Kardinal Rauber: „Von der Gottesmutter können wir Trost erwarten“

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Bei der Marientracht wurde das Gnadenbild in einem Schrein durch die Straßen von Kevelaer getragen. (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)
 
Als Päpstlicher Legat war Kardinal Karl-Josef Rauber nach Kevelaer gekommen. Er versprach in seiner Predigt den Trost der Gottesmutter. (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)
Kevelaer: Kapellenplatz |

(pbm/cb). Das 375-jährige Jubiläum der Wallfahrt im niederrheinischen Kevelaer hat seinen ersten Höhepunkt erreicht: In einer Prozession wurde das Gnadenbild von der St.-Antonius-Kirche zurück zur Basilika gebracht.

In der Antonius-Kirche hatte der Schrein eine Nacht lang gestanden, viele Gläubige hatten die Gelegenheit zu einem Gebet an dem Gnadenbild genutzt. Auf dem Weg zur Basilika wurde das Bild von zahlreichen Gläubigen und Geistlichen begleitet, darunter der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, der Erzbischof von Luxemburg, Jean-Claude Hollerich, und der Päpstliche Legat, Kardinal Karl-Josef Rauber. Gemeinsam feierten sie bei strahlendem Sonnenschein einen feierlichen Gottesdienst auf dem Kapellenplatz.
Dort begrüßte Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann die Gläubigen in mehreren Sprachen.
In seiner Predigt erinnerte Kardinal Rauber an ein Wort von Papst Franziskus: „Wir brauchen den zärtlichen Blick der Gottesmutter, der den Schleier von unserer Seele nimmt.“ Dieses Zitat, sagte Rauber, passe „so ganz zu unserem Gnadenbild.“ Jedes Jahr würden viele Menschen mit ihren Anliegen zur Trösterin der Betrübten kommen, mit der Bitte: „Mutter, schenk uns Deinen Blick. Wende Deine barmherzigen Augen uns zu.“ Der Kardinal machte auf das Schicksal der Menschen aufmerksam, die ihre Heimat durch Krieg verloren haben oder von Hunger bedroht sind. „Viele kommen deshalb nach Europa, wo sie Frieden und die Sicherung ihrer Existenz erhoffen.“ Durch die Medien würde man zudem täglich von Menschen mit körperlichen Leiden
oder seelischen Nöten erfahren. „Wir erfahren von Hilflosen und Einsamen, von Straßenkindern und Arbeitslosen, von Drogenabhängigen und Gewalttätern. Wir erfahren von Attentaten, die meist von der Terrormiliz Islamischer Staat verübt werden und die den Frieden und die Geborgenheit unserer Heimat gefährden“, mahnte Rauber.
Diese „gewaltigen Stürme“, die „heute die Kirche und die Religion bedrohen, mahnen uns, Zuflucht bei der Trösterin der Betrübten zu suchen und von ihr Trost, Mut und Kraft zu empfangen.“ Auch im religiösen Leben seien die Christen vor harte Entscheidungen gestellt, erklärte Rauber und nannte unter anderem die sich leerenden Kirchenbänke und das Problem, dass ein Seelsorger oft bis zu drei oder vier Gemeinden zu betreuen habe. Daher hätten die Gläubigen allen Grund, die Gottesmutter zu bitten, ihnen ihren Blick zu schenken. „Der Blick der Gottesmutter hilft uns, uns und unser Leben mit anderen Augen zu betrachten. Wir bekom-
men selbst eine Sicht der Dinge, die befreien, begleiten und beschützen sollen“, sagte Rauber. „Er hilft uns, geschwisterlicher, solidarischer und offener mit unseren Mitmenschen umzugehen, um dadurch Jesus Christus näher zu kommen.“ Denn Christus sei es, betonte der Kardinal, „der sich den Notleidenden, den Armen, den Heimatlosen, den Entrechteten gleichsetzt.“ Die Gottesmutter blicke in die Herzen der Menschen, „von ihr können wir immer Trost erwarten.“ Diesen Trost in Kevelaer zu erbitten, sei „nicht nur ein schöner Brauch, sondern es gehört wesentlich zu unserem christlichen Lebensweg, dass wir von ihr Trost empfangen und so durch
sie immer näher zu Christus gelangen“, erklärte Rauber.

Nach dem festlichen Gottesdienst die Marientracht

Zahlreiche Menschen schlossen sich nach einem feierlichen Gottesdienst auf dem Kapellenplatz der sogenannten Marientracht an. Bei dieser wird das Gnadenbild, durch dessen Einsetzung vor 375 Jahren die Wallfahrt nach Kevelaer begründet wurde, durch die Straßen der Stadt getragen. Nur alle 25 bis 50 Jahre kommt es zu diesem Ereignis, zu dem in diesem Jahr zahlreiche Geistliche aus dem In- und Ausland in die Marienstadt gekommen waren.
Ein Wiedersehen mit Kevelaer war es für die beiden Weihbischöfe Dr. Stefan Zekorn und Wilfried Theising. Zekorn war bis zu seiner Bischofsweihe Wallfahrtsrektor in Kevelaer, Theising bis zu seiner Ernennung zum Offizial in Vechta Weihbischof am Niederrhein. Entsprechend herzlich wurden sie von vielen Kevelaerern begrüßt. Ebenso wie Erzbischof Laurent Lompo, der aus dem Niger stammt und Kevelaer über die „Aktion pro Humanität“ besonders verbunden ist. Der Päpstliche Legat Kardinal Karl-Josef Rauber, der Apostolische Nuntius Nikola Eterovic, de Luxemburger Erzbischof Jean-Claude Hollerich und der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn reihten sich wie viele andere Bischöfe, Priester und Ordensvertreter in die Marientracht ein.
Begleitet wurde die Prozession von den Abordnungen zahlreicher Vereine, von Bruderschaften und Bürgern. Unter den Gästen waren unter anderem die aus dem Kreis Kleve stammende Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken, Prof. Dr. Thomas Sternberg.
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