Jetzt mit Video! Drei Kandidaten auf dem "heißen Stuhl"

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    Kleve: Konrad-Adenauer-Gymnasium |

Kleve. Drei Kandidaten - aber nur ein Bürgermeisterstuhl. Wer den am 13. September besteigen wird, wird in Kleve heftig diskutiert. Wie kommen die Kandidaten beim Nachwuchs an? Diese Frage hatte sich die Redaktion des Klever Wochenblatt gestellt und zur öffentlichen Podiumsdiskussion ins Konrad-Adenauer-Schulzentrum geladen. Den Anstoß gaben Fotograf Tim Tripp sowie Tobias Budde und Manuel Funda (Klevido). Mit im Boot saßen auch KlevidoTV und kleveblog

Neben den Oberstufenschülern des Konrad-Adenauer-Gymnasiums wollten auch die Zehntklässler der Karl-Kisters-Realschule den Kandidaten auf den Zahn fühlen, wollten wissen, was die Kandidaten zur Kinderfreundlichkeit der Stadt Kleve, zum Zustand von Straßen und Brücken oder zum Umgang mit Flüchtlingen zu sagen hatten. Am Ende durfte abgestimmt werden: Welcher Kandidat hat Dich überzeugt?, stand auf den Wahlzetteln. Das Ergebnis gibt's am Freitag im Lokalkompass und am Samstag im Klever Wochenblatt.

Mittwoch Nachmittag, 17 Uhr: leise Musik, Stühlerücken, bitte Platz nehmen. Rund 300 Interessierte saßen im Forum des KAG, auf dem Podium Udo Janssen, der für die CDU um den Bürgermeisterposten ringt, Artur Leenders, Kandidat der Grünen, und die von der SPD, FDP und den Offenen Klevern ins Rennen geschickte Sonja Northing. Durch die Veranstaltung führte Tobias Budde.

Stille auf den Rängen, als der stellvertretende Schulleiter, Heinz-Bernd Westerhoff die zahlreichen Dsikussionsteilnehmer begrüßte. Kinder und Jugendliche zu mündigen Bürgern zu erziehen, ihnen die Möglichkeit zur Teilhabe an politischen Themen zu geben - das wird im KAG groß geschrieben. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, können Schülerinnen und Schüler an der Kinderzukunftswerkstatt teilnehmen. "Sie sind mit Fachleuten durch die Stadt gegangen, haben gezeigt, wo sie sich aufhalten, aber auch Orte benannt, die Angst machen", so Wolfgang Tyssen, Lehrer am Konrad-Adenauer-Gymnasium. Die Ergebnisse wurden der Stadt Kleve zur Verfügung gestellt.

Locker führte Tobias Budde in die Runde ein, stellte zunächst ganz allgemeine Fragen zu Schullaufbahn und Werdegang. "Ich war gut", sagte Sonja Northing. Udo Janssen schilderte sich als mittelmäßigen Schüler. Dr. Artur Leenders schoss als zweitbester Abiturient am Stein-Gymnasium den Vogel ab. Udo Janssen wurde Rechtsanwalt, aus Artur Leenders wurde der Mediziner, Dr. Artur Leenders, Sonja Northing studierte Verwaltungswissenschaften.

Die Schülerinnen und Schüler hatten sich auf die Diskussion gut vorbereitet. Zentrales Interesse lag auf der Frage nach der Aufnahme und Integration der Flüchtlinge. 150 waren kurz vor Beginn des neuen Schuljahres in der Turnhalle des KAG untergebracht worden. Alle Kandidaten zeigten sich erleichtert ob der großen Hilfsbereitschaft von Seiten der Klever Bevölkerung und wünschten, dass sich das nicht ändern wird. Dr. Artur Leenders, der die Erstuntersuchungen durchführte, berichtete von schlimmen Geschichten, die er von den Flüchtlingen gehört hatte. Er bewertete die Leistung der Stadt Kleve innerhalb von nur zwei Tagen 150 Menschen Obdach zu verschaffen, als grandios. Sonja Northing war als Leiterin des Fachbereichs Arbeit und Soziales sowohl in die organisatorischen Vorbereitungen als auch ins "Empfangskomitee" eingebunden. "Kleve hat sich vorbildlich verhalten. Bitte helfen sie alle mit, dass das auch so bleibt." Auch Udo Janssen bedankte sich bei der Bevölkerung, erinnerte daran, dass in den Ländern, die Menschen verlassen hätten, Krieg herrsche, während Artur Leenders sagte: "Die brauchen Hilfe. Unsere Hilfe. Ende. Aus." Sonja Northing regte für Kellen die Einrichtung eines Runden Tisches an. Vorbild könne der Runde Tisch in Materborn sein. Dort leben in der ehemaligen Hauptschule Asylbewerber, die der Stadt Kleve vom Land zugewiesen wurden.

Wie lange die Flüchtlinge in der Turnhalle bleiben werden, sei noch ungewiss, so Sonja Northing. Zur Zeit stehe der 15. Oktober im Raum. Diskutiert wurde noch über den Zaun, der die Turnhalle zur Zeit umgibt. "Das ist Vorgabe der Bezirksregierung Arnsberg. Wir haben zwar keine rechte Szene in Kleve. Aber wo Flüchtlinge rausgehen können, können andere auch rein."

Schulentwicklung, dieses Thema durfte natürlich nicht fehlen. Wann denn das KAG saniert würde, fragte Paul Vriesen. Es komme darauf an, welche Zahlen dem Schulausschuss in der kommenden Woche vorgelegt würden. Lohnt sich die Sanierung oder muss doch auf der grünen Wiese neu gebaut werden? Wenn es bei 12 Millionen bleibe, werde saniert, bei höheren Ausgaben wahrscheinlich neu gebaut. Bis zum Ende des Jahres werde der Rat entscheiden.

Der Schienenverkehr nach Nimwegen war Finn Schmidthausen eine Frage wert. Einig waren sich die Kandidaten, dass der Schienenverkehr in die Niederlande aufleben solle. Nur beim Wie gab es Differenzen. Keiner der Drei wollte die Kassen der Stadt Kleve belasten. Udo Janssen plädierte für die Einbindung des VRR und des Kreises Kleve, Artur Leenders bevorzugte eine Lösung mit der Euregio Rhein-Waal, Sonja Northing sagte, der Schienenverkehr solle kommen, wie, das werde man dann sehen.

Kostenloses W-Lan für die Stadt regte Kilian Ohr an. Udo Janssen informierte dahingehend, dass Gespräche geführt würden und es "eventuell bis zum Ende des Jahres klappen kann."

Klar, dass alle Kandidaten Kindern zuhören wollen, dass Jugendlichen eine Stimme gegeben werden soll. Die Stadt investiere viel in den Nachwuchs. Die Betreuung der unter Dreijährigen wurde gelobt, ebenso die Spielplätze der Stadt Kleve. Im Generationenbeirat hätten alle eine Stimme. Das bestritt allerdings Sonja Northing, die sich für einen Jugendbeirat einsetzen möchte.

Die drei Internetauftritte wurden thematisiert. Und ganz zum Schluss wurde gefragt, welcher Kandidat denn Bürgermeister werden solle, wenn man es selbst nicht geschafft hätte. Die beiden Herren enthielten sich der Stimme, Sonja Northing auch - aber nicht ohne hinzuzufügen: "Ich möchte doch nur noch sagen, dass ich gewinnen möchte."

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Nächste Frage: Bürgermeister-Vorwahl im KAG: Wann kommt das Ergebnis?

Interessant: Nach Abstimmung im KAG: Sonja Northing eindeutig Punktsiegerin


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