Serie "Alt werden, jung sein": Die Idee von Young Caritas

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Sabine Keinhörster von Young Caritas Foto: Pielorz
Hattingen: Young Caritas |

In der STADTSPIEGEL-Serie „Alt werden, jung sein“ ging es bis jetzt nur um ältere Menschen. Viele von ihnen wollen trotz Beeinträchtigungen aktiv am Leben teilhaben und sich jung erhalten. Doch zum Hattinger Erscheinungsbild gehören natürlich auch die jungen Menschen, die sich in ihrer Freizeit neben dem Sport oft für das gesellschaftliche Zusammenleben engagieren. So ist auch die Idee „Young Caritas“ entstanden, die in Hattingen von Sabine Keinhörster (24) betreut wird.

„Im Ennepe-Ruhr-Kreis gibt es diese Idee seit September 2014, in Deutschland seit Anfang 2013. Hinter der Idee steht die Vision, junge Menschen ehrenamtlich begeistern zu können für ein Projekt auf Zeit. Natürlich kann man auch regelmäßig mitarbeiten, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass viele Jugendliche ab 13 Jahren nicht sehr viel Zeit haben und sich lieber durch Projekte binden lassen. In der Schweiz und in Luxemburg gibt es die Young Caritas schon viel länger. Es ist eine Datenbank und ein Netzwerk entstanden, auf das man zugreifen kann, wenn man Gleichgesinnte für eine Idee sucht“, erklärt Sabine Keinhörster.

Jugendliche engagieren sich

So etwas wünscht sie sich auch für Deutschland, aber man stehe hier noch am Anfang. Zunächst hat die Absolventin eines Studiums der Sozialen Arbeit mit einer halben Stelle bei diesem Projekt gearbeitet. Mittlerweile ist es eine Vollzeitstelle, zu der auch die Betreuung in der Suchtprophylaxe gehört. „Wir haben in Hattingen verschiedene Projekte unter der Fahne von Young Caritas gestartet. Erfolgreich läuft ein Fußballspiel zwischen Young Caritas-Mitgliedern und Flüchtlingen. Im Winter haben wir das indoor gespielt, im Sommer spielen wir natürlich draußen und wollen auch grillen und uns besser kennenlernen. Dann haben wir Ende 2015 das Projekt ‚Freude schenken‘ mit Hattinger Schulen durchgeführt. Hier wurden über 300 Päckchen für bedürftige Kinder gepackt. Es waren viele Schüler eingebunden, die die Idee von Young Caritas so immer weiter tragen. Das Projekt war so erfolgreich, dass wir es in diesem Jahr auch wiederholen wollen. Wir versuchen damit auch zu erklären, dass es eben nicht immer die große regelmäßige Hilfe sein muss, sondern das jeder im Kleinen auch etwas machen kann.“
Damit spricht die Idee vor allem junge Menschen an. „Viele Jugendliche empfinden eine ungerechte Verteilung der Ressourcen. Sie möchten etwas tun, haben aber nur eingeschränkt Zeit und auch nicht so viel Geld. Trotzdem wollen sie einen direkten Erfolg sehen bei ihrer Hilfe. Das versuchen wir mit der Idee Young Caritas umzusetzen.“
Auch in den Flüchtlingsunterkünften hat Young Caritas beispielsweise mit mehreren Personen Renovierungsarbeiten gemeinsam mit den Flüchtlingen durchgeführt. „Auf Bistumsebene organisieren wir jetzt gerade einen Band-Contest. Eine Band, die sich sozial engagiert, kann sich bewerben und einen Auftritt gewinnen. Alte Handys sammeln wir auch, dessen Erlös in die Afrika-Hilfe fließt.“
Wieviele Jugendliche bei einem Projekt mitmachen, ist höchst unterschiedlich. „Bei dem Fußball-Projekt sind es etwa zwanzig junge Leute, bei der Paket-Aktion waren es natürlich viel mehr. Young Caritas lebt von der Idee des Ehrenamtes und des Projektes. Wir sind nicht an Konfessionen gebunden, jeder Jugendliche ist willkommen und kann sich melden. Wir wollten neben dem Engagement der Älteren, beispielsweise in der Gemeinde-Caritas, mit dieser Idee zeigen, dass auch junge Menschen sich engagieren möchten und dies auch können. Ich habe auch viele Anfragen über soziale Medien und das ist der Weg zu einem hoffentlich großen Netzwerk der Zukunft.“
Einige finanzielle Mittel hat Young Caritas auch. „Wir haben zum Beispiel ein Projekt mit Berufsschülern gemacht, die Bild-Wort-Karten für den Offenen Ganztag in Holthausen entworfen haben für diejenigen, die kein Deutsch können. Dreißig Karten haben wir gedruckt, weitere fünfzig werden aufgrund der großen Nachfrage noch kommen. Das ist auch eine schöne Idee, an der junge Leute mitgewirkt haben.“
Wer sich melden möchte und mitmachen will: Sabine Keinhörster, Caritas-Verband Ennepe-Ruhr, Telefon 02324/56990-15 oder 0151/26452684 oder keinhoerster@caritas-en.de oder bei Facebook unter „youngcaritas-en“. Übrigens gibt es im EN-Kreis auch in Schwelm mit Jennifer Görlitz eine Ansprechpartnerin. Infos auch unter www.youngcaritas-en.de
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