Wachsam, nicht ängstlich - Was erwartet Reisende aus der Region nach dem Terror von Paris?

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Der Himmel in der Ferne des Flughafens ist blutrot. Auch wenn die Behörden zur Nach- und Vorsicht mahnen, so haben Reisende nur mit leicht erschwerten Reisebedingung zu rechnen. Angst sei laut den Behörden nicht nötig. (Foto: Monika Hartmann)
 
An Flughäfen mit Routen nach Frankreich könnte es zu längeren Wartezeiten kommen.
Kamen: Kamen | Was bedeutet der Terror von Paris und der Ausnahmezustand in Frankreich für Flugreisende aus der Region? Der Stadtspiegel informierte sich bei den Behörden und dem Dortmund Airport.
Flugreisenden wird zur Zeit von der Luftsicherheitsbehörde generell geraten, frühzeitig vor dem Start am Abflughafen zu sein, weil Personen- und Gepäckkontrollen etwas länger als gewöhnlich dauern könnten. Direkt betroffen seien allerdings nur Flüge in Richtung Frankreich - und damit nicht der Dortmund Airport. Von Dortmund aus starten seit Jahren keine Flugzeuge mehr in Richtung Frankreich.

Entspannt am Dortmund Airport

Der Pressesprecher des Dortmund Airport, Sebastian Rosendahl, nimmt Stellung zur Stadtspiegel-Anfrage: „Wir haben volles Vertrauen in die Arbeit der Behörden am Platz und sind uns sicher, dass die zuständigen Behörden für Ihre Arbeit in Dortmund die schrecklichen Anschläge in Paris professionell bewerten werden.“
Der Auftrag zur Fluggastkontrolle wurde dem Flughafen zu Jahresanfang von der Bezirksregierung entzogen. Seit dem 1. Januar 2015 organisiert die Firma STI Security Training International im Auftrag der Bundesregierung Münster und der Luftsicherheitsbehörde die Fluggastkontrolle in Dortmund. Die zuständnige Bezirksregierung Münster entwarnt ebenfalls und lässt verlauten: „Bei uns und den hiesigen Flughäfen Dortmund, Münster/Osnabrück und Paderborn/Lippstadt sind die Sicherheitsstandards sowieso schon auf einem überdurchschnittlichen Niveau, so dass wir keine weiteren Sicherheitsmaßnahmen angeordnet haben.“

Leicht verstärkte Sichtkontrolle bei Flügen nach Frankreich

Explizit leicht verstärkte Kontrolle gibt es nur bei Flügen nach Frankreich - eben von den anderen deutschen Flughäfen, wie die Bundespolizei-Sprecher Wolfgang Amberge sagte. Passkontrollen gäbe es zwar zur Zeit nicht, aber es würde genau darauf geachtet werden, wer eine Flugreise nach Frankreich antritt. Vor allem in Zügen und auf Bahnhöfen sollen mehr Streifen im Einsatz kommen.
Bei der Einreise nach Frankreich ist mit Sichtkontrollen zu rechnen. Das Auswärtige Amt rät zu Verständnis, Kooperation und Eigenverantwortung: „Es kann im Reiseverkehr vorübergehend zu Einschränkungen kommen. Reisende werden dringend gebeten, den Anweisungen der französischen Sicherheitsbehörden Folge zu leisten, sich in Frankreich umsichtig zu bewegen und über Medien sich mit Reise- und Sicherheitshinweisen zur Lageentwicklung informiert zu halten.“

Unveränderte, ernst zunehmende Bedrohung, wie vor dem Pariser Terror, aber kein Grund zu überhöhter Angst

NRW-Innenminister Ralf Jäger stellte klar, dass es aktuell in Deutschland keine konkreten Hinweise auf bevorstehende Terroranschläge gäbe. Roger Lewentz, der rheinland-pfälzische Innenminister, verwies laut Meldung der Nachrichtenagentur dpa beim SPD-Landesparteitag in Ludwigshafen aber auch darauf, dass die deutschen Sicherheitsbehörenden „hoch sensibilisiert“ seien, „dass Europa im Fokus auch islamistischer Terroristen steht“ und man alles dafür tun werde, um einen potentiellen Anschlag in Deutschland zu verhindern.

Auswirkungen auf die Reisebranche und für den Frankreichbesuch

Die Reisebranche derweil ein abwartendes Verhalten deutscher Frankreich-Urlauber. „Ein kleiner Rückgang der Anfragen ist zu verzeichnen – viele Reisen in die französische Hauptstadt werden aber ohnehin mittlerweile selbst organisiert: Man steigt in Köln einfach in den TGV und bucht dann spontan vor Ort selbst eine Unterkunft. Der Terror in Ägypten hatte vor einigen Jahren dramatische Folgen für den Tourismus vor Ort. Für Frankreich ist ein solcher Einbruch nicht im Ansatz zu erwarten“, klärt der Pressesprecher des Internetportals „Urlaubsguru“, Jens Krömer, auf. In Frankreich ist die Stimmung angespannt, wie der Reiseexperte berichtet: „An Flughäfen, Bahnhöfen und anderen Verkehrsknotenpunkten ist mit mehr Kontrollen zu rechnen und auch an den Anblick von Polizisten mit Maschinengewehren werden wir uns wohl gewöhnen müssen. Direkt nach den furchtbaren Anschlägen wurden Sehenswürdigkeiten geschlossen und die Behörden rieten zur Vorsicht bei größeren Menschenansammlungen. Von langfristigen Absagen und Schließungen ist aber wohl nicht auszugehen. [...] Die ohnehin schon hohen Sicherheitsvorkehrungen werden aber möglicherweise noch verstärkt werden. Beim Eintritt in Museen oder Gebäude ist daher wohl mit noch längeren Wartezeiten zu rechnen. “
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