28 Verletzte bei Brand im Hochhaus

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Durch das Auslösen der automatischen Brandmeldeanlage des Hochhauses am Hans-Böckler-Platz 7 wurde die Feuerwehr am Fronleichnam, Donnerstag, 5. Mai, um 18.44 Uhr zu einem Einsatz alarmiert. Vor Ort bemerkten die Einsatzkräfte schnell, dass im 16. Stock die komplette Etage verraucht war.

Schon im Treppenhaus kamen den Einsatzkräften mehrere Personen entgegen, die alle über Hustenreiz klagten. Sofort wurde das Alarmstichwort auf MANV (Massenanfall von Verletzten) erhöht. Bei diesem Stichwort wird davon ausgegangen, dass es eine größere Anzahl von Verletzten gibt. Dies setzt eine Alarmierungskette in Gang, um eine entsprechende Anzahl von Rettungswagen und Einsatzfahrzeugen zur Einsatzstelle zu alarmieren. Durch die anwesenden Notärzte und das Rettungsdienstpersonal wurden insgesamt 28 betroffene Personen behandelt.

Bei allen Personen wurde der aufgenommene Kohlenstoffmonoxidgehalt geprüft. Bei vier Personen war er soweit erhöht, dass die Vitalfunktionen akut bedroht waren. Zwei von Ihnen mussten mit Rettungshubschraubern zu den Universitätskliniken nach Düsseldorf geflogen werden, um in speziellen Druckkammern behandelt zu werden. Zwei weitere Patienten dieser Kategorie wurden in ein Krankenhaus gebracht. Bei sechs weiteren Personen war der Kohlenstoffmonoxidgehalt so erhöht, dass auch sie schnell in umliegende Krankenhäuser transportiert werden mussten.

Bei den weiteren 18 betroffenen Personen war der Wert nur leicht erhöht. Auch sie wurden zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Unter den leichter Verletzten befanden sich auch vier Kinder, die in umliegende Kinderkliniken gebracht wurden. Die Feuerwehr Mülheim löste Vollalarm für die Berufs- und Freiwillige Feuerwehr aus und war mit zwei Löschzügen, 20 Rettungswagen, sieben Notärzten und mehreren Führungsfahrzeugen im Einsatz. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte vom Deutschen Roten Kreuz, der Johanniter
Unfallhilfe sowie von der Mülheimer Notfallseelsorge.

Insgesamt kamen zirka 70 Kräfte zum Einsatz. Für die Zeit des Einsatzes blieb der Tourainer Ring voll gesperrt.

Christina Heine, Sprecherin des SWB, dem das betroffene Doppelhochhaus nurmmer 7-9 gehört, konnte am Freitag nähere Informationen geben. In einer Wohnung auf der 16. Etage des Hauses Nr. 7 kam es am Abend des 5. Mai durch Überhitzung eines mit Speiseöl gefüllten Kochtopfes zu einem sogenannten Fettbrand mit starker Rauchentwicklung. Das Öl hatte allerdings noch kein Feuer gefangen. Der Kochtopf wurde noch vor Eintreffen der Einsatzkräfte auf dem Treppenhaus-Balkon durch Nachbarn, die Hilfestellung leisten wollten, abgestellt. Dennoch führte dies zu einem Auslösen der automatischen Brandmeldeanlage der Rauchmelder in den 7 angrenzenden Wohnungen sowie des Flures. "Die Wohnung ist noch bewohnbar, selbst in der Küche sind die Wände noch weiß. Es riecht nur extrem stark", erklärt Heine. Jetzt müsse die Etage gut durchlüftet werden.

"Dieser Vorfall hat aber auch gezeigt, dass die Reaktionskette sehr gut funktioniert", zeigt sie sich erleichtert. Die Brandmelder hätten ausgelöst, durch die Brandschutztüren sei verhindert worden, dass der Qualm auch in die anliegenden Etagen beziehungsweise über den Durchgang in das Nachbarhochhaus gezogen sei. Der Hausmeister, der in dem Hochhaus selber wohnt, war ebenso wie die Feuerwehr schnell zur Stelle.

"Betroffen waren die sieben Wohnungen auf der 16. Etage. Die vier Bewohner, die in die Uniklinik Düsseldorf geflogen werden mussten, waren die Nachbarn, die in die Wohnung gerannt waren, um dem Mieter zu helfen. In die Spezialklinik nach Düsseldorf geflogen werden mussten vier Familienmitglieder aus zwei Mieterwohnungen, darunter zwei Kinder im Alter von vier und sieben Jahren sowie zwei Erwachsene. SWB steht mit den beiden Familien in unmittelbarem Kontakt; im Laufe des Freitages entscheidet sich, ob bereits heute eine Entlassung aus der Klinik erfolgen kann. Alle anderen sind bereits seit Donnerstagabend wieder zu Hause und in ihren Wohnungen," hieß es von der SWB-Sprecherin am Freitagmittag.
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