Wasser in der Stadt von morgen

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Gladbeck. Die Stadt Gladbeck hat im Mai 2014 im Rahmen der Unterzeichnung der gemeinsamen Absichtserklärung der Emscherkommunen, der Emschergenossenschaft und des Landes NRW (Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz) ihre Mitwirkung an der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ erklärt.
Aus der reinen Absichtserklärung ist mittlerweile eine feste Kooperationserklärung geworden – am Montag wurde sie nun im Rathaus von Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, und Bürgermeister Ulrich Roland unterzeichnet. Im Zentrum der Zukunftsinitiative stehen die Handlungs- und Gestaltungsperspektiven, die mit dem innovativen Leitbild der „Integralen Wasserwirtschaft“ und einer wassersensiblen Stadt- und Quartiersentwicklung verbunden sind.

Alle Partner erwarten über ihre aktive Mitwirkung an der Zukunftsinitiative eine kontinuierliche Beförderung der Umsetzung ihrer jeweiligen Zielsetzungen im Bereich der Klimaanpassung, des Überflutungs- und Hochwasserschutzes, der wasserinfrastrukturellen Systeme, der Gewässerökologie sowie der urbanen Lebensqualität.

Zahlreiche Vorteile

Um die Absichtserklärung zur Zukunftsinitiative mit Leben zu füllen, konkretisieren die Partner die gemeinsame Zusammenarbeit durch die Kooperationserklärung. „Eine integrale Wasserwirtschaft bringt zahlreiche Vorteile mit sich: Um den gesamten Wasserkreislauf im Blick zu behalten, führt unsere Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ unter anderem Themen wie Wasserwirtschaft, Stadtentwicklung, Freiraumplanung, Klimaanpassung und Straßenbau enger zusammen“, sagt Dr. Paetzel.
Ein praktisches Beispiel: Wird in einer Straße die Fahrbahn saniert, müsste automatisch mitgeklärt werden, ob es sich nicht auch lohnt, im Rahmen dieser Maßnahme auch gleich ohnehin anstehende Kanalbauarbeiten durchzuführen, um spätere Mehrkosten zu vermeiden. Die zur Verfügung stehenden Daten könnten darüber hinaus auch Aufschluss darüber geben, wie der Grundwasserspiegel in der Straße aussieht und ob im Zuge der Kanalbaumaßnahme nicht auch Grundwasserdrainagen gelegt werden sollten – um nasse Keller infolge steigender Grundwasserstände zu vermeiden! Die Wasserwirtschaft kann folglich einen bedeutenden Beitrag für das Leben in den Städten und Metropolregionen von morgen leisten.
„Gerade die Starkregenereignisse der vergangenen Wochen haben gezeigt: Wir müssen auch unsere Städte auf den Klimawandel vorbereiten, unsere Infrastruktur anpassen. Dabei kommt gerade der Wasserwirtschaft eine entscheidende Rolle zu", sagt Gladbecks Bürgermeister Ulrich Roland.

Regenwasser-Projekte

Die neue Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ baut darüber hinaus auf der „Zukunftsvereinbarung Regenwasser“ auf, die die Emschergenossenschaft 2005 mit den Emscherkommunen und dem Land NRW auf den Weg gebracht hatte. In Gladbeck sind seitdem zahlreiche Projekte umgesetzt worden, hier nur zwei Beispiele:

Musikschule
Das Projekt ist mit 750 m² von der Kanalisation abgekoppelter Dachfläche vergleichsweise klein. Da die Muldenversickerung jedoch zur gestalterischen Aufwertung des Eingangsbereichs der städtischen Musikschule dient und von zahlreichen Besuchern wahrgenommen wird, hat es eine ausgeprägte Werbewirkung für das Thema Regenwasserbewirtschaftung. Interessierte werden durch Hinweistafeln über das Projekt informiert.

Maschinenhalle Zweckel
In der ehemaligen Maschinenhalle finden heute Kulturveranstaltungen statt; das Umfeld inklusive der Mulden-Rigole ist mit geometrisch klaren Formen an der industriellen Architektur orientiert und trägt mit zum unverwechselbaren Charakter des Veranstaltungsortes bei. Auch das Entwässerungskonzept ist bemerkenswert: Die Niederschlagsabflüsse der Dachflächen werden für die Löschwasserbevorratung sowie die Toilettenspülung zur Verfügung gestellt, überschüssiges Wasser sowie die auf den umliegenden befestigten Flächen anfallenden Abflüsse werden der Mulden-Rigole zugeführt. Im Bereich der Versickerungsanlage wurde der teils belastete Boden ausgekoffert und durch unbelasteten ersetzt. Auf diese Weise konnten 4.200 m² befestigter Fläche von der Kanalisation abgekoppelt werden.

Weitere Beispiele finden sich auf www.emscher-regen.de unter „Projekte“. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, und Bürgermeister Ulrich Roland unterzeichneten die Kooperationserklärung Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, und Bürgermeister Ulrich Roland unterzeichneten die Kooperationserklärung Foto: Kariger
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3 Kommentare
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Robert Giebler aus Gladbeck | 03.07.2016 | 11:50  
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Detlef Schreiber aus Gladbeck | 04.07.2016 | 09:22  
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Robert Giebler aus Gladbeck | 04.07.2016 | 12:32  
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