Fußball: Finstere Zeiten für Hedef und den TuS Hattingen

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Auch Dennis Weber (vorne), Ausnahmefußballer in den Reihen des TuS Hattingen, konnte nicht verhindern, dass seine Mannschaft auf eigenem Platz dem VfL Schwerte 0:3 unterlag und nun tief im Abstiegskampf steckt. Foto: Groß
(von Toni Bertrams)

Die Sorgen der beiden klassenhöchsten Hattinger Teams, die im Fußball-Verband Westfalen spielen, werden größer. Während das Polster von Hedefspor (1:2) in der Landesliga immer weiter schrumpft, ist Bezirksligist TuS (0:3) noch tiefer in den Schlamassel gerutscht.

Oberliga

TSG Sprockhövel – DSC Arminia Bielefeld II 1:3, SV Westfalia Rhynern – FC Eintracht Rheine 2:0, SC Westfalia Herne – Hammer SpVg 1:3, FC Gütersloh – SV Zweckel 3:1, SuS Neuenkirchen – SpVgg Erkenschwick 1:0, TuS Dornberg – TuS Heven 0:2, VfB Hüls – SC Roland Beckum 2:1, Rot-Weiß Ahlen – SV Rödinghausen 0:3, TuS Erndtebrück – TuS Ennepetal 2:2.

TSG Sprockhövel
Das war stark. „Ich kann meiner Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen“, sagte Lothar Huber, der Trainer der TSG Sprockhövel, nach dem 1:3 (1:0) gegen den souveränen Spitzenreiter DSC Arminia Bielefeld II. „Das einzige Manko war, dass wir den Bielefeldern die ersten beiden Tore auf dem Präsentierteller serviert haben.“
Zunächst einmal war es im Baumhof so, dass die Sprockhöveler nahtlos an ihre zuletzt meist überzeugenden Auftritte anknüpften. „Das hat Spaß gemacht“, erzählte Lothar Huber, der schon in der sechsten Minute jubeln durfte. Nach Vorarbeit von Stephen Lorenzen und Hasan Ülker gelang Xhino Kadiu mit seinem 20. Saisontreffer das 1:0.
Die TSG legte aber nicht nach. Obwohl: Nach einem Kadiu-Pfostenschuss traf Hasan Ülker (35.). „Das war eine neue Spielsituation“, erklärte Lothar Huber und ärgerte sich, dass Schiedsrichter Stefan Tendyck auf Abseits entschieden hatte.
Wie aus dem Nichts schaffte der Spitzenreiter in der 52. Minute den Ausgleich. „Ein blödes Tor. Bis dahin ist den Bielefeldern nichts eingefallen“, sagte Lothar Huber und war 25 Minuten später ein zweites Mal fassungslos. Eine Flanke, kein Sprockhöveler griff ein und der Tabellenelfte (39 Punkte, 40:46 Tore) lag mit 1:2 hinten.
„Das war demoralisierend“, meinte der TSG-Coach, dessen Team sich in der 83. Minute nach einem Foul Christian Kalinas auch noch einen Elfmeter-Treffer fing. „Es ist ärgerlich, dass wir uns nicht belohnt haben“, sagte Lothar Huber. „Die Spieler waren auch sehr enttäuscht, weil sie gemerkt haben, dass mehr drin war.“
Zum Finale des Pokal-Wettbewerbs des Kreises Hagen muss die TSG am 29. Mai (Donnerstag, Christi Himmelfahrt) beim Landesligisten Hasper SV antreten. Anstoß auf der Bezirkssportanlage Haspe an der Stephanstraße 111 wird um 15 Uhr sein.

Landesliga Niederrhein, Gr. 3

VfB Bottrop – Sportfreunde Niederwenigern 0:2, SpVg Schonnebeck – Sportfreunde Hamborn 07 2:3, SC 26 Bocholt – Viktoria Buchholz 3:1, FSV Duisburg – SV Rhenania Bottrop 2:2, Vogelheimer SV – Spvgg. Sterkrade-Nord 1:1, Duisburger SV 1900 – 1. FC Bocholt 2:2, ESC Rellinghausen – DJK Arminia Klosterhardt 1:4.

Sportfreunde Niederwenigern
Nach 37 Minuten hatten die Sportfreunde Niederwenigern einen sehr ungewöhnlichen Gegner, nämlich eine Handball-Mannschaft. Die Lösung: Vier Spieler des VfB Bottrop hatten bis zu diesem Zeitpunkt die Rote Karte gesehen, so dass die Gastgeber mehr als 50 Minuten zu siebt gegen elf Sportfreunde spielen mussten.
„Da denkst du, du hast alles schon erlebt im Fußball, und dann wirst du immer wieder überrascht“, sagte nach dem 2:0 (0:0) Trainer Jürgen Margref, für den alle vier VfB-Platzverweise berechtigt gewesen waren: Notbremse, Tätlichkeit, Nachtreten und Schiedsrichter-Beleidigung.
Es war im Jahnstadion eine sehr kuriose Situation, mit der auch das Team in deutlicher Überzahl erst einmal klarkommen musste. „Die Jungs haben das aber richtig intelligent gespielt, obwohl wir Probleme hatten, den Sargdeckel draufzumachen“, erklärte Jürgen Margref, sprach den sieben Bottropern aber auch ein Kompliment aus. „Sie sind viel gelaufen und haben richtig gut verschoben“, sagte der 45-Jährige, dessen Spieler auch oft in die Abseitsfalle tappten.
So vergingen noch einige Minuten, bis der Ball im VfB-Netz zappelte. „Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit“, sagte Jürgen Margref, der sich in der 77. Minute über das 1:0 durch Lauritz Angerstein sowie drei Minuten später über das 2:0 durch Nico Plückthun freuen durfte. Jetzt liegen die Sportfreunde auf Rang vier (46 Punkte, 61:47 Tore) nur noch einen Zähler hinter dem Tabellendritten SpVg Schonnebeck.
Terminiert ist das Pokal-Finale des Kreises Essen Süd-Ost. Die Sportfreunde treffen am 28. Mai (Mittwoch, 19 Uhr) auf ihren Liga-Rivalen ESC Rellinghausen. Gespielt wird in Steele am Langmanns­kamp (Steeler Straße 580).

Landesliga Westfalen, Gr. 3

CSV SF Linden – Hedefspor Hattingen 2:1, SV Brackel 06 – SC 1912 Hennen 3:1, SV Sodingen – Hasper SV 4:2, SSV Mühlhausen-Uelzen – SV Herbede 4:1, Kirchhörder SC – SV Wanne 11 2:2, Arminia Marten – TuS Stockum 3:4, SV Höntrop – SV Horst-Emscher 0:5.

Hedefspor Hattingen
Für Hedefspor Hattingen bedeutete das 1:2 (1:2) beim CSV SF Linden die vierte Niederlage in Serie – und der Puffer auf den ersten Abstiegsplatz, den der TuS Stockum mit einem Spiel weniger einnimmt, beträgt nur noch vier Punkte.
Herrscht denn trotzdem noch Gelassenheit an der Munscheidstraße? „Gelassenheit herrscht schon seit Wochen nicht mehr“, sagt Trainer Seung-Man Hong. „Und wenn wir bei 29 Punkten bleiben, bin ich überzeugt davon, dass wir absteigen werden.“
In der ersten Halbzeit in Bochum mussten die Hedef-Kicker die Überlegenheit Lindens neidlos anerkennen, und sie lagen zu Recht mit 0:2 hinten (8., 33.). Aber der Anschlusstreffer kurz vor der Pause – Nils Güntner nutzte die Vorarbeit von Orhan Yigit – machte Mut. „Wir waren in der zweiten Halbzeit die deutlich bessere Mannschaft“, erklärte Seung-Man Hong, der jedoch kaum zwingende Möglichkeiten sah. Pech hatte allerdings Max Claus, dessen Kopfball am Pfosten landete.
Positiv bewertete der Hedef-Coach, dass sich sein Team besser präsentiert hatte als in den Partien zuvor. „Aber wir müssen in den letzten vier Spielen jetzt auch versuchen, ein paar Punkte zu sammeln“, erklärt Seung-Man Hong. „Es hilft uns nicht, Trauer zu tragen oder die Köpfe hängen zu lassen.“
Schließlich hat der Tabellenzwölfte (29 Zähler, 32:32 Tore), der einen Punkt vor dem SV Höntrop liegt und eben vier Zähler vor dem TuS Stockum, noch einen Riesen-Vorteil. Nämlich? „Wir haben es selbst in der Hand“, betont der Hedef-Trainer.

Bezirksliga Westfalen, Gr. 6

SC Obersprockhövel – TuS Ennepetal II 2:0 (kampflos), TuS Hattingen – VfL Schwerte 0:3, TuS Wengern – SV Bommern 4:9, SC Berchum/Garenfeld – ETuS/DJK Schwerte 4:2, DJK GW Menden – SG Hemer 1:4, Geisecker SV – FSV Gevelsberg 3:1, TSV Fichte Hagen – FC Wetter 10/30 1:5, VTS Iserlohn – VfK Iserlohn 5:3, TSG Herdecke – SpVg. Hagen 11 3:2.

SC Obersprockhövel
Gerne hätte der Spitzenreiter sein ohnehin schon überragendes Torverhältnis verbessert. Weil der TuS Ennepetal II aber nicht antrat, muss sich der SC Obersprockhövel mit zwei kampflosen Treffern begnügen und konnte sich nicht einen so deutlichen Sieg wie im Hinspiel gutschreiben (9:1).
„Das ist ein Witz“, sagte SCO-Trainer Jörg Niedergethmann und ärgerte sich über die Absage der Oberliga-Reserve aus der Nachbarstadt. Positiv bewertete er jedoch, dass sich kein Spieler verletzen konnte. Das Polster der Obersprockhöveler an der Tabellenspitze (67 Zähler, 87:33 Tore) beträgt vier Spieltage vor dem Saisonende weiterhin sechs Punkte auf den FC Wetter 10/30 und den Geisecker SV.

TuS Hattingen
Für Marius Kundrotas kommt es nicht überraschend, dass die Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt punktet. Überrascht war der Spielertrainer des TuS Hattingen aber, was seine Mannschaft für diesen Kampf am Sonntag investiert hat. „Ich bin enttäuscht“, sagte der 35-Jährige nach dem 0:3 (0:2) gegen den VfL Schwerte. „Das war einfach viel zu wenig.“
Das Ergebnis ist, dass die Rot-Weißen vier Spieltage vor dem Saisonende auf Rang 16 (30 Zähler, 44:73 Tore) drei Punkte hinter dem ersten Nicht-Abstiegsplatz liegen, hinter VTS Iserlohn, das auch noch ein um sieben Treffer besseres Torverhältnis hat.
Die Partie begann mit einem frühen Schock. Schon nach drei Minuten lag der TuS mit 0:1 hinten und brauchte lange, um sich zu erholen. Und hätte Ingo Müller nicht gleich mehrmals toll reagiert, wäre die Entscheidung schon viel früher gefallen. Plötzlich hatte der Tabellendrittletzte sogar die Chance zum Ausgleich, die Sinan Akdogan aber kläglich vergab, ehe sich der VfL Schwerte dank seiner Treffer in der 41. und 76. Minute hochverdient durchsetzte.
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