Hände waschen nicht vergessen

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Das EKM will mit der Einführung von Desinfektionsspendern an jedem Patientenbett die Verbreitung von Keimen und Bakterien verhindern. (Foto: PR-Foto Köhring/AK)
Mülheim: Evangelisches Krankenhaus |

Keime sind der Feind eines jeden Krankenhauses, gerade wenn sie auch noch Resistenzen gegen bestimmte Antibiotika ausbilden. Hier setzt die Hygienestrategie des Evangelischen Krankenhauses an - sie wollen die Bildung und Übertragung von Multiresistenten Erregern (MRE) verhindern.

Seit 2008 nimmt das Evangelische Krankenhaus (EKM) jährlich, so auch im Mai, an der bundesweiten Aktion „Saubere Hände“ teil. Dabei geht es darum, nicht nur Ärzte und Pfleger, sondern auch Patienten und Angehörige zu sensibilisieren und ihnen zu zeigen, wie einfach eine Übertragung durch das Desinfizieren der Hände verhindert werden kann.
An einem Stand in der Eingangshalle des EKM klärten viele Mitarbeiter über das richtige Desinfizieren der Hände auf. Unter einer Box mit Blaulicht konnten die Besucher sehen, wie gut sie das Desinfektionsmittel auf ihren Händen verteilt haben. Danach gab es Verbesserungsvorschläge, die anhand eines Posters erläutert wurden.
„Wir sind überrascht, wie gut unser Angebot aufgenommen wird. Nicht nur viele Patienten und Angehörige kommen zu uns - auch die geschulten Ärzte und Pfleger vergewissern sich gerne nochmal ihrer Einreibemethode“, erklärt Peter Wojtika, Gesundheits- und Krankenpfleger.

Keimverbreitung verhindern

Damit allen das Desinfizieren leichter fällt und man keine langen Wege zum nächsten Spender zurücklegen muss, hat das EKM seine Hygienestandards erweitert. „Seit nunmehr einem Monat befindet sich an jedem der Patientenbetten ein eigener Spender. So werden lange Wege eliminiert und die Verbreitung von Keinem wird verhindert“, erklärt Gabriele Kantor, Hygiene- und Gesundheitsmanagerin, das neue Konzept.
Hierbei sei nach Dr. Hans-Georg Knoob, Hygienebeauftragter, wichtig zu sagen, dass die Spender für jedermann frei zugänglich sind und es sogar erwünscht ist, dass diese auch von Patienten und Angehörigen genutzt werden.

Keine Chance für Keime

Damit multiresistente Keime nicht unbemerkt bleiben und sich einfach verbreiten können, setzt die Hygienestrategie des EKM aber schon bei der Aufnahme eines Patienten an. Durch eine Befragung werden die Patienten in Risikogruppen eingeteilt und mit Schnelltests auf MRE kontrolliert. Prophylaktisch werden dabei alle Risikopatienten isoliert. Falls ein Befall durch multiresistente Keime festgestellt werden kann, erfolgt eine sogenannte „Sanierung“ unter Aufrechterhaltung der Isolation.
„Hierbei muss man jedoch stark unterscheiden“, führt Chefarzt und ärztlicher Direktor Prof. Dr. Heinz-Jochen Gassel an. „Uns geht es nicht nur darum, die Verbreitung von MRE zu verhindern. Die Übertragungsquote von Patient zu Patient liegt bei uns nahezu bei Null. Unsere Multibarrieren-Strategie soll ermöglichen, dass bereits vorhandene MRE beim Patienten erkannt werden, beziehungsweise dass eine Entstehung solcher bei Risikopatienten erst gar nicht zustande kommt.“
Als Risikopatienten gelten hierbei vor allem Menschen, die in Altenheimen wohnen, regelmäßig mit Antibiotika behandelt werden oder offene Wunden haben.

Hygienestandards im Auge behalten


„Im Jahr 2014 konnten wir 600 Patienten verorten, die mit MRE befallen waren. 95 Prozent davon waren bereits bei der Aufnahme befallen. Bei den restlichen fünf Prozent entwickelten sich die resistenten Keime durch Behandlung mit Antibiotika während des Krankenhausaufenthaltes“, erklärt Kantor.
Die Einhaltung und die stetige Verbesserung der Hygienestandards werden im EKM von über 30 Hygienespezialisten überwacht. Diese Anzahl an Spezialisten, die über der vorgeschriebenen Zahl liegt, und die Zahl der zusätzlich angeschafften Desinfektionsspender sowie die Multibarrieren-Strategie gegen multiresistente Keime kosten das Krankenhaus zwar sehr viel Geld, aber „am Ende spart man eben auch viel Geld, da sich die resistenten Keime nicht weiterentwickeln können“, so Gassel.
Im Endeffekt sei das Händedesinfizieren aber immer noch die einfachste, schnellste und billigste Präventivmaßnahme. „Damit kann wirklich jeder helfen Leben zu retten“, bekräftigt Kantor.
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