Hattingen: Mehr als 1.000 Menschen beim Benefizkonzert für Flüchtlinge in der Gebläsehalle - Frida Gold mit dabei

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Reggae Knights alle Fotos: Römer
  Hattingen: Gebläsehalle |

Ausverkauft. Seit zwei Wochen bereits. Kein Wunder bei dem Lineup. Beyond Redamption, Leutnant Lennard, Fuck'it'Head, Levee Break, Reggae Knights, Captain Disko und allen voran natürlich der Hattinger Pop-Export Nummer eins, Frida Gold, rockten die Gebläsehalle und hatten zugunsten der Hattinger Flüchtlingshilfe auf ihre Gage verzichtet.

Sponsoren und Helfer waren die Kirchengemeinden St. Georg, Johannes, Winz-Baak, Niederwenigern, Bredenscheid-Sprockhövel und Welper-Blankenstein, der Heimatverein, die IG Metall, das LWL-Industriemuseum Henrichshütte sowie die Sparkasse Hattingen und die Volksbank Hattingen/Sprockhövel.
Vater Martin und Sohn Paul Funda moderierten den Abend und der Kinder- und Jugendchor Music-Factory eröffnete nach der Begrüßung durch den Schirmherrn, Bürgermeister Dirk Glaser, das Konzert mit dem Ärzte-Hit „Schrei nach Liebe“.
Der Hattinger Bürgermeister und sein ebenfalls anwesender Amtskollege Ulli Winkelmann aus Sprockhövel, übrigens beide ehemalige Rock-Musiker, ließen es sich nicht nehmen, von der Bühne aus allen Beteiligten für ihr Engagement für die Veranstaltung und für die Flüchtlingshilfe zu danken und die Willkommenskultur in den beiden Nachbargemeinden zu loben. Diese müsse auch weiterhin Bestand haben, waren sie sich einig.
Leider gab es auch bei diesem Event die bei Live-Konzerten möglichen technischen Probleme, so dass das Programm gut eine Stunde dem Zeitplan hinterher hinkte. Die Stimmung in der Halle bei „Buntes Hattingen – refugees welcome“ blieb dennoch gelassen, es gab kein Pfeifkonzert.
Die Geduld des Publikums lobte auch Olaf Jacksteit, der als Mitarbeiter des Fachbereichs Jugend maßgeblich für die Veranstaltung hinter den Kulissen gewirkt hatte. Und sein Kollege Norbert Dikomey ergänzte: „Leider durften wir in die Halle nur 800 Personen hineinlassen. Aber ich schätze, dass wir den gesamten Abend über mehr als 1.000 Leute hier hatten, darunter 150 Flüchtlinge. Am frühen Abend waren auch einige Frauen in der Halle, die ihre kleinen Kinder teilweise noch auf dem Arm trugen. Die sind aber bis gegen 19 Uhr alle verschwunden.“

Frida Gold gegen 23 Uhr auf der Bühne

Vielleicht wussten sie nicht, wer Frida Gold ist. Möglicherweise wären sie sonst länger geblieben. Bleiben - das durften übrigens alle Bands nicht in der Halle während des Soundchecks von Frida Gold. Da zog der Popstar-Status. Auch ein eigenes Mischpult hatte die Band. Film- und Ton-Aufnahmen wurden zudem vom Management untersagt, Interviewwünsche abgelehnt.
All dies jedoch war vergessen, als gegen 23 Uhr die Hattingerin Alina Süggeler, divengleich gewandet, die Bühne betrat. Unglaublich, welches Charisma die mittlerweile 30jährige ausstrahlt, die ihre Karriere im Hattinger Kinderchor unter dem unvergessenen Gerd Linnemann begann. Ihr flogen gleich die Herzen der weiblichen und männlichen Fans zu, Smartphones wurden quasi auf Dauerbetrieb während des Auftritts geschaltet.
Wie schon vorher im STADTSPIEGEL für Hattingen und Niedersprockhövel sowie im Lokalkompass im Vorab-Interview mit Sängerin Alina Süggeler nachzulesen war, trat Frida Gold in kleiner Besetzung auf. Nicht einmal Gitarrist Julian Cassel – der andere verbliebene Hattinger in der Band – war dabei. Stattdessen bediente der eigentliche Bassist Andy Weizel die Akustikgitarre. Außerdem standen eine Background-Sängerin sowie ein Keyboarder mit auf der Bühne.
Kurz nach der Veranstaltung konnte selbstverständlich niemand der Organisatoren Auskunft geben über das, was aus diesem Benefizkonzert in die Hattinger Flüchtlingshilfe fließen wird. Genaueres dazu soll in den nächsten Tagen öffentlich gemacht werden.
Aber so oder so war es eine runde Veranstaltung, wie es sie in diesem Rahmen und in dieser Größenordnung in Hattingen noch nie gegeben hat – zur Freude der Rock- und Pop-Fans und zur Unterstützung der noch Fremden in dieser Stadt, die vielleicht zum Teil bereits bald unsere Mitbürger sein werden.
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2 Kommentare
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Anastasia-Ana Tell aus Essen-Ruhr | 05.12.2015 | 13:29  
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Hanni Borzel aus Arnsberg | 05.12.2015 | 14:27  
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