TSG-Trainer Lothar Huber: "Wir haben eine kleine Krise" - Fußball vom Wochenende

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„Wir sind auf dem Platz keine Mannschaft“, meint Lothar Huber, Trainer des Fußball-Oberligisten TSG Sprockhövel. Beinahe zwangsläufig verlor der aktuelle Tabellenelfte (gelbe Trikots) auf eigenem Platz mit 0:1 gegen den FC Gütersloh. Hier bemühen sich die TSG-Spieler Alexander Meister (links) und Berkant Canbulut um den Ball. Foto: Groß
(von Toni Bertrams)


Es ist angerichtet: Zum Knaller-Spiel der Bezirksliga-Staffel 6 Westfalens treffen sich am Mittwoch (1. Mai) um 15 Uhr der SC Obersprockhövel und Hedefspor Hattingen. Lange Gesichter gibt es indes beim Oberligisten TSG Sprockhövel nach der 0:1-Pleite gegen den FC Gütersloh.

Oberliga
TSG Sprockhövel – FC Gütersloh 0:1, Rot-Weiß Ahlen – SV Lippstadt 08 2:1, SpVgg Erkenschwick – SuS Neuenkirchen 3:1, SV Schermbeck – TuS Erndtebrück 0:8, SC Westfalia Herne – TuS Heven 0:1, SC Roland Beckum – TuS Dornberg 2:2, 1. FC Gievenbeck – SV Westfalia Rhynern 1:1, Hammer SpVg – SG Wattenscheid 09 0:1, DSC Arminia Bielefeld II – TuS Ennepetal 0:2.

TSG Sprockhövel
Ein bisschen kam es so, wie Lothar Huber befürchtet hatte. „Unser Problem ist, dass wir auf dem Platz keine Mannschaft sind“, sagte der Trainer der TSG Sprockhövel nach dem 0:1 (0:0) gegen den FC Gütersloh und dem Sturz auf Oberliga-Rang elf (29 Punkte, 26:34 Tore). „Wir müssen schleunigst dahin kommen, dass der eine für den anderen da ist.“
Das war am Sonntag nicht der Fall und so reichte Gütersloh eine Chance zum Siegtreffer in der 75. Minute durch Lennard Warweg.
„Sobald wir einen Fehler machen, ist das Ding drin, weil wir vorne keinen Druck aufbauen“, so der TSG-Coach. „Wir haben eine kleine Krise.“
Lothar Huber war enttäuscht von seinem Team, das selbst 1:0 in Führung hätte gehen können, ja müssen. Doch Xhino Kadiu ließ eine Riesen-Chance aus. „Das war grob fahrlässig“, sagte sein Trainer und philosophierte über die Frage, ob seine Mannschaft alles für einen Sieg gegeben habe. Die Antwort gab er selbst: „Das war nicht der Fall!“ Als Kleinigkeit hielt er seiner Mannschaft den personellen Engpass zugute. „Wir pfeifen aus dem letzten Loch“, sagte Lothar Huber, der drei A-Jugendliche auf der Bank hatte, die schon um 11 Uhr gespielt hatten. „Da hast du keine Möglichkeiten zu reagieren.“
Ihre nächste Pflichtaufgabe muss die TSG am Mittwoch (1. Mai, 15 Uhr) lösen. Da bestreitet sie im Waldstadion Silschede (Am Waldesrand) das Pokal-Halbfinale des Kreises Hagen beim Bezirksligisten FSV Gevelsberg und stünde bei einem Sieg in der ersten Runde des Wettbewerbs auf Verbandsebene, des Krombacher-Pokals. „Dafür müssen wir alles tun“, sagte Lothar Huber. „Sonst hätten wir eine richtige Krise. Es darf nicht sein, dass drei, vier Spieler neben der Spur laufen.“


Landesliga Niederrhein, Gr. 1
FC Remscheid – Sportfreunde Niederwenigern 0:0, SpVg Schonnebeck – Rot-Weiß Essen II 2:4, DJK Arminia Klosterhardt – SuS Haarzopf 1:1, VfB Bottrop – Tuspo Richrath 1:3, SC Velbert – Vogelheimer SV 1:1, FSV Vohwinkel – SV Burgaltendorf 3:0, SSV Sudberg – ASV Wuppertal 2:6, TSV Ronsdorf – ESC Rellinghausen 1:1.

Sportfreunde Niederwenigern
Zum neunten Mal in Folge blieben die Sportfreunde Niederwenigern ungeschlagen, schafften allerdings beim FC Remscheid nur ein 0:0. Und beim Blick auf die zweiten 45 Minuten war Trainer Jürgen Margref mit diesem Punkt sogar mehr als einverstanden: „Die Remscheider haben uns richtig Probleme bereitet und richtig unter Druck gesetzt, so dass wir uns kaum noch befreien konnten.“
Nur gut für die Sportfreunde, dass Fabian Feldmann in dieser Phase in der Innenverteidigung Übersicht und Ruhe behielt. „Das hat er sehr ordentlich gemacht“, lobte Jürgen Margref.
Als der SFN-Coach dann jedoch etwas weiter zurückdachte, war er mit dem Punkt nicht mehr ganz so glücklich. „Wir haben super begonnen“, erklärte Jürgen Margref, der unter anderem auch einen Latten-Treffer gesehen hatte. Und auch fast ein Tor. Zumindest hatten ihm seine Spieler gesagt, dass der Ball hinter der Linie gewesen sei. „Da weiß man dann nicht so genau, ob man sich über den Punkt freuen oder doch ein bisschen traurig sein soll“, sagte der 44-Jährige.
Mit einem Sieg hätte der Tabellendritte (45 Zähler, 53:34 Tore) bis auf einen Zähler an Spitzenreiter Rot-Weiß Essen II heranpreschen können. „Das wird eine enge Geschichte, ein Saisonfinale mit viel Spannung“, sagt Jürgen Margref. „Und wir sind dabei. Das ist zum einen verwunderlich, zum anderen aber wunderschön.“


Bezirksliga Westfalen, Gr. 6
SG Hemer – Hedefspor Hattingen 0:1, TSG Herdecke – SC Obersprockhövel 0:2, TuS Hattingen – Geisecker SV 5:1, TSV Fichte Hagen – FSV Gevelsberg 3:2, SSV Kalthof – SpVg SW Breckerfeld 4:1, ETuS/DJK Schwerte – VTS Iserlohn 4:4, TuS Wengern – TuS Ennepetal II 5:0, TuS Stöcken-Dahlerbrück – VfL Schwerte 3:3.

Hedefspor Hattingen
Das war so ein Spiel, das für den Amateurfußball eine Spaßbremse ist. Und Peter Kursinski, der Trainer von Hedefspor Hattingen, war fassungslos – wegen des Schiedsrichters, vor allem aber auch wegen der Hemeraner Zuschauer. „Die haben meine Spieler attackiert“, sagte er und hatte in der Pause sogar überlegt, seine Mannschaft nicht zurück aufs Feld zu schicken. Er tat es dann aber doch und am Ende stand unter Polizei-Aufsicht dank des Tores aus der fünften Minute von Kapitän Yavuz Derin ein 1:0 (1:0)-Sieg bei der SG Hemer.
So richtig glücklich war das Hedef-Team jedoch nicht, obwohl es seine Tabellenführung (51 Punkte, 48:23 Tore) verteidigt hatte. Und das lag vor allem daran, dass Mathias Lepczynski bereits eine Minute nach dem 1:0 mit einer schweren Bänderverletzung ausgeschieden war. Die große Chance zum 2:0 und zur Entscheidung ließ in der 67. Minute Henry Obulueze aus. Er scheiterte vom Elfmeter-Punkt.
Weiter geht es am Mittwoch (1. Mai) mit dem Knaller-Spiel – nicht nur der Liga, sondern auch des heimischen Fußballs. Der Tabellenzweite SC Obersprockhövel trifft um 15 Uhr am Schlagbaum auf Spitzenreiter Hedefspor Hattingen, der drei Punkte mehr hat, und wäre bei einem Sieg wegen des besseren Torverhältnisses wieder die Nummer eins der Liga.

SC Obersprockhövel
Wohl dem, der einen Muhidin Ramovic hat. Der Top-Stürmer des SC Obersprockhövel schoss seine Mannschaft im Top-Spiel zum Sieg. Mit 2:0 (1:0) setzte sich der Tabellenzweite (48 Punkte, 50:26 Tore) beim Tabellendritten TSG Herdecke durch. Trainer Dieter Iske war kurz nach dem Schlusspfiff aber schon gleich wieder drei Tage weiter. „Der Sieg ist schön, aber jetzt kommt Hedef“, sagte er. „Da wollen wir auch selbstbewusst auftreten.“
Am Bleichstein drückte der SCO von Beginn an auf die Tube und durfte schon nach sechs Minuten erstmals jubeln. Nachdem Alexander Valdix im Strafraum gefoult worden war, traf Muhidin Ramovic vom Elfmeter-Punkt.
Zwar musste das Iske-Team ab der 40. Minute seine Taktik ändern, nachdem Sascha Höhle die Gelb-Rote Karte gesehen hatte, aber auch in Unterzahl zeigte es eine Klasse-Vorstellung. Und in der Schlussminute beseitigte Muhidin Ramovic die letzten Zweifel am 13. Obersprock­höveler Saisonsieg.

TuS Hattingen
Zeit zum Verschnaufen wird es in dieser Saison für den TuS Hattingen nicht mehr geben. Einmal mehr landeten die Rot-Weißen im Kampf um den Klassenerhalt einen eminent wichtigen Sieg. Dank des 5:1 (2:0)-Erfolges über den Geisecker SV verbesserten sie sich auf Rang zwölf (32 Punkte, 46:51 Punkte), haben aber nur ein Polster von drei Zählern auf die Abstiegsränge.
Klar: Die Erleichterung bei TuS-Spielertrainer Marius Kundrotas war riesengroß, hatte er mit seinem Team doch ein so genanntes Sechs-Punkte-Spiel gewonnen.
„Wenn es etwas auszusetzen gibt“, sagte der 34-Jährige, „dann ist es die Chancenverwertung.“ Sogar ein zweistelliger Sieg war möglich.
Nachdem vor der Pause Johann Geik (15.) und Matthias Surowietz (18.) getroffen hatten, erhöhte Nuri Ulutas auf 3:0, ehe Moritz Zöllner mit einem Doppelschlag für das 4:1 (85.) und 5:1 sorgte (89.).
Der TuS Hattingen empfängt am Mittwoch um 15 Uhr im Wildhagen den Tabellenfünften SG Hemer (42 Punkte, 46:37 Tore).

Bezirksliga Niederrhein, Gr. 3
Sportfreunde Niederwenigern II – FC Kettwig 2:1, SC Velbert II – SV Rot-Weiß Mülheim 0:2, Schwarz-Weiß Essen II – Heisinger SV 2:3, TVD Velbert – SpVgg Steele 03/09 1:1, SSVg 09/12 Heiligenhaus – SC Uellendahl 7:3, TuS Grün-Weiß Wuppertal – SV Union Velbert 2:3, SC Werden-Heidhausen – SSVg Velbert 02 II verlegt, TuS Union 09 Mülheim – SG Kupferdreh-Byfang 1:1.

Sportfreunde Niederwenigern II
Das abgeschlagene Tabellenschlusslicht (zwölf Punkte, 27:90 Tore) hat seinen dritten Saisonsieg gefeiert. Auf dem Glückauf-Sportplatz setzten sich die Sportfreunde Niederwenigern II mit 2:1 (1:0) gegen den FC Kettwig durch. Florian Weßendorf zum 1:0 in der 37. und Florian Ebert zum 2:0 in der 56. Minute trafen für das Team von Trainer Jens Haase, ehe die Essener zwei Minuten vor dem Ende zu ihrem Ehrentor kamen.
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