub von ihrem nicht gerade schönen Alltag machten, erläutert Maffay in seinem Buch. Und vieles, vieles mehr. Wobei besonders beeindruckend seine „Rückbesinnung auf Glauben und Werte“ sind.

Daten zum Buch "Der 9. Ton"

Das Buch „Peter Maffay - Der 9.Ton“ erscheint im Kösel-Verlag für 12.99 Euro. Die ISBN lautet 978-3-466-37059-7.
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