Fußball: Wichtige Spiele für die heimischen Top-Teams

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(von Toni Bertrams)

Die Sonntag-Hoffnungen der heimischen Fußball-Topteams sind unterschiedlich: So sehen die Pläne für die TSG Sprockhövel Wiedergutmachung vor, für die Sportfreunde Niederwenigern den zweiten Saisonsieg und für Hedefspor Hattingen trotz einer sehr anspruchsvollen Aufgabe die Rückkehr in die Erfolgsspur.

Oberliga Westfalen

Am Sonntag war er wütend und enttäuscht. Aber inzwischen hat Lothar Huber das 1:3 beim SuS Neuenkirchen verdaut. „Muss ich ja“, sagt der Trainer des Oberliga-14. TSG Sprockhövel (vier Punkte, 5.9 Tore). Er hat seiner Mannschaft allerdings noch einmal einen Vortrag gehalten, einen ausführlichen. „Ob’s gefruchtet hat, wird man am Sonntag sehen“, sagt der 61-Jährige. Zu Gast sein wird im Baumhof (15 Uhr) der sieglose Tabellen-17. TuS Dornberg (zwei Punkte, 12:18 Tore).
Kernpunkt des Huber-Vortrags war die Art und Weise des Auftretens. „Wir brauchen ein bisschen mehr Professionalität, obwohl wir Amateure sind. Wir spielen ja nicht in der Operetten-Liga, sondern in einer Klasse, die richtig attraktiv ist“, betont der TSG-Coach. „Ich habe den Jungs klargemacht, dass ich vor allem mit der ersten Halbzeit in Neuenkirchen nicht einverstanden war. Ich hoffe, dass sie es kapiert haben.“
Für Hoffnung sorgen aber auch Namen. So wird Phillipp Schulz, nachdem er schon zweimal in der Reserve gespielt hat, ins Oberliga-Aufgebot zurückkehren; auch Stürmer Peter Rios-Pfannenschmidt ist auf einem sehr guten Weg; und Sebastian Greitemann ist aus Australien zurück.
Die Partie gegen den TuS Dornberg nennt Lothar Huber richtungweisend. „Wir brauchen unbedingt den Dreier“, sagt er und hofft, eine Serie starten zu können. „Es muss uns mal gelingen, zwei, drei, vier, fünf Spiele positiv zu gestalten, Konstanz reinzubringen, um da unten rauszukommen.“
Das Vertrauen des Trainers jedenfalls ist noch da. „Wir haben die Möglichkeiten. Ohne Frage“, sagt er. „Aber nur über Moral und Leidenschaft. Wenn wir so auftreten wie in der ersten Halbzeit in Neuenkirchen, wird’s schwierig.“ Sogar gegen den Tabellenvorletzten.
Neben Moral und Leidenschaft fordert der ehemalige Profi vor allem auch mehr Aufmerksamkeit. „Wir müssen unsere individuellen Fehler abstellen“, sagt Lothar Huber, obwohl er sich über die hohe Zahl der Patzer gar nicht mal so sehr wundert, weil sich das in der Vorbereitung angedeutet und in der Meisterschaft fortgesetzt habe. „Wir müssen“, betont der TSG-Trainer, „mehr Konzentration an den Tag legen und dürfen den Gegner nicht zu Toren einladen.“

Landesliga Niederrhein, Gr. 3

Das war Balsam für die Dorf-Seelen. Nach dem ersten Saisonsieg, dem 3:1 gegen Viktoria Buchholz, und ein paar netten Kirmes-Stunden geht es den Landesliga-Fußballern der Sportfreunde Niederwenigern deutlich besser. Und die erste weite Fahrt in dieser Spielzeit – mehr als 80 Kilometer hin und wieder zurück – soll gleich das zweite Erfolgserlebnis bescheren, obwohl die Reise zum TuB Bocholt eine ins Unbekannte wird.
„Die Bocholter sind fürchterlich in die Saison gestartet“, erinnert SFN-Trainer Jürgen Margref an das 0:8 des TuB bei der SpVg Schonnebeck. „Inzwischen sind allerdings einige Spieler zurückgekehrt.“ Und das Ergebnis war am vergangenen Sonntag der erste Saisonpunkt (1:1) – immerhin gegen Oberliga-Absteiger Sportfreunde Hamborn 07.
Aber das sind für Jürgen Margref kaum mehr als Randnotizen. „Wenn wir unsere Leistung abrufen“, sagt der 44-Jährige, „sind wir stark genug, jeden Gegner zu schlagen.“ Das Tabellenschlusslicht aus Bocholt inklusive (ein Punkt, 3:18 Tore).
Für den Tabellenneunten aus Niederwenigern (sechs Zähler, 14:13 Treffer) sprechen, dass „wir auswärts immer ganz ordentlich spielen“, wie Trainer Jürgen Margref sagt, und es kaum Personalsorgen gibt. Zumal Fabian Feldmann nach Ablauf seiner Rot-Sperre aus dem Pokalspiel gegen den FC Kray wieder eine Option für die Innenverteidigung ist. Wieder auf dem Trainingsplatz sind auch Luca Dobinski und Matthias Hendricks. „Ein Einsatz“, erklärt der SFN-Coach, „käme aber zu früh.“

Landesliga Westfalen, Gr. 3

Schon vor der Saison hatte Seung-Man Hong, der Trainer von Hedefspor Hattingen, den Kirchhörder SC ganz weit oben auf seiner Rechnung gehabt. „Das hat sich bestätigt“, sagt er. Die Dortmunder werden am Sonntag (15 Uhr) als Tabellenzweite (13 Punkte, 10:5 Tore) mit der besten Abwehr der Landesliga-Staffel 3 an der Munscheidstraße auflaufen. „Das wird unsere bisher größte Herausforderung“, erklärt der Hedef-Coach.
Und das eine Woche nach der 2:3-Niederlage beim SSV Mühlhausen-Uelzen. Einem Stimmungsdämpfer? „Ganz und gar nicht“, sagt Seung-Man Hong. „Ich habe auch ein bisschen runtergekocht. Wir haben doch bis auf zwei, drei Akteure einen sehr, sehr jungen Kader. Da ist es klar, dass du als Spieler nach drei Siegen in Folge auch die Spannung ein bisschen sacken lässt. Wir haben das jetzt nicht dramatisiert, zumal wir absolut im Soll sind.“ Auf Rang sechs, um genau zu sein (zehn Punkte, 10:9 Tore). „Trotzdem muss ich sagen, dass die Niederlage vermeidbar war, dass wir sie selbst zu verantworten hatten.“
Und weil die Hedef-Kicker bisher allen Kontrahenten auf Augenhöhe begegnet sind, gehen sie auch nicht chancenlos in die Partie gegen den Tabellenzweiten. „Wir werden alles geben“, verspricht Seung-Man Hong, der diese Aufgabe mit unverändertem Kader angehen kann. Inzwischen ist auch Marvin Klink ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. „Er wird seine ersten Einsätze aber in der Zweiten bekommen, um Spielpraxis zu sammeln“, erklärt der Hedef-Trainer.

Bezirksliga Westfalen, Gr. 6

Die Voraussetzungen für den TuS Hattingen sind doch gar nicht schlecht. „Wir spielen zu Hause und haben nichts zu verlieren“, sagt Marius Kundrotas, der Spielertrainer des Tabellenzwölften (sechs Punkte, 12:19 Tore), vor der Partie am Sonntag im Wildhagen (15 Uhr) gegen den Tabellendritten TuS Wengern (15 Zähler, 11:6 Tore).
Allerdings erwartet er von seinem Team auch eine Steigerung im Vergleich zum 0:1 gegen den SC Obersprockhövel. „Wir müssen“, erklärt er, „mutiger und entschlossener agieren. Glück muss man sich auch erarbeiten.“
Eine Wundertüte könnte die Elf werden, die am Sonntag für den TuS auflaufen wird. „Wir haben eine Grippewelle“, sagt Marius Kundrotas, so dass er vor Sonntag kaum Klarheit über sein Aufgebot haben wird. Sicher fehlen wird weiterhin Urlauber Dennis Weber, während Trainer-Bruder Martynas angeschlagen ist.
Glücksgefühle lösen die Wengeraner bei den Rot-Weißen nicht aus. „Die sind fast perfekt gestartet und haben uns in der Vergangenheit nicht sonderlich gelegen“, sagt Marius Kundrotas. „Aber der SCO hat uns immer gelegen, und gegen den haben wir jetzt verloren. Also hat das nicht so viel zu sagen.“

Für den SC Obersprockhövel geht es am Sonntag im Heimspiel gegen VTS Iserlohn darum, Spitzenreiter TSG Herdecke auszublenden, aber zugleich die Basis zu schaffen, dass es bei jenem Gegner am Donnerstag (3. Oktober, 15 Uhr) am Bleichstein zu einem Top-Spiel kommen wird. Vor der Partie am Schlagbaum (15 Uhr) hat Trainer Dieter Iske personell eine große Auswahl, obwohl Dominique Schaub eine Grippe plagt und es ein paar Wehwehchen gibt.
„Wahrscheinlich werden wir sogar den einen oder anderen an die Reserve abgeben können“, sagt der SCO-Coach – zum Beispiel Tim Findeisen, der nach seiner langwierigen Knie-Verletzung inzwischen wieder mit der Mannschaft trainiert und im Kreisliga-A-Team zu einem Kurzeinsatz kommen könnte.
Über die türkische Iserlohner Mannschaft hat sich Dieter Iske nicht viele Gedanken gemacht. Er schaut auf sein Team, den Tabellenfünften (zwölf Punkte, 18:7 Tore), zu dem auch wieder Top-Stürmer Muhidin Ramovic gehören wird, der beim TuS Hattingen gefehlt hat. Und die Aufgabe ist klar. „Wir wollen zu Hause gewinnen“, betont der Obersprockhöveler Trainer. Ohne Wenn und Aber.“ Dabei wird nur ein Spieler ganz sicher fehlen: Nachwuchs-Mann Tom Hofmann wegen seiner Knöchelverletzung.
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