Kreisverkehr in Brauck verärgert Anwohner

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Sind nicht begeistert: (v. l.) Manfred Weber, Silke Okroy, Wolfgang Winkler, Bettina und Coskun Karaman und Michael Cacador ärgern sich über die Gestaltung des Kreisverkehrs. (Foto: gen)
Gladbeck: Kreisverkehr | „Wenn man hier wohnt, erlebt man so einiges“, ärgert sich Manfred Weber, als er vor seinem Reihenhaus steht. Bettina Karaman, ebenfalls Bewohnerin des Reihenhauses an der Horster Straße, pflichtet bei: „Der Kreisverkehr ist verunstaltet worden.“

Drei Monate Arbeit stecken nach Angaben der Anwohner in der neuen Gestaltung der Kreisanlage, wo Marien- und Horster Straße zusammen treffen. Zufrieden mit dem Ergebnis ist niemand von den Nachbarn, die sich an diesem Wintermorgen versammelt haben, um ihrem Unmut Luft zu machen. Mit einer Installation von Licht-, Pflanzen- und Metallelementen soll die Kreisfläche an die Bergbaugeschichte Gladbecks erinnern, indem geologische Formationen mit Metall und schwarzem Splitt nachempfunden wurden. Für farbliche Gestaltung wurden Fiberglasstränge über LED-Lampen errichtet, die je nach Jahreszeit variierend farbig leuchten.

Umsetzung verkorkst


Doch schmecken will das an der Horster Straße scheinbar niemandem so recht: „Die Idee mit dem Licht fand ich gut, aber die Umsetzung ist überhaupt nicht gelungen. Wir sind schon angesprochen worden, ob hier das neue Rotlichtviertel Gladbecks eröffnet wird“, empört sich Silke Okroy im Namen der Versammelten.
Doch die verärgerte Nachbarschaft meldet nicht nur ästhetische Zweifel an; auch die Sicherheitslage am stark befahrenen Verkehrsknoten bereitet ihr Sorgen. Michael Cacador gibt zu Bedenken, dass die einbetonierten Metallplatten leicht einen Fahrzeugrumpf aufreißen könnten, sollte ein PKW von der Straße abkommen, „von den Kosten für die ganze Elektronik ganz zu schweigen. Dabei heißt es doch immer: Die Stadt hat überhaupt kein Geld.“

Keine Kommunikation von Seiten der Stadt


Eigentlich hatten sich die Anwohner schon vor längerer Zeit für eine Gestaltung der Fläche stark gemacht, so dass der Ärger jetzt besonders groß ist. Schuld daran trägt für die Anwohner der Horster Straße vor allem die Stadt: Kommunikation habe es fast gar nicht gegeben, man fühlt sich übergangen. Auf die Bergbau-Symbolik der Anlage angesprochen, ist auch Wolfgang Winkler, ehenmaliger Bergmann, ratlos: „Mir ist einfach unbegreiflich, wie besonders im Ruhrgebiet die Bergbauvergangenheit der Region dargestellt wird.“ In Fragen der Gestaltung ist nach Ansicht der Nachbarn im Zweifel weniger mehr. So stellt sich Manfred Weber für künftige Pläne wissend zur Verfügung und rät zur Beschaulichkeit kleinerer Büsche und hübscher Blumen: „Was Schöneres, ja wirklich, das gibt‘s doch gar nicht!“
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