Hattingen: Neue App für Flüchtlinge

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(v.l.) Übersetzer Rami Boram, Projektleiterin Kristina Hannemann und Bernd Jeucken, Leiter der Stadtbibliothek im Reschop Carré, stellten die neue kostenlose und viersprachige App vor: „Flüchtlinge – Willkommen in Hattingen“. Foto: Römer
 
Der QR-Code, mit dem das Quiz gespielt werden kann, um Hattingen und Deutschland besser kennen zu lernen.
Hattingen: Stadtbibliothek |

Das Team der Stadtbibliothek im Reschop Carré macht in Sachen Flüchtlingsarbeit/Flüchtlingshilfe weiter von sich reden: Neuestes „Kind“ ist eine App, die ab sofort nicht nur von Flüchtlingen kostenlos auf alle Handys oder Tablets heruntergeladen werden kann.

Entwickelt wurde die App als Lernwerk­zeug „Biparcours“ von der Landesinitiative „Bildungspartner NRW“ in erster Linie für Bibliotheken, erläutert Büchereileiter Bernd Jeucken bei der Vorstellung: „Es ist eine App für schulische und außerschulische Lernorte, mit der spezifische Themenrallyes, Quizanwendungen und Stadtführungen programmiert werden können.“
Und das hat für die Stadtbibliothek Projektleiterin Kristina Hannemann umgesetzt. In Zusammenarbeit mit Werner Buhl-Pompös von der Caritas in Hattingen hat sie die App auf Basis von „Biparcours“ erstellt. „Flüchtlinge – Willkommen in Hattingen“ besteht aus „Quizfragen“ zu Deutschland und auch Hattingen.
Das Besondere, bei dem die Caritas entscheidend mitgeholfen hat: Das Quiz ist vierspachig. Neben Deutsch sind das Englisch, Arabisch und Farsi, die laut Wikipedia wichtigste indogermanische Sprache in West- und Zentral­asien.
Bei den Übersetzungen hat die Caritas entscheidend geholfen. Über sie kam Kristina Hannemann an Rami Boram für die arabischen Übersetzungen und an Mohammad Teherani, der für Farsi verantwortlich zeichnet.

Infos als Quiz in vier Sprachen

Für die arabische Schrift und Farsi wurden Bilddatei­en als Fragen hochgeladen. In der jeweiligen Schrift kann auch geantwortet werden. Zu jeder Ant­wort erscheint in der jeweiligen Sprache eine abschließende Erklärung zur gestellten Frage. Auch ein Feedback ist am Ende möglich.
Die bislang zehn Fragen in den vier Sprachen, die weiter ausgebaut und aktualisiert werden, beruhen auf dem Infobedarf, der Flüchtlinge vor allem interessiert: Wie finde ich einen Dolmetscher? Was ist die Hauptstadt von Deutschland? Wie fahre ich Bus oder Bahn? Es gibt auch Fragen zur Stadt, etwa: Wie komme ich in die Stadtbibliothek? Wo erhalte ich einen kostenlosen Orientierungsplan oder auch den neuen Flüchtlingsführer („Refugee-Guide“)? Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, wird auch ein „Selfie“ von sich und dem Bügeleisenhaus, das erst „gesucht“ werden muss, im Quiz gefordert. Und am Ende winkt ein virtueller Lorbeerkranz...
Werner Buhl-Pompös: „Für mich ist die App ein schöner Anreiz für alle Neuankömlinge in Hattingen, um sich mit der Stadt zu beschäftigen und Neues zu entdecken.“ Fast alle der Flüchtlinge, ergänzt der Vertreter der Caritas, seien über Smartphones oder PCs in engem Kontakt mit der Heimat, nutzen das Internet aber ebenfalls für die Wohnungssuche, als Navigationssystem oder auch als Wörterbuch.
Daher hält Werner Buhl-Pompös die Möglichkeit, sich die App per QR-Code herunterzuladen, für sehr gelungen. Das soll den Flüchtlingen durch die Sozialarbeiter in den Unterkünften, aber auch durch verschiedensprachige Aushänge zur Kenntnis gebracht werden.
Mit dieser App ist die Stadtbibliothek wieder einmal Vorreiter zumindest in der Region. Büchereileiter Bernd Jeucken: „Mit unserer speziellen Version der App werden wir uns an dem Wettbewerb rund um dieses Lernwerkzeug beteiligen. Wir haben durch unsere anderen Aktivitäten in der Stadtbibliothek wie die Deutschlernkurse oder den fremdsprachlichen Bereich an Medien, den wir weiter ausbauen werden, zahlreiche Kontakte mit Flüchtlingen und wissen um ihre drängenden Fragen. So haben wir diese mit der App zusammengeführt und können neben der Hilfe mit spielerischem Charakter auch für den Wettbewerb eine Verwendungsmöglichkeit jenseits von 08/15 einreichen.“
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