52. Grimme-Preis: „Besondere Ehrung” für Jan Böhmermann, Grenzgänger der Satire

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Der Fernsehsatiriker Jan Böhmermann hat anlässlich des 52. Grimme-Preises nicht nur eine Auszeichnung für die #varoufake Satire erhalten. An ihn geht auch die „Besondere Ehrung“ des Preisstifters; des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV).

Dazu Grimme-Direktorin Dr. Frauke Gerlach: „Jan Böhmermann ist zurecht mehrfach ausgezeichnet worden. Er ist ein streitbarer Satiriker, der die Grenzen des Möglichen immer wieder auslotet und sich auch vor der Auseinandersetzung mit gesellschaftlich brisanten Themen nicht scheut. So macht seine Kritik weder vor der Politik noch vor den Medien halt.
Er ist ein würdiger Preisträger, weil er uns die Wirkungsmechanismen öffentlicher Meinungsbildung in der modernen Mediengesellschaft vor Augen führt. Dass er dabei auch zu drastischen Provokationen greift, mindert seine Gesamtleistung und seinen Beitrag zu strittigen gesellschaftlichen Debatten nicht.“
DVV-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer: „Die ‚Besondere Ehrung‘ wird Jan Böhmermann verliehen, weil er sich immer wieder als leidenschaftlicher Medienmacher hervorgetan hat. Er verdeutlicht Grenzen, gerade auch, indem er sie überschreitet.
Information, Aufklärung, Unterhaltung finden bei ihm zu einer neuartigen Einheit, die uns allen auch ein neues Maß an Medienkompetenz abverlangt. Mühelos überspringt er alle Mediengattungen, ist innovativ und beispielhaft für die Entwicklung des Fernsehens in der digitalen Konvergenz.“

Jan Böhmermann hat seine Teilnahme an der Grimme-Preis-Verleihung in Marl abgesagt. Auf seiner Facebook-Seite postet er: „Ich fühle mich erschüttert in allem, an das ich je geglaubt habe. Mein Team von der Bildundtonfabrik und ich bitten um Verständnis, dass wir heute Abend nicht in Marl feiern können.“

Deutscher Volkshochschul-Verband

Der DVV setzt mit der Besonderen Ehrung für Jan Böhmermann ein Signal – für eine offene, mutige mediale Zukunft, in der Information, Aufklärung und Unterhaltung gleichberechtigt und auf allen Kanälen und Ausspielwegen miteinander verwoben ihren Platz haben. Für eine mediale Zukunft, in der große und kleine Sender, Altes und Neues, das Netz und seine Facetten nicht mehr nach etablierten Rangfolgen nachgeordnet, sondern konvergent und gleichzeitig sind. Für eine mediale Zukunft, in der Macherinnen und Macher mit Nutzerinnen und Nutzern auf Augenhöhe dialogisch verhandeln, was relevant und gesellschaftlich wichtig ist. Mit heiligem Ernst – aber auch diebischem Spaß. In dieser Welt, in der Albernheit und Aufklärung zusammengerückt sind, wird Jan Böhmermann mutig am Ball bleiben: „Das Altwerden in der eigenen Sendung“, hat er schon vor einigen Jahren im Interview gesagt, „ist auf jeden Fall ein erstrebenswerter Zustand.“
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