War aller Einsatz umsonst? St. Barbara-Verantwortliche verkünden Schließung der Geburtshilfeabteilung im Gladbecker Krankenhaus

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Noch vor wenigen Tagen zeigte die "Elterninitiative zum Erhalt der Geburtsabteilung" Präsenz in der Gladbecker Innenstadt und verkündete stolz die Summe von rund 5.000 Unterstützerunterschriften. Trotz des massiven Protest der Bürger verkündeten nun die St. Barbara-Verantwortlichen die Schließung der Abteilung zum 31. Dezember 2016 und dazu erhalten alle elf Hebammen zum 31. Juli 2017 ihre Kündigung. (Foto: Kariger/STADTPSPIEGEL Gladbeck)
Gladbeck: St. Barbara-Hospital, Barbarastraße 1 |

Gladbeck. Jetzt ist es traurige Gewissheit: Die Geburtshilfe-Abteilung im St. Barbara-Hospital wird unwiderruflich geschlossen.

Seitens der Stadt Gladbeck wird die Schließung ausdrücklich bedauert. Bürgermeister Ulrich Roland in einer ersten Stellungnahme: "Dies ist ein Verlust für das St. Barbara-Hospital und damit auch für die Stadt Gladbeck. Dies belegen auch die über 5.000 Unterschriften, die die Elterninitiative für den Erhalt der Geburtshilfe gesammelt hat. Ich bedauere daher, dass die Träger des Krankenhauses hierzu keine Alternative sehen. Positive ist im Interesse der Beschäftigten aber, dass KKEL zugesagt hat, dass es bisher keine Kündigungen gegeben und KKEL zugesagt hat, auch mit den Hebammen zu sprechen, um ihnen alternative Arbeitsplätze anzubieten."

Der 1. Beigeordnete Rainer Weichelt blickt bereits in die Zukunft: "Wir haben bisher mit der Geburtshilfe im St. Barbara-Hospital hervorragend im Bereich der frühkindlichen Prävention zusammengearbeitet. Selbstverständlich werden wir im Interesse der jungen Familien in unserer Stadt versuchen, die Zusammenarbeit mit den verbleibenden Geburtshilfestationen in Bottrop und Gelsenkirchen so erfolgreich fortzusetzen, wie bisher mit der Geburtshilfe in Gladbeck."

Keineswegs übereinstimmend mit den Ausführungen seitens der Stadt Gladbeck liest sich die Stellungnahme der "Elterninitiative für den Erhalt der Geburtshilfe". Hierin ist die Rede davon, dass die Abteilung bereits zum 31. Dezember 2016 geschlossen wird und alle elf Hebammen zum 31. Juni 2017 aus "wirtschaftlichen Gründen" gekündigt werden.

Gleichzeitig kündigt die Elterninitiative weitere Aktionen an, um vielleicht doch noch den Erhalt der Abteilung zu erreichen. So will man schon in Kürze den Essener Bischof kontaktieren.

Diesbezüglich wartet die Elterninitiative auch mit erstaunlichem Zahlenmaterial auf. Demnach verfügt das Essener Bistum über ein Vermögen von 256 Millionen Euro. Auch wenn nach Medienberichten von Anfang November 2016 das Bistum das Haushaltsjahr 2015 mit einem Verlust von 10 Millionen EUR abgeschlossen haben soll. "Allerdings lässt sich der Homepage des Bistums Essen entnehmen, dass in das Haushaltsjahr 2015 eine Sonderabschreibung von 30 Millionen Euro eingestellt wurde für die Grundstücke mit Schulgebäuden," schreibt die Elterninitiativ. "Der Grund dieser Sonderabschreibung ist kaum nachvollziehbar, da in der aktuellen Niedrigzinsphase alle anderen Gebäudeeigentümer eine deutliche Wertsteigerung ihres Bestandes feststellen. Ohne diese einmalige Sonderabschreibung wäre das Haushaltsjahr 2015 nicht mit den geplanten 2.815.326 Euro Jahresüberschuss abgeschlossen worden, sondern dann mit rund 22 Millionen Euro Jahresüberschuss."

Auch die Gladbecker CDU hat sich in einer kurzen Mitteilung bereits zu Wort gemeldet. Die Christdemokraten verlagern den gesamten Vorfall aber eher auf die politische Ebene, sehen in der rot-grünen Landesregierung den Schuldigen für die beschlossene Schließung. Und aus Sicht der CDU müsse sich nun auch der Gladbecker SPD-Landtagsabgeordnete Michael Hübner vehement für den Erhalt der St. Barbara-Geburtshilfeabteilung einsetzen.-
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6 Kommentare
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Wolfgang Kill aus Gladbeck | 26.11.2016 | 08:42  
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Robert Giebler aus Gladbeck | 26.11.2016 | 12:29  
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Wolfgang Kill aus Gladbeck | 26.11.2016 | 12:49  
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Rene' Potratz aus Gladbeck | 27.11.2016 | 11:03  
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Wolfgang Kill aus Gladbeck | 28.11.2016 | 10:53  
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