SARIA: Bürgeriniative "Marler haben Nase voll!" fordert Kreis Recklinghausen eindringlich zum Handeln auf!

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Wir sind als Anwohner nicht mehr länger bereit, Einschränkungen der Wohn- und Lebensqualität ( bedingt durch die Geruchsbelästigungen der Fa. Saria ) hinzunehmen. Wir Anwohner haben den Eindruck, dass die erforderlichen Maßnahmen ( z.B. festgeschriebene Auflagen wie Aktivkohlefilter, Reduzierung der Verarbeitungsmenge, eingeschränkter Betrieb etc. ) seitens der zuständigen Immissionsschutzbehörde nicht ergriffen bzw. auch nachhaltig durchgesetzt werden. So schreibt "MHNV" - Anwohnerinitiative für bleibende Lebensqualität in Marl an den Kreis Recklinghausen.

Wir dokumentieren den ungekürzten Brief um die Situation in Marl Frentrop rund um SARIA zu beleuchten.

Sehr gehrter Herr...
wir hatten eigentlich gedacht, dass sich die Sache mit den ekelhaften Gerüchen der Firma Saria durch ihren Einsatz als Immissionsschutzbehörde des Kreises Recklinghausen geklärt hätte. Sie hatten Ihrerseits am 21. April 2015 als Kreis Recklinghausen in der Presse erklärt, dass die Firma Saria einen Aktivkohlefilter einsetzt. Weiter heißt es in dem Zeitungsartikel wörtlich: "Nach Angaben der Kreisverwaltung, die als Untere Immissionsschutzbehörde für die Genehmigung und Überwachung der Anlagen zuständig ist, sollen so die Geruchsbelästigungen dauerhaft reduziert werden."
Erfreulicherweise hat sich die Geruchssituation danach für mehrere Wochen für uns Anwohner deutlich gebessert, was wir sehr begrüßt haben.

Leider beobachten wir seit mehreren Wochen, dass sich die Geruchssituation wieder deutlich verschlechtert hat. Es erinnert an alte Zeiten. Das dürften Sie sicherlich auch an der wieder zugenommenen Zahl der Beschwerden ablesen können.

Bitte sorgen Sie als Aufsichtsbehörde endlich dafür, dass das Unternehmen den Gestank abstellt, was ja technisch möglich ist, wie Saria bewiesen hat und geben Sie uns eine Information wie der aktuelle Stand ist.

Obwohl der Landrat uns als Initiative schriftlich und der Kreis in der Presse öffentlich versprochen haben, die Anwohner regelmässig zu informieren, ist das Gegenteil der Fall. Wir warten als Initative auf Antworten, Bürger müssen mehrfach schriftlich nachfragen und erhalten von der Kreisverwaltung keine Antworten, wie wir von verschiedenen Personen erfahren haben. Das Versprechen, das der Kreis Recklinghausen uns gegeben hat, ist nicht eingehalten worden. Warum gehen Sie so mit uns Bürgern um? Verstehen Sie das unter Transparenz, Nachvollziehbarkeit behördlicher Prozesse und Bürgerfreundlichkeit?

Ferner müssen wir feststellen, dass die Immissionsschutzbehörde des Kreises Recklinighausen scheinbar den Überblick über die aktuellen Beschwerden von Anwohnern der Firma SARIA verloren hat oder diese nicht ernst nimmt. So wurde gestern in der Marler Zeitung zum wiederholten Male behauptet, es lägen keine Anwohnerbeschwerden vor. Erst als empörte Anwohner bei der Zeitung anriefen und auf unseren schriftlichen Protest an Sie gab es eine Reaktion der Kreisverwaltung, die in der heutigen Ausgabe der Marler Zeitung die Zahl von 0 Beschwerden auf die tatsächlichen 13 korrigiert. Wie ist denn das zu erklären? 13 Beschwerden von Familien an einem einzigen Werktag fallen der Aufsichtsbehörde nicht auf? Es kann nicht sein, dass Bürger und wir als Anwohnerinitiative die Aufsicht über die Aufsichtsbehörde wahrnehmen müssen.

Auch alle wesentlichen Verbesserungsvorschläge und Vereinbarungen, die von Ihnen als Behörde am Runden Tisch mit uns und SARIA-Vertretern im Kreishaus besprochen wurden, werden mit Füßen getreten. SARIA hält sich an nichts. Es wäre so einfach für SARIA, die Anwohner über geplante Wartunsmaßnahmen mit Lärm- und Gestankspotential zu informieren. Und Sie als Behörde werden erst tätig, wenn wir Bürger Sie dazu auffordern.

Da es nicht anders zu gehen scheint, fordern wir Sie hiermit erneut auf, endlich die ausstehenden Anfragen von Bürgern und unserer Initiative zu beantworten und wenigstens mitzuteilen, bis wann wir mit einer Antwort rechnen können.

Nach wie vor wollen wir wissen, warum sich die Geruchssituation nach dem Einbau des Aktivkohlefilters (laut Ihrer Angabe in der Zeitung am 7. April) jetzt wieder verschlechtert hat. Was ist verändert worden, und warum ist das nicht über die Presse kommuniziert worden und wir als Anwohner Initiative nicht darüber informiert worden, was der Landrat uns sogar schriftlich und öffentlich in der Presse versprochen hat?

Wird der Aktivkohlefilter zur Auflage gemacht, da er offenbar die besten Geruchsergebnisse für die Bevölkerung bringt? Falls nein, warum nicht?

Wie ist der aktuelle Stand bei der Firma Saria, was die technische Veränderung betrifft?

Warum werden planbare Maßnahmen auf dem SARIA-Gelände, die die Bürger durch Gerüche, Lärm oder ähnliches belästigen können, nicht von SARIA oder dem Kreis Recklinghausen der Öffentlichkeit mitgeteilt, wie wir es bei den Gesprächen im Kreishaus vereinbart haben?

Wie viele Beschwerden gibt es inzwischen seit Jahresanfang?
Wann genau wurde der Aktivkohlefilter eingebaut und wie entwickelte sich die Beschwerdesituation nach dem Einbau des Aktivkohlefilters bis heute?

Ist die aktuelle technische Situation, dass SARRIA die von ihr produzierten Gerüche nicht mit der in der vorhandenen Ablufttechnik zufriedenstellend für die Anwohner managen kann, mit der Betriebsgenehmigung vereinbar?

Würde die Firma SARIA mit der aktuellen Ablufttechnik die von Ihnen erteilte Genehmigung für die zur Zeit dort verarbeitete Kapazität erhalten?

Welche Maßnahmen werden sie als Behörde ergreifen, damit Saria wieder weniger stinkt, was ja technisch möglich ist?

All diese Fragen stellen wir mit Berufung auf das Umweltinformationsgesetz (UIG).
Auf dieser Grundlage bitten wir Sie als betroffene Anwohner um Einblick in die Genehmigungsunterlagen der am Standort Rennbachstraße ansässigen Betriebe der Firma SARIA.

Wir sind als Anwohner nicht mehr länger bereit, Einschränkungen der Wohn- und Lebensqualität ( bedingt durch die Geruchsbelästigungen der Fa. Saria ) hinzunehmen. Wir Anwohner haben den Eindruck, dass die erforderlichen Maßnahmen ( z.B. festgeschriebene Auflagen wie Aktivkohlefilter, Reduzierung der Verarbeitungsmenge, eingeschränkter Betrieb etc. ) seitens der zuständigen Immissionsschutzbehörde nicht ergriffen bzw. auch nachhaltig durchgesetzt werden. Dies ist besonders vor dem Hintergrund der geplanten Erweiterung zu betrachten, da es hier zu einer Kapazitätserweiterung und zunehmenden Geruchsbelästigungen kommen wird. Es erweckt den Eindruck, das die Kreisverwaltung Verstöße der Fa. Saria nicht ahndet und erforderliche Maßnahmen nicht durchsetzt.

Daher fordern wir als MHNV-Bürgerinitiative Sie als Kreisverwaltung auf, unsere Fragen bis zum 15.06.2015 schriftlich zu beantworten und unverzüglich Maßnahmen gegen weitere Geruchsbelästigungen zu ergreifen.

Sollte es in den weiteren Tagen zu weiteren Beeinträchtigungen für die Anwohner durch die Firma SARIA kommen, sehen wir uns leider gezwungen eine Dienstaufsichtsbeschwerde wegen Untätigkeit gegen die Kreisverwaltung bei der Bezirksregierung Münster einzureichen. Darüber hinaus behalten wir uns vor, rechtliche Schritte einzuleiten.

Leider sehen wir uns zu solchen Schritten gezwungen, sind aber gerne bereit uns mit der Fa. Saria und der Kreisverwaltung an einen runden Tisch zu setzten, um nach zeitnahen Lösungen gemeinsam zu suchen.


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