Die Mär von der Königin, die den Bock zum Gärtner machte

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Der Bock, ein wichtiger Taktgeber in allen Lebenslagen - häufig aber nicht richtig taktend und dabei stinkend (Foto: wikipedia gemeinfrei)
 
Im Garten Eden wurde eine einschneidene Veränderung durchgesetzt - wie man sehen kann. Ob sie letztendlich wohl eine sinnvolle war ?? (Foto: wikipedia gemeinfrei)

Hört sich seltsam an – ist aber so !

Es war einmal eine große und schlanke Hofdame, welche in der zweiten Hinterhausreihe in einer mittelkleinen Schrebergartenbehausung einen niedlich kleinen und beschaulichen Wildgarten pflegte.

Mit viel Fleiß und Stutenbissigkeit und Ordnungssinn brach sie jedem Halm das weiche Genick, der nicht nach ihrer Wildgartenfasson wachsen wollte, zumindest aber riss sie ihm sein Feigenblatt genüsslich ab, so dass er schutzlos und bloßgestellt den Blicken seiner ungerupften Nachbarn ausgesetzt sein weitres Leben darben musste.
Und alle Halme ringsherum bekamen es mit der Angst zu tun und stellten sich entweder dumm an oder aber in Reih und Glied auf.

Und unsere stolze große, schlanke Hofdame genoss diesen Anblick, während sie sich in dem kleinen Fünklein Sonne badete, das sich hinab in die Gefilde dieser Schrebergartenbehausung getraut hatte.

Und so beherrschte diese große, schlanke Dame der Wildgartenlobby namens Teresa ihr kleines Reich wie eine Mehr - Jungfrau als eine Gartenmutter in stürmischer See.

Und sollte sich irgendwo in dieser Wildgartenidylle auch nur der kleinste Hauch eines Wildhalms trauen, sich der Sonne entgegen zu recken, dann ...wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.......

So geschah es aber nun zu der Zeit, dass sich auf dem großen weiten Ackerland des Euregius Maximus hinter der kleinen Schrebergartenbehausung ein großer Sturm erhob.
Dieser wilde Sturm entwurzelte große Eichen, sehr große Goldregengewächse und machte allen kleinen und großen Schrebergartenbehausungsbewohnern kleine und große Ängste.
Ganz besonders aber fürchteten sich alle Gartenzwerge und sonstiges ungehobeltes Beiwerk der Schrebergärten.
Alle hatten Angst, dass der große wilde Sturm ihre kleine, beschauliche Schrebergartenlandschaft beschädigen und mit fremdartigem Unkraut überwuchern könnte.

Es gab zwar schon in diesen Gärten den allseits begrüßten Klatschmohn und die Kamille, denen schon die Römer vor langer Zeit zur Migration verholfen hatten, und viele andere Zier- und Nutzpflanzen wie die wunderschöne Orchidee.
Aber als drohende Ungeheuer standen ihnen nun so viele andere fremdartige Gebilde gegenüber, daß sie den Mut verloren, sich mit diesen Einwanderern ein wenig näher zu befassen und ihren Nutzen zu bedenken.

Nein – sie hatten Angst !

Aber wovor ? Vor der Wasserhyazinthe ? Vor dem Bärenklau ? Vor dem durchwachsenen Knöterich ? Vor dem Kudzu ?

Warum nicht vor dem Goldregen ? Vor dem Alpenveilchen ? Vor der Kartoffel ? Vor der Stech-
palme ? Vor der Tabakpflanze ? Allesamt giftige und gefährliche Vertreter einheimischer Rassen !
Diese Pflanzen, obwohl zum Teil gemein- und lebensgefährlich, waren ihnen sehr vertraut, sie kannten sie schon lange und straften sie ob der Gefährlichkeit niemals ab.

Aber das neue, Unbekannte – welch ein Graus.......


Nun begab sich aber auch zur selben Zeit im Nachbarsgarten, dass ein kleiner Bock mit goldnen Strubbelhörnern, der lustgen Sprünge gar sehr übermächtig, mit lautem Zeter und mit Mordio den vielen Hasen mit den ängstlichen Näslein und zitternden Ruten seinen faulen Atem kräftig ins Visier hinein blökte und ein blaues Wunder von heilsamer Rettung vor dem Ungemach mit Lug und Trug in alle Nachbarsgärten schleuderte.

„Ich werd des Problems Lösung sein !“, schmetterte er hinaus und schmückte dieses Schloss der Lüfte mit allerlei Versprechen.
„Wehrt Euch und helft mir, eine große Mauer zu bauen, dann kann uns das vermaledeite Kraut nicht mehr gefährlich werden“, tönte er vom Abfallhaufen der Geschichte hinab.
„Reißt alles Fremde aus, verbrennt es auf dem Scheiterhaufen und grabt die Wurzeln allen Übels aus mit Haut und Haar !“

„Wurzeln ?“


Das hörte nun ein allzeit gut geschäftger Maulwurf unterhalb der Gürtelgraslinie und fühlte sich berufen, nun mit seiner Weisheit ans Tageslicht hinauf zu tauchen.

„Ich bin schon lang dabei, dem Kraut von unten ans Wurzelwerk zu gehen ! Ich mache mit“

Und so gingen sie gemeinsam an das vermaledeite Werk und bauten, rissen aus, verbrannten alles Überirdische und verspritzen Gift und Galle und zerstörten alles das, was in vielen Jahren die Kultur des Schrebergartens hervorgezaubert hatte.

Und da – nur viel zu spät – erwachten all die jungen grünen Gartenwichtel, die es vorgezogen hatten, in den Tag hinein zu schnarchen. Sie zeterten und demonstrierten und fluchten und schimpften auf die alten Gartenzwerge. Nur – es war zu spät.

Doch als so langsam Rauch und Feuer sich verzogen und das Resuktat der Wütearbeit sichtbar wurde, da dämmerte es den beiden Rädelsführern doch gehörig ins verklemmte Stammeshirn. „Was
ist denn das ?“ fragten sie sich heimlich insgeheim. Und machten sich genauso heimlich aus dem Staube. Den Dreck zu räumen überließen sie den anderen.

Die beiden Maulhelden,
Bock Boris und
Maulwurf Nigel !


Nun musste unsre große schlanke Hofdame das Zepter in die eignen Hände nehmen und machte flux den Bock zum Außengärtner

Hört sich komisch an – ist aber so !


Text: Lothar Dierkes
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Elmar Begerau aus Kamp-Lintfort | 17.07.2016 | 01:25  
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Lothar Dierkes aus Goch | 17.07.2016 | 10:00  
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Elmar Begerau aus Kamp-Lintfort | 19.07.2016 | 14:51  
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