Frühstücksprojekt soll richtig(en) Appetit machen: Ehrenamtliche helfen

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Gemeinsam Frühstücken macht einfach mehr Spaß. Und ein gesundes Frühstück lässt den Schulalltag vielleicht besser überstehen
 
Thekla Bieder von „Kinderpatenschaften“ (KIPA) hilft beim Frühstück mit den Kindern Alle Fotos: Pielorz
Der Verein „Kinderpatenschaften“ (KIPA) hat sich erst im Frühjahr diesen Jahres gegründet. Jetzt ist der Verein mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern Bestandteil eines neuen Frühstückprojektes.

Initiiert hat dieses Projekt Juliane Lubisch vom Hattinger Jugendamt gemeinsam mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern des Hattinger Vereines „Kinderpatenschaften“ (KiPa) und in den ersten Genuss eines frischen und gesunden Frühstücks kommen die Kinder der Klasse 3a der Grundschule Bruchfeld in der Lessingstraße.
„Die Schüler erhalten vier Wochen lang jeden Morgen ein reichhaltiges und ausgewogenes Frühstück. Das Angebot ist immer frisch und wird etwas variieren. Brötchen, Butter, Käse, Marmelade, Joghurt, Obst, Gemüse, Milch, Kakao, Orangensaft und Mineralwasser sind die Hauptbestandteile. Täglich zwischen 8.45 und 9 Uhr wird an einem liebevoll gedeckten Tisch gemeinsam gefrühstückt. Das Projekt wird betreut von den Mitgliedern unseres Vereines KIPA Hattingen“, erklärt Thekla Bieder.
Hintergrund der Idee sei die Armutskonferenz in Hattingen, die am 8. November stattfindet. „2007 haben wir an der Grundschule Bruchfeld unser erstes Fest von Bündnis für Familie gefeiert“, erinnert sich Juliane Lubisch. „Wir wollen auf der neuen Armutskonferenz etwas aus der praktischen Arbeit vorstellen und wissen, wie wichtig die Kriterien Ernährung, Bewegung und Bildung sind, um sich gut zu entwickeln. Mit der Ernährung haben wir nun einen Baustein herausgegriffen und aufgrund der knappen Zeit haben wir die Bruchfeld-Schule gefragt, ob sie sich für dieses Projekt zur Verfügung stellen. Wir möchten Ergebnisse und Erfahrungen sammeln dazu, ob ein gemeinsames gesundes Frühstück der Kinder Auswirkungen auf den Unterricht hat, auf die Konzentration und das Lernen, aber auch auf das Verhalten miteinander. Wir beobachten schon nach den ersten Tagen einen liebevollen und ruhigen Umgang der Kinder miteinander. Wir erleben, wie auch einmal Lebensmittel probiert werden, die die Kinder sonst zuhause nicht essen. So testete ein Kind beispielsweise frische Ananas. Und auch die Kulturtechniken, zum Beispiel das Essen mit Messer, Gabel und Serviette werden so ganz nebenbei gelernt oder verinnerlicht.“
Die positiven Effekte sieht auch Thekla Bieder vom KIPA-Verein. „Wir wünschen uns viele Nachahmer“, sagt sie. Einen süßen Tag in der Woche wird es beim Frühstück geben. „Die Kinder haben schon gefragt, wann sie denn süße Schokoladencreme bekommen“, lacht sie. Der Wunsch nach einem Eis wird aber vielleicht doch nicht erfüllt – trotz des damaligen Schlagers „Himbeereis zum Frühstück“ ist das vielleicht nicht wirklich für den tagesbeginn geeignet.
Auch Lehrer Jens Klaus glaubt an positive Erfahrungen. „Das gemeinsame Frühstück ist auch interessanter und man lernt wirklich auch von den anderen. Das ist schön.“
Selbstverständlich sollen nach Ablauf der vier Wochen auch die Ergebnisse ausgewertet werden und finden sich auch im STADTSPIEGEL wieder. „Es wäre toll, wenn sich noch Schulen melden würden, die auch Lust haben mitzumachen. Und wir benötigen natürlich Lebensmittelpartner, die uns vielleicht unterstützen und selbstverständlich Vereine, die für eine bestimmte Zeit die Betreuung übernehmen“, hofft Juliane Lubisch auf weitere Nachahmer.
Nachhaltig kann das Ergebnis auch sein: Schließlich können die Kinder zuhause auch Wünsche äußern, was sie essen möchte. Die Erfahrungen mit der Ferienküche zeigen, dass Eltern gerne nachkochen. Ein Lebensmittelhändler ist schon bei diesem Projekt dabei: Rewe Uhl unterstützt die Idee mit der Lieferung von frischem Obst.

Thekla Bieder: Gehört zu den Initiatoren des Projektes und sagt: Ein Nachmittag pro Woche soll dem Patenkind gehören.

KiPa wurde beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben mit großem Interesse wahrgenommen. Von der „Aktion zusammenwachsen“ wurde es als Projekt des Monats Juli aufgenommen und damit auf der Startseite der Homepage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bekannt gemacht.

KiPa-Vernetzung: Der Verein arbeitet eng mit dem Bündnis für Familie in Hattingen zusammen und kann seinen Paten auch fachlichen Austausch bieten.

KiPa-Kontakt: KiPA Hattingen e.V., Kameradenweg 12, 45527 Hattingen; Telefon 02324/30751, Fax: 02324/67945; http://www.kipa-hattingen.de
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