Gymnasium Holthausen: Schüleraustausch mit Ungarn

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Zum runden Geburtstag des Schüleraustausches stiegen auf dem Pausenhof des Holthauser Gymnasiums sechzig Luftballons in den Landesfarben von Deutschland und Ungarn in den Himmel. Foto: Friedrich
 
Bürgerreporter Lars Friedrich
Hattingen: Gymnasium Holthausen |

Seit dreißig Jahren gibt es einen Schüleraustausch zwischen dem Gymnasium Holthausen und dem ungarischen Jedlik Anyos Gimnazium in Budapest. Jetzt sind die 27 ungarischen Schüler gerade zu Besuch in den deutschen Gastfamilien. Unser Bürgereporter Lars Friedrich war auch einmal als Austauschschüler dabei.

Auf seinem Blog unter www.larsfriedrichblog.de hat er seine Erfahrungen von damals beschrieben:
„1985 rief der Holthauser Gymnasiallehrer Dr. Antal Nadi den ersten internationalen Schüleraustausch einer NRW- Schule mit einem ungarischen Gymnasium ins Leben und ich erinnere mich immer noch gerne an unsere gemeinsame Schülerreise hinter den Eisernen Vorhang.
Die Ideen zum Schüleraustausch wurde 1984 geboren: Damals wollte sich Dr. Nadi die Studienabschluss-Arbeit eines ungarischen Freundes ansehen und erfuhr durch Zufall, dass ein Gymnasium in Budapest eine deutsche Patenschule suchte. Und so reisen seit 1985 jährlich – seit 2007 mit einem Direktflug von Budapest nach Dortmund – Schüler aus Hattingen an die Donau und betreuen im Gegenzug Gäste aus Budapest. Unsere 34 Schüler starke Gruppe fuhr am 7. April 1985 noch mit dem Reisebus nach Budapest, war 22 Stunden unterwegs und wir wohnten zwei Wochen lang in einem leerstehenden Kindergarten auf der Donauinsel Csepel. Warum Csepel? Sowohl dort als auch in Hattingen dominierte damals die Stahlindustrie – schöne Parallelen, die es jedoch schon lange nicht mehr gibt. Mit einem Schmunzeln denke ich an unsere Unterkunft zurück, die ja von den Tischen bis zu den Toiletten auf die Größe von Kindergartenkindern abgestimmt war. Auch an meine Gasteltern erinnere ich mich gerne, auch wenn ich mich mit Händen und Füßen verständigen musste. Am Wochenende konnte ich bei ihnen übernachten und gemeinsam fuhren wir zum Donauknie und in die Puszta – eine Piroschka hatte ich aber trotz aller Bemühungen nicht entdeckt… Leider brach nach dem Gegenbesuch bei uns in Hattingen der Kontakt zu meinem Austauschschüler András Körösi ab – er zog um und ich verlor seine Adresse. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Erlebnis gleich am ersten oder zweiten Tag in Budapest: Gegenüber der Schule gab es damals einen kleinen Kiosk, an dem wir 17jährigen in der ersten Schulpause unbedingt einen Kaffee kaufen wollten – wahrscheinlich war die erste Nacht im Kindergarten etwas kürzer. Mit einem Wörterbuch bewaffnet, versuchten wir, das koffeinhalte Heißgetränke zu erwerben, dass uns die geschätzt 80jährige Verkäuferin dann zahnlos lächelnd mit einem “Hier, für euch” in reinstem Hochdeutsch servierte. Die Freude, in der Ferne die Mutterspreche zu hören, war bei uns allen groß. Im August 1985 besuchten die Ungarn dann Hattingen – gemeinsam besuchten wir Köln und Bonn, das Bergbaumuseum und die Villa Hügel und grillten am Kemnader See, worüber am 26. August sogar die Aktuelle Stunden des WDR-Fernsehens berichtete. Und ins Radio schafften wir es damals auch: Am 16. August waren Dr. Nadi, seine ungarische Kollegin Varga, Austausschüler Szilárd Matrai und ich bei Klaus-Jürgen Haller im WDR-Mittagsmagazin zu Gast.“

Heute hat sich alles natürlich etwas verändert. Neben vielen Freizeitangeboten stand auch ein Empfang im Düsseldorfer Landtag auf dem Programm. Auch ein Besuch beim ungarischen Generalkonsul fand statt. Im September gibt es den Gegenbesuch der deutschen Schüler. Das ungarische Gymnasium feiert dann sein siebzigjähriges Bestehen und wartet mit den Feierlichkeiten extra auf den Besuch der deutschen Austauschschüler.
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Torsten Richter-Arnoldi aus Hattingen | 15.05.2015 | 00:01  
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