Hans-Peter Otten bastelt Weihnachtskrippen

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Hans-Peter Otten in seinem Keller. Hier entstehen die Krippen. Fotos: Pielorz
 
Im Rohbau
Hans-Peter Otten (72) ist ein alter Bekannter. Vor zehn Jahren, noch zu Zeiten der schwarz-weißen Fotos, hat der STADTSPIEGEL den Sprockhöveler mit seinem Hobby bereits vorgestellt. Jetzt ist die Zeit gekommen, um sich wieder einmal in dem Keller umzusehen, wo Holzkrippen entstehen.

Seit mehr als zwanzig Jahren bastelt und werkelt Hans-Peter Otten in seinem Keller. Der Sprockhöveler berichtet von den Anfängen: „Ich wollte damals mal eine bestimmte Krippe kaufen und das war nicht möglich und so dachte ich, dann machst Du das eben selbst. Der erste Versuch hat aber nicht so ausgesehen wie das Original“, lacht er.
Mittlerweile hat er rund fünfzig Krippen gebaut, in unterschiedlichen Größen. Sägen und Leimen sind die Hauptarbeiten und natürlich ist Ideenreichtum gefragt, denn jede Krippe ist ein Unikat.
„Wir haben oft Urlaub in Süddeutschland und Südtirol gemacht“, erzählt er. Krippen habe man sich dabei stets angeschaut und es entstanden viele Fotos. Diese dienen als Vorlage, nach denen er selbst die filigranen Häuser und Ställe baut. Begleitet wurde er in die Urlaube stets von Ehefrau Marlies, die das Hobby des Ehemannes gut kennt.
Auch für das heimische Wohnzimmer hat ihr Mann die Krippe natürlich selbst gemacht. Eiche und Fichte sind die bevorzugten Holzmaterialien, die zum Einsatz kommen: „Ich habe Kontakte zu Tischlern, da kann ich manchmal auch Holz bekommen.“
Farben braucht er keine, denn die Krippen bleiben naturbelassen, werden nur manchmal geflämmt. Auch Figuren macht Hans-Peter Otten nicht: „Da müsste man richtig schnitzen. Das kann ich nicht“. Und seine Frau ergänzt lachend: „Nein, ein Herrgottschnitzer ist mein Mann noch nicht.“
Für seine eigene Krippe hat er gemeinsam mit Ehefrau Marlies selbstverständlich Figuren gekauft. Pünktlich zur Adventszeit wird die Krippe aufgestellt. Allerdings zieht das Jesuskind gleich mit ein, quasi als Frühgeburt. Den Brauch, das Kind in der Krippe erst an Heiligabend einziehen zu lassen, den pflegen sie nicht.
Während des Gespräches klingelt es an der Tür. Enkel Robin kommt und will in den Keller. Der Elfjährige ist ein Bastelfan und hat sich auch Verstärkung mitgebracht. Doch Opa Hans-Peter muss ablehnen. Immerhin ist die Presse im Haus und will Fotos machen.
Apropos Fotos: Auch Robin ist kein Unbekannter, posierte er doch bereits im zarten Alter von zwei Jahren mit der Krippe des Opas für den STADTSPIEGEL – damals ein Titelfoto zu Weihnachten.
Zwei bis drei Wochen braucht Hans-Peter Otten schon, bis ein kleines Kunstwerk fertig ist. Und im Sommer arbeitet er nicht. „Es soll ein Hobby bleiben und im Sommer habe ich keine Lust, im Keller Krippen zu bauen. Manchmal mache ich im Frühjahr einen Nistkasten oder ein Insektenhotel, das geht schnell. Das habe ich in ein paar Stunden fertig.“

Seinem Hobby will er jedenfalls noch viele Jahre treu bleiben. Ein weiteres Hobby, das Bergsteigen, übt er nicht mehr aus. „Das geht nicht mehr. Ich fahre auch nur noch im Urlaub Fahrrad, hier nicht. Die Sachen müssen einem ja Spaß machen. Krippen zu bauen finde ich schön und ich habe schon für die Verwandtschaft und den Freundeskreis viele Krippen gebastelt.“


Zu sehen sind viele wunderschöne Krippen, auch die von Hans-Peter Otten, übrigens wieder bei der Krippenausstellung in der Evangelischen Kirche Niedersprockhövel. Die Ausstellung findet statt am Samstag und Sonntag, 7. und 8. Dezember. Samstag ist von 13 bis 18 Uhr geöffnet, am Sonntag geht es nach dem Gottesdienst los bis gegen 18 Uhr.
Es gibt dort Krippen von Streichholzschachtelgröße bis XXL; selbst gemacht oder als Reiseandenken aus aller Welt.
Mittlerweile findet die Ausstellung in diesem Jahr zum 19. Mal statt. Angefangen hat alles 1995 im kleinen Rahmen unter der Federführung des Männerhauskreises der Ev. Kirche. In den folgenden Jahren hat sich das Interesse an den Krippen so sehr gesteigert, dass aus den anfänglichen zwei Krippen auf dem Altar weit über 100 Exponate wurden. Der Eintritt ist frei, die Veranstalter bitten um eine freiwillige Spende für einen guten Zweck.

Wer seine Krippe ausstellen möchte: Holger Hiby, Telefon 02324/71666, oder Peter Nieland, 02324/79097.
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