Das CBE sucht wieder ehrenamtliche Ausbildungspaten

Anzeige
(V.l.) Lukasz Szyra (Schüler der zehnten Klasse der Schule am Hexbachtal), Renate Opitz (ehrenamtlich engagierte Ausbildungspatin), Lateef Al-Kandor (Schüler der zehnten Klasse der Schule am Hexbachtal), Christine Hepp (Projektleitung Ausbildungspaten für Mülheim), Michael Schüring (CBE-Geschäftsführer). (Foto: PR-Foto Köhring)
Seit 2007 bietet das Centrum für bürgerschaftliches Engagement ausbildungsinteressierten Jugendlichen von Haupt-, Real- und Gesamtschulen eine Patenschaft mit Ehrenamtlichen an. Dabei unterstützen die Ehrenamtlichen die Jugendlichen ab Mitte der neunten Klasse und begleiten sie eineinhalb Jahre individuell durch den komplexen Prozess der Berufswahl und der Ausbildungsplatzsuche bis mindestens ins erste Ausbildungsjahr. Rund 15 Patenschaften kommen so jährlich zusammen. Für die anstehende zwölfte Runde suchen Projektleiterin Christine Hepp und CBE-Geschäftsführer Michael Schüring wieder Ehrenamtliche.

„Mit unserem Ausbildungspatenschaften haben wir ein Projekt ins Leben gerufen, das es in dieser Form noch nicht gegeben hat“, erklärt Michael Schüring. „Mithilfe unseres leistungseffektiven Projektes können wir durch die Paten den Jugendlichen viel besser helfen.“ Rund 150 Jugendliche haben mithilfe der Patenschaften seitdem einen erfolgreichen Berufsstart erlebt. Dieses Konzept vermitteln Michael Schüring und Christine Hepp auch anderen Kommunen. „Bisher haben wir knapp 90 Beratungen mit 50 Kommunen durchgeführt“, so Michael Schüring.

Patenschaften

Auch für die Vermittlungsrunde 2018 sucht das CBE wieder aktive Patenschaften. Voraussetzungen für eine Patenschaft seien laut Christine Hepp ein echtes Interesse an der Arbeit mit Jugendlichen, Mobilität, Zeit für regelmässige Treffen und ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis. Bei der Patenschaft schenken die Ausbildungspaten den Jugendlichen Zeit für eine vertiefte Auseinandersetzung mit ihren Zielen und liefern Hilfestellung bei der Erledigung konkreter Aufgaben.

Michael Schüring: „Die Paten sind für die Jugendlichen eine gute Stütze in der schwierigen Zeit des Berufseinstiegs“. „Die Paten sind auch eine Orientierung für die Jugendlichen. Zudem stärken sie durch den persönlichen Austausch die Jugendlichen und sind eine Motivation auch bei Absagen am Ball zu bleiben“, ergänzt Christine Hepp.

Vorbereitung

Michael Schüring würde sehr gerne auch in diesem Jahr wieder 20 neue Paten ins Boot holen. „Wir haben uns sehr über die rege Beteiligung im letzten Jahr gefreut und hoffen auch für die Runde in diesem Jahr viele neue Paten begrüssen zu dürfen“. Interessierte können sich bei Projektleiterin Christine Hepp unter der Telefonnummer 970 68 215 melden. Die zweiteilige Vorbereitung auf das Ehrenamt findet nach einem Kennenlern- und Informationsgespräch am Donnerstag, 12. April, von 17 bis 20 Uhr und am Samstag, 21. April, von 10 bis 15 Uhr statt.

Im ersten Teil lernen die Paten das NRW-Programm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ kennen und machen sich mit den Möglichkeiten der Berufsorientierung vertraut. Im zweiten Teil entwickeln die Ehrenamtlichen ihr Rollenverständnis und setzen sich mit der Lebenswelt von Jugendlichen sowie den Gestaltungsmöglichkeiten und Grenzen einer Ausbildungspatenschaft auseinander. Zusätzlich finden regelmässig Reflexionsabende mit der Projektleitung statt, um die aktuellen Herausforderungen in den Patenschaften zu besprechen und neue Impulse für die weitere Begleitung zu erhalten.

Das Matching

Beim Blitzkennenlernen treffen die Paten dann im Mai erstmals auf die Jugendlichen, die sich freiwillig über ihre Schule für das Projekt angemeldet haben. Dabei entscheiden sie intuitiv, mit wem sie sich eine Ausbildungspatenschaft vorstellen können. „Im Matching besteht die Schwierigkeit den passenden Paten zu finden“, erläutert Michael Schüring den Kennenlernprozess. „Teilweise treten auch Konflikte zwischen Paten und Jugendlichen auf“. „Das wichtigste ist, dass die Chemie untereinander einfach stimmt“, so Renate Opitz, ehrenamtliche Ausbildungspatin.

Wenn die Chemie stimmt, entwickeln die sogenannten Tandems bei einer Kennenlernrallye erste Ideen für die Gestaltung der Zusammenarbeit und legen ein erstes Treffen fest.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Ein gutes Beispiel für den Erfolg des Projektes sind die Ausbildungspatin Renate Opitz und ihre beiden Paten Lateef Al-Kandor und Lukasz Szyra. Der 15 jährige Lateef ist im Irak geboren und lebt seit acht Jahren mit seiner Familie in Deutschland. Lukasz ist 16 Jahre alt, gebürtig aus Polen und ist seit seinem vierten Lebensjahr in Deutschland. Beide besuchen die zehnte Klasse der Schule am Hexbachtal.

Für Renate Opitz sind die beiden ehrgeizige Jugendliche, die sie gerne begleitet. Die ehemalige Krankenschwester in der Pflegeabteilung hat sich regelmässig mit den beiden Jugendlichen getroffen und beispielsweise Bewerbungen geschrieben, Vorstellungsgespräche geübt oder nach Ausbildungsmessen geschaut. „Wir waren auch in vielen Betrieben beim Tag der offenen Türe. Mit Luksaz, der in diesem Jahr eine Ausbildung zum Industriemechaniker anfängt, war ich zum Beispiel bei Siemens. Dort sind wir durch die Räume gegangen und haben mit Azubis und Ausbildern geredet“. „Wäre ich alleine dort gewesen, wäre ich wahrscheinlich nach ein paar Minuten gegangen und hätte auch mit niemandem dort gesprochen oder Fragen gestellt“, erinnert sich Lukasz.

Mit beiden habe sie auch nach vielen Praktikumsplätzen geschaut. „Für mich ist es wichtig dass die Betriebe die Schüler als Menschen kennenlernen und nicht nach Bewerbungsschreiben beurteilen“, erklärt Renate Opitz ihr Engagement. Bei beiden war das Praktikum der Schlüssel zum Erfolg. „Lateef fängt in diesem Jahr eine Ausbildung zum Mechatroniker an“.

Lateef und Lukasz sind froh Renate Opitz an ihrer Seite zu haben. „Wir wurden herzlich empfangen und die Arbeit mit ihr hat uns viel Spaß gemacht“, erklärt Lukasz. Lateef ergänzt: „Durch den ständigen Kontakt und viele Treffen konnten wir viel Lernen und haben den Einstieg geschafft“.

Vorteile einer Patenschaft

Für Michael Schüring ist das Projekt ein Erfolg. Natürlich könne man entgegnen, dass die Eltern für ihre Kinder Ansprechpartner in Sachen Ausbildung sein sollten. „Wir haben allerdings festgestellt, dass eine neutrale Person als Hilfe besser funktioniert“. Eltern seien oft selbst berufstätig und kommen erst spät nach Hause. Rund ein Drittel der Ehrenamtlichen sind laut Christine Hepp selbst berufstätig. „Wir hingegen können flexibler mit den Jugendlichen agieren“, so Renate Opitz. „Zudem haben sich die Bewerbungsverfahren im Laufe der Jahre mit Online-Bewerbungen und Tests geändert. In dieses System müssten sich die Eltern erst einarbeiten“, ergänzt Michael Schüring.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.