Die Unendlichkeitsaufgabe „PCB im Grubenwasser“

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v.l Dr. Christian Mauer(Spiekermann Consulting), Umweltamtsleiter Ludwig Holzbeck, Norbert Enters, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD, Dördelmann (Rheinisch-Westfälisches-Institut für Wasser/Zentrum Wasser)Joachim Löchte, Leiter Umwelt-,Arbeit-und Gesundheitsschutz der RAG und Dr. Detlef Timpe Kreis Unna
 
(Foto: Anwohner)

Die SPD-Kreistagsfraktion hatte am Donnerstag zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „PCB im Grubenwasser“ eingeladen. Zahlreiche Gäste nahmen an dieser Veranstaltung teil.

Vom Kreis Unna waren Kreisumweltdezernent Dr.Detlef Timpe und Umweltamtsleiter Ludwig Holzbeck dabei. Joachim Löchte, Leiter Umwelt-,Arbeit-und Gesundheitsschutz der RAG, vertrat die Interessen des Unternehmens. Dr. Christian Mauer (Spiekermann Consulting) und Oliver Dördelmann (Rheinisch-Westfälisches-Institut für Wasser/Zentrum Wasser) stellten eine von ihnen im Auftrag des Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, kurz MKULNV, erstellte Studie zu den Technologien und Kosten der Eliminierung von PCB aus dem Grubenwasser vor.
Norbert Enters, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD, sowie deren umweltpolitscher Sprecher machte als Gastgeber deutlich, wie wichtig es ist, Bürgerinnen und Bürger in diese Thematiken mit einzubeziehen und welch hohen Stellenwert die Umweltpolitik in der SPD hat. Umweltdezernent Dr. Detlef Timpe betonte in seiner Stellungnahme nochmal, dass der Kreis Unna die Lippe und die Wasserqualität dieses Flusses schon lange im Focus habe und auch darauf drängt, dass Maßnahmen, die ein weiteres Einbringen von PCB in die Lippe verhindern, so schnell wie möglich umgesetzt werden.

Die Machbarkeitsstudie, von Dr. Christian Mauer und Oliver Dördelmann vorgestellt, machte dann auch deutlich, dass es sich bei der Thematik „PCB im Grubenwasser“ um ein sehr komplexes Problem handelt. In verschieden Modellen, unter Berücksichtigung des Erfolges und damit verbundenen Auswirkungen auf die Kosten und die Umwelt, stellten sich zwei Modelle als Favoriten heraus. Allerdings wurde aber auch klar, dass bei der Menge von ca. 13 Millionen Kubikmetern Grubenwasser im Jahr erhebliche Kosten entstehen. Diese belaufen sich je nach Modell auf 8 bis 11 Millionen Euro Baukosten. Hinzu kommen jährliche Betriebskosten bis zu circa 1 Millionen Euro. Hierbei ist noch zu bedenken, das es sich, wie so schön formulierte wurde, um eine „Unendlichkeitsaufgabe“ handelt. Das bedeutet, dass niemand sagen kann, wie lange es nötig ist, das Grubenwasser aufzuarbeiten. Wenn man wie Joachim Löchte von der RAG von der Menge von 120 Gramm PCB im Jahr ausgeht, die mit dem Grubenwasser in die Lippe gelangen, wird es wohl sehr, sehr lange dauern. Die RAG hat da, laut Joachim Löchte ganz andere Vorstellung, so würde sich der Eintrag an PCB in die Lippe schon deutlich verringern lassen, wenn man den Wasserstand in der Schachtanlage steigen lassen würde, zum Beispiel von zur Zeit -900 m auf -600 m. Ob dieses eine Lösungsmöglichkeit wäre, darüber gingen die Meinungen in der anschließenden Diskussion deutlich auseinander. Einig waren sich die Ersteller der Studie Dr. Christian Mauer, Oliver Dördelmann und auch Joachim Löchte von der RAG aber darüber, dass das Monitoring deutlich verbessert werden muss und das noch deutlich mehr Analysedaten erstellt werden müssen.
Auf ein darauffolgendes Pilotverfahren, so wie es die Gutachter fordern, und welches auch von Dr.Detlef Timpe als sinnvoll betrachtet wurde, mochte sich Joachim Löchte von der RAG nicht einlassen.
Nach der anschließenden Diskussion mit den Gästen darf man gespannt sein, wie sich das MKLUNV wohl entscheiden wird.
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