Wissen Sie, welcher Vogel da singt?

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Der Buchfink. Foto: Prothmann
 
Der Judasbaum ist ein Foto wert. Foto: B-K

„Kuckuck, Kuckuck.“ Wenn dieser Ruf ertönt, weiß wohl jeder, welcher Vogel singt. Auch die melodisch flötende Amsel erkennt man leicht. Aber die vielen anderen Vogelstimmen auseinanderzuhalten, ist gar nicht so einfach. Allen interessierten Naturliebhabern bot der Arbeitskreis für Umwelt und Heimat Lünen jetzt wieder eine Vogelwanderung an. Unter der Leitung von Joachim Pflaume ging’s los auf dem Parkplatz in Schwansbell. Das Wäldchen rund um das alte Schloss ist ein nahes, ideales Revier für so eine Exkursion.

Nun singen sie wieder. Aus voller Kehle und schier unermüdlich ertönen die Rufe der heimischen Vögel. Sie wollen ihr Revier markieren, Weibchen anlocken, „Aber die Vögel singen auch einfach aus Freude und Lust“, betonte Joachim Pflaume. Nach dem Frühlingsjubilieren unserer Vogelwelt kommt eine kleine Gesangspause, wo die Vögel mit Füttern des Nachwuchses beschäftigt sind. „Und dann gibt es eine zweite Gesangsphase“, so der Experte.
Immer wieder blieb er stehen und sagte: „Da, hören Sie: ein Buchfink. Und da, ein Zaunkönig.“ Mönchsgrasmücke, Buntspecht, Rotkehlchen… Überall ließen die Vögel ihr „zih-zih-tütütü“ und „teck-teck-teck“ erschallen.

Sie alle zu unterscheiden war schon schwierig. Einfacher geht es bei Vögeln, die nach ihrem Ruf genannt wurden: Wie eben der Kuckuck. Und der Zilpzalp, der sich recht monoton mit „Zilpzalp“ bemerkbar macht. Die Nachtigall singt übrigens nicht nur nachts, wie eine Teilnehmerin dachte, sondern auch am Tag. Aber sie ist der einzige Vogel, der sogar nachts seine Stimme ertönen lässt. Das Rotkehlchen singt auch im Winter. Interessantes erfuhren die Wanderer auch über die Grasmücke: Ihr Name hat nichts mit Gras und Mücken zu tun: „Grasmücke“ kommt aus dem Althochdeutschen von Gra-smucka = Grauschlüpfer. Die Färbung der Grasmücken ist graubraun.

Blüten wie Taschentücher


Joachim Pflaume erklärte der Gruppe aber auch Interessantes über die Pflanzenwelt. So ließ der Schlossherr in Schwansbell vor rund 150 Jahren einen Park im Stile eines englischen Landschaftsgartens anlegen. Seltene Bäume entdeckt man hier noch heute: einen Judasbaum, an dem die rosapinken Blüten ungewöhnlicherweise am alten Holz erscheinen, dazu Tulpenbaum, Trompetenbaum und Christusdorn, sowie Robinien. Zurzeit blüht der Taschentuchbaum: Seine weißen Blüten hängen tatsächlich groß wie Taschentücher von den Ästen herab.

„Früher gab es hier auch alte Obstbäume, als letztes Exemplar sehen Sie diesen einen uralten Birnbaum“, deutete Joachim Pflaume auf einen riesigen Baum.
Hätten Sie gedacht, dass es in diesem Jahr „Maikäfer ohne Ende“ gibt? Auch das erfuhren die Teilnehmer der Vogelwanderung. Und tatsächlich, viele Exemplare – leider oft halbtot auf den Wegen – wurden gesichtet.

Die Gartenschau rechts liegenlassend ging’s weiter am Kanal entlang. Ginster leuchtet hier gelb. „Das sind Brambüsche“, sagte ein Teilnehmer. „Daher hat doch Brambauer seinen Namen.“ Hoch oben in einer Baumkrone hatte sich ein „Gelbspötter“ versteckt. Dieser Vogel imitiert andere Vogelstimmen.
Wieviel Interessantes diese Exkursion brachte. Toll!

Die Vogelfotos stammen alle aus dem umfangreichen Archiv von Rolf Prothmann, Mitglied des Arbeitskreises für Umwelt und Heimat Lünen.
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3 Kommentare
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Renate Croissier aus Lünen | 19.05.2015 | 08:21  
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Doro Backmann-Kaub aus Lünen | 19.05.2015 | 10:29  
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Renate Croissier aus Lünen | 19.05.2015 | 10:37  
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